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Montag, 23. Oktober 2017 5

Absage

Sautrogrennen in Laaber fällt ins Wasser

Beim Bürgerfest wollten die Freien Wähler das Rennen organisieren. Politik hat beim Fest nichts verloren, sagt der Marktrat.
Von Dietmar Krenz, MZ

Sautrogrennen sind ein Besuchermagnet. Beim Bürgerfest in Laaber geht das geplante Spektakel der FWG jetzt baden. Fotos: MZ-Archiv/Krenz

Laaber.Es sollte ein feuchtfröhliches Vergnügen werden – das Sautrogrennen auf der Schwarzen Laber. Als Termin wählte die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Laaber um Vorsitzenden Hans-Jürgen Gibis das diesjährige Bürgerfest am 29. Juli. Ziel dieser Premiere wäre es gewesen, das Fest – insbesondere in den Nachmittagsstunden – mit einer neuen Attraktion zu beleben und so wieder mehr Besucher in den Marktbereich zu locken.

Die Voraussetzungen für solch ein Sautrogrennen waren grundsätzlich optimal: Mit den betroffenen Grundstückeigentümern herrschte Einigkeit wegen des Ein- und Ausstiegs in den Fluss, das nötige Material war vorhanden und auch die Anmeldung und die ersten Gespräche mit Festorganisator Ronny Treml von der Marktverwaltung verliefen positiv. Zudem bestärkten die vielen zustimmenden Rückmeldungen aus der Bevölkerung die Organisatoren in ihrem Vorhaben.

Gegenwind aus dem Marktrat

Bis Anfang Juni beim Treffen der Vereine Ronny Treml berichtete, dass es heuer beim Bürgerfest für besonders Mutige ein Sautrogrennen auf der Schwarzen Laber von der FWG geben wird und die MZ berichtete. Das war nach Ansicht von Fraktionssprecher Johann Gleixner der Anfang vom Ende. Plötzlich schlug den Freien Wählern Gegenwind entgegen.

„Aufgrund von Einwendungen aus anderen politischen Gruppierungen des Marktes muss die FWG nun auf eine Ausrichtung der Veranstaltung verzichten“, teilte Hans-Jürgen Gibis unserem Medienhaus mit. Laut dem Vorsitzenden der Freien Wähler dürfen nach einer ungeschriebenen Regel politische Gruppierungen das Fest nicht für Werbezwecke nutzen.

Mit dieser Regelung identifiziert sich auch die FWG, lässt Gibis verlauten. Allerdings hätte die Gruppierung vor, während und nach der Veranstaltung grundsätzlich auf jegliche Werbung verzichtet. Da das Sautrogrennen als Non-Profit-Aktion ins Leben gerufen wurde, wäre die Teilnahme für jedermann kostenlos gewesen. „Leider sprechen sich Markträte einer anderen politischen Gruppierung dafür aus, dass politische Vereinigungen grundsätzlich in keiner Form am Bürgerfest beteiligt sein dürfen. Um weiteren Streit zu vermeiden, hat sich die FWG entschieden, auf eine Teilnahme und die Ausrichtung des Sautrogrennens zu verzichten“, heißt es in der kurzen Pressemitteilung.

Die Attraktivität steigern

„Wir hätten es gerne gemacht“, sagt Johann Gleixner auf Nachfrage. „Wir wollten damit nicht groß auftreten und die Werbetrommel rühren, wir wollten lediglich das Bürgerfest wieder attraktiver machen“, sagt der Fraktionssprecher im Marktrat. Mit „Engstirnigkeit“ überschreibt er die Entscheidung des Gremiums, in dem er selbst als Marktrat vertreten ist.

„Die Nutznießer wären die Standbetreiber und damit überwiegend die örtlichen Vereine gewesen“, ist sich Gleixner sicher. Zusammen mit den Jungen Wilden hat er in Frauenberg bereits mehrfach solche Sautrogrennen organisiert. Beim Bürgerfest in Laaber sei dies unter dem Dach des Musikvereins aber nicht möglich, da die Musikanten voll im Einsatz seien. Alleine könne er die Sache nicht stemmen. Auch sieht er nicht ein, dass er als Privatperson für eine derartige Veranstaltung haften solle.

Dass solch ein feuchtfröhliches Spektakel eine deutliche Aufwertung für das Laaberer Bürgerfest darstellt, dessen ist sich Bürgermeister Hans Schmid wohl bewusst. Dennoch gilt beim Bürgerfest in Laaber die Regel, die jegliche politische Aktivitäten verbietet. Das Fest der Laaberer ist eine partei- und politikfreie Zone, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Negative Erfahrungen gemacht

Er selbst sei ein starker Befürworter des Sautrogrennens gewesen und habe in der nichtöffentlichen Sitzung des Marktrats mehrfach versucht, Brücken zu schlagen. „Wenn Johann Gleixner, eine andere Privatperson oder ein Verein dahinter stehen würden, wäre Schmid sofort dabei. Aber einige negative Erfahrungen der Vergangenheit hätten gezeigt, dass Parteipolitik beim Bürgerfest – aber auch beim Adventsmarkt – nichts zu suchen hat. Sowohl der Kulturausschuss wie auch der Marktrat haben sich mit dem Thema beschäftigt und das Gremium war sich mehrheitlich parteiübergreifend einig, das Ansinnen abzulehnen.

Ein Beschluss musste aber nicht gefällt werden, da Johann Gleixner erklärte, er könne aus haftungsrechtlichen Gründen und ohne Helfer solch ein Rennen nicht privat auf die Beine stellen und zog den Antrag auf Festteilnahme zurück.

„Schade drum“, findet nicht nur ein bekannter Laaberer Geschäftsmann, der seinen Namen nicht veröffentlicht haben wollte. So wie er denken viele Bürger: Solch ein feuchtfröhliches Spektakel hätte dem Bürgerfest in Laaber sicher gutgetan.

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