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Franziskusverein beklagt großen Verlust

Mit dem Tod von Pater Petros Roussos verlieren die Lappersdorfer den wichtigsten Kontakt zu den Katholiken auf Kreta.
Von Josef Dummer, MZ

  • Nach dem heiligen Franziskus, hier im Vorhof der Kirche von Chania, ist der Lappersdorfer Förderverein benannt. Archiv-Fotos: Dummer
  • 220 000 Euro hat der Franziskusverein schon für die katholische Kirche auf Kreta gespendet, unter anderem zur Renovierung der Kirchen. Archiv-Foto: Dummer

Lappersdorf.Die Jahresversammlung des Franziskusvereins in der TSV-Gaststätte war überschattet vom plötzlichen Tod von Pater Petros Roussos, der am selben Tag der Versammlung auf Kreta bestattet wurde. Vorsitzender Hans Todt sprach von einem „großen, nicht zu ersetzenden Verlust“ für den Lappersdorfer Verein und die katholische Kirche auf Kreta.

Noch im letzten Jahr hat Pater Petros, die Kontaktperson nach Kreta, die Jahresversammlung des Franziskusvereins in Lappersdorf besucht, und auch heuer ist er nach den Worten des Vorsitzenden Todt wieder eingeladen gewesen. Vor einiger Zeit habe er aber wegen einer Reise nach Rom absagen müssen. In Rom sei er an einer Lungenentzündung erkrankt, dann nach Athen zurückgekehrt, wo er überraschend im Alter von nicht ganz 76 Jahren gestorben ist.

„Wir alle sind von diesem traurigen Ereignis überrascht und tief getroffen worden“, sagte ein sichtlich berührter Vorsitzender und stellte in einem kleinen Rückblick die wesentlichen Leistungen von Pater Petros heraus. Schon in den 70er-Jahren sei er von seinem Franziskusorden nach Kreta beordert worden, wo bis dahin das griechisch-orthodox geprägte religiöse Leben der kleinen katholischen Kirche wenig Raum gelassen hatte.

Pater Petros Roussos (Mitte) bei einem Besuch in Lappersdorf mit Vorsitzenden Hans Todt (rechts) und seinem Stellvertreter Johannes Reinwald (links). Archiv-Fotos: Dummer

Mit dem Arbeitsbeginn von Pater Petros sei aber ein Wandel eingetreten, erklärte Todt und zählte viele Beispiele auf, wie sehr Pater Petros an seinem Traum „Christen ohne Grenzen“ unermüdlich und erfolgreich gearbeitet habe. Darunter verstand er, die einheimischen Katholiken mit Touristen aller Nationen und neu Zugereiste mit großer Gastfreundschaft zu empfangen und mit ihnen mehrsprachliche Gottesdienste zu feiern. Ebenso habe er unermüdlich an einem Fortschritt in der Ökumene gearbeitet. Unter seiner Leitung wurden Kirchen und kirchliche Gebäude saniert, unterstützt unter anderem vom Franziskusverein.

Auch die sozialen Verhältnisse in seinem Land seien dem verstorbenen Priester ein großes Anliegen gewesen, und trotz angeschlagener Gesundheit habe er bis zuletzt für die katholische Kirche auf Kreta gekämpft, auch als die wirtschaftlichen Verhältnisse in Griechenland immer schwieriger wurden. „Mit ihm ist die zentrale Persönlichkeit der katholischen Kirche Kretas, aber auch unseres Vereins, von uns gegangen“, bedauerte Todt.

Nicht zuletzt habe der Franziskusverein Lappersdorf in den 34 Jahren seit seiner Gründung 1982 mit seinen derzeit 174 Mitgliedern und der finanziellen Unterstützung von insgesamt 220 000 Euro zahlreiche Fortschritte für die katholische Kirche auf Kreta erreicht, setzte der Vorsitzende seinen Jahresbericht fort. Auch im letzten Jahr hat der Verein wieder 5000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden nach Kreta überwiesen. Wie es jetzt ohne Pater Petros weitergehen soll, wird sich erst nach der Berufung eines Nachfolgers durch den zuständigen Bischof sagen lassen, meinte Todt auf Nachfrage.

Zur Person

  • Pater Petros Roussos

    Er war katholischer Priester auf Kreta und Ansprechperson für den Franziskusverein Lappersdorf. Er ist in der vorletzten Woche in Athen verstorben.

  • Biografie

    Geboren 1940 in Griechenland und aufgewachsen in einer katholischen Familie auf der kleinen Insel Syros ging er in Athen und in Frankreich auf das Gymnasium. Anschließend studierte der Pater in Italien Philosophie und Theologie und besuchte dazwischen Irland, die Schweiz und Deutschland.

  • Seelsorge

    Sieben Jahre war er in Athen tätig, bevor er 1969 zum Priester geweiht wurde. Seit 1980 betreut er die Insel Kreta als katholischer Pater. (ldk)

Mit einer Bilderpräsentation berichtete der stellvertretende Vorsitzende Johannes Reinwald, der über das Jahr oft mehrere Monate mit seiner Frau auf Kreta verbringt, über die aktuelle Situation. Aus seinen persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen zeigte er auch Probleme auf, wie man sie in Reiseprospekten natürlich nicht findet. Erfreulich sei, dass auf Kreta im zweiten Halbjahr des letzten Jahres mit 3,7 Millionen Besuchern der Tourismus wieder stark zugenommen habe. Jeder zweite Arbeitsplatz hänge schließlich vom Tourismus ab.

Er habe aber auch die Negativseiten mit einer hohen Arbeitslosigkeit gerade bei Jugendlichen in persönlichen Gesprächen mit Freunden gehört und sei selbst von den zahlreichen Streiks in Mitleidenschaft gezogen worden. Arme Leute, die sich trotzdem für Flüchtlinge einsetzen, und Rentner, die sich immer noch mit unglaublich hohen Abfindungen aus dem Arbeitsleben verabschieden könnten, zeigten die weiterhin großen Gegensätze in Griechenland auf.

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