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Freitag, 30. September 2016 24° 1

Austro-Pop

Rainhard Fendrich ganz authentisch

Besser geht’s fast nicht. Der Sänger zeigt beim Festival in Lappersdorf: Auf kurzer Distanz zum Publikum fühlt er sich wohl.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Rainhard Fendrich beim Zeltfestival in Lappersdorf: Der Sänger kramte tief in seiner musikalischen Schatzkiste und schenkte seinem Publikum einen Abend unplugged. Foto: Ralf Strasser
  • Rainhard Fendrich beim Zeltfestival in Lappersdorf: Der Sänger kramte tief in seiner musikalischen Schatzkiste und schenkte seinem Publikum einen Abend unplugged. Foto: Ralf Strasser
  • Rainhard Fendrich beim Zeltfestival in Lappersdorf: Der Sänger kramte tief in seiner musikalischen Schatzkiste und schenkte seinem Publikum einen Abend unplugged. Foto: Ralf Strasser

Lappersdorf.Die Musik hat hohen Wiedererkennungswert. „Heut’ Abend ist wieder so ein Event, bei dem man jeden schon kennt“, singt der Mann in Schwarz auf der Bühne. Zugegeben, nicht allen hat man zugeprostet, aber ihn kennt man schon: Rainhard Fendrich, 60 Jahre jung, Moderator, Entertainer und Liedermacher aus Österreich, ausgestattet mit extrem hohen Sympathiewerten. Mit „Bussi, Bussi“ startet er beim Lappersdorfer Zeltfestival durch.

Der Abend ist natürlich ausverkauft, auch wenn Rainhard Fendrich auf der Monika-Gruber-Skala (die Karten für Grubers Gastspiel waren innerhalb von 40 Minuten vergriffen) nur im vorderen Drittel zu finden ist. Einen intimen Abend, Wohnzimmeratmosphäre, unvergessene Lieder, starke Stimme und Wiener Schmäh hatte Veranstalter Alex Bolland versprochen. Genau so wird der Abend auch. Nicht mehr, nicht weniger. Fendrich unplugged. Unverwechselbar, nah und authentisch.

Voller Humor und mit viel Schmäh

„Diese Konzerte sind für mich die Königsdisziplin, weil man sein Publikum sieht und jede Reaktion spürt“, hatte der Sänger in einem Interview betont. Auf kurze Distanz zu seinen Fans fühlt er sich wohl. Es geht ihm (wieder) gut, was man auf der Zeltbühne auch sieht – und vor allem hört. Zusammen mit den österreichischen Musikern Dieter Kolbeck (Klavier) und Robby Musenbichler (Gitarre) kramt Fendrich tief in seiner musikalischen Schatzkiste, die mit Gute-Laune-Songs gut gefüllt ist. 700 Lieder hat der Österreicher in seiner langen, von Höhen und Tiefen begleiteten Karriere geschrieben. Sein Lieblingslied sei das, was er gerade singe, hat er einmal behauptet, Lieder mit Humor und hohem Schmähinhalt gehören offenbar dazu.

Rainhard Fendrich plaudert, erzählt Witze, verpackt seine Anschauungen zu Männern, Frauen, Politik, zu A-, B- und C-Promis und zu seiner eigenen Jugend in Lieder wie „Tango Korrupti“, „Negeranten“, „My Generation“, oder „Hetero“. Der Künstler denkt zurück an das (pubertäre) Kino mit Frieda, lässt die Angetraute ihren Mann „schön shoppen“, ärgert sich über seinen Nebenbuhler Seppi in „Mein Baby“ oder gewährt zwischen den Songs Einblicke in sein Leben. „Mit dem, was Sie wissen, könnte ich zwei andere durchfallen lassen“, soll sein Lehrer gesagt haben. Gut, dass es die Musik gibt.

Nur wenige nachdenkliche Nummern

An dem Abend im Zelt stehen Zwischentöne, wie sie Fendrich in seinen Alben gern hören lässt, eher nicht im Vordergrund. Auch wenn der Sänger pointenreich, ungemein sympathisch und mit ansteckend guter Laune beste Stimmung verbreitet: Die nachdenklicheren Sinnlieder wie „das Feuer“ oder „die Geisterbahn“ kommen etwas zu kurz. Hat das Publikum sie vermisst? Kaum. Die Bonmots kommen an, Fendrich analysiert schwarzhumorig über das Leben und erklärt, wie man beim „Damenkränzchen Tarantula“ den Ehemann um die Ecke bringen kann.

Ohrwürmer wie „Macho Macho“, „Es lebe der Sport“, „Blond“ oder „Midlife Crisis“ honoriert das Publikum mit viel Applaus. Natürlich kann Fendrich auch anders, etwa wenn er seinem Freund Georg Danzer musikalisch die Ehre gibt, sich in einem Bergwerk des Herzens wähnt, oder die heimliche Hymne Österreichs singt.

„Besser geht’s nicht“, heißt sein neues Album. Der Titel wird an dem Abend im Zelt fast schon Programm. Am Ende gibt es stehende Ovationen. Er ist immer noch auf dem Weg, sagt der Sänger. „Das bin ich gerne und solange das Publikum mitgeht, gehe ich weiter.“

Rainhard Fendrich

  • Der Sänger

    Rainhard Jürgen Fendrich, österreichischer Liedermacher, Moderator und Schauspieler, zählt zu den erfolgreichsten Vertretern des Austropop. Er prägte das Genre entscheidend.

  • Nächstes Konzert

    Wer den Unplugged-Abend mit Rainhard Fendrich verpasst hat, darf sich auf den 25. Juni freuen. Dann spielt der österreichische Liedermacher-Star in Weiden, Max-Reger-Halle, um 20 Uhr seine neuen Hits und die beliebten Klassiker, Karten: www.mittelbayerische.de/tickets.

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