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Samstag, 16. Dezember 2017 10

Badeorte

Das Rimini der Regensburger

An schönen Sommertagen drängen sich die Badegäste rund um den Guggenberger See dicht an dicht. Das stört aber niemanden hier.
Von Sofia Haimerl und Maximilian Stoib, MZ

Im Hochsommer ist das Gedränge am Guggenberger See groß. Im Bild ist der Sandstrand am Nordufer zu sehen. Foto: Haimerl

Neutraubling.Meist ist nur vom „Guggi“ die Rede, wenn man mit Badegästen über den Guggenberger See im Osten von Neutraubling spricht. So bezeichnen ihn auch Dominik und Flo, zwei Studenten aus Regensburg, sie kommen wie viele andere immer gerne hierher. Eigentlich sollten sie lernen, weil eine wichtige Prüfung ansteht. Jetzt liegen sie doch lieber in der Sonne. „Es ist auch mal wichtig, dass man da vorher noch eine kleine Pause macht. Das geht am Guggi einfach wahnsinnig gut!“, sagen sie und wollen damit wohl ihr schlechtes Gewissen ein wenig beruhigen.

Ein bisschen wie an der Adria

Der „Guggi“ liegt in nächster Nähe zu Regensburg, in kurzer Zeit erreicht man den Baggersee mit dem Auto über die A3, er ist an das Regensburger Busnetz angebunden und auch mit dem Fahrrad ist die Strecke von der Stadt aus zu schaffen. Das zieht einerseits Familien an, die mit ihren kleinen Kindern keine lange Anreise auf sich nehmen wollen. Andererseits kommen so auch viele junge Badegäste hierher, die selbst kein eigenes Auto besitzen.

Der „Guggi“ ist das Rimini der Regensburger. Mit ihm ist es ein bisschen so wie mit der Adria: Man kommt relativ bequem und schnell hin, ist aber mit Sicherheit auch nie der Einzige dort. An heißen Tagen ist an allen Badeplätzen am See viel los, Kinder toben im seichten Wasser auf quietschbunten Luftmatratzen, der Beach-Volleyballplatz ist im Dauerbetrieb, auf den Liegewiesen reiht sich Handtuch an Handtuch.

„Ich hab den Süden nach Bayern geholt.“

Rainer, Betreiber der Cantina-Bar am Guggi.

Der einzige Beach-Volleyballplatz wird bis in den Abend hinein genutzt. Foto: Haimerl

Dass der „Guggi“ besonders bei den Jüngeren so beliebt ist, kann man an der Westseite des Sees gut beobachten: Hier steht die „Cantina Bar“. „Ich hab den Süden nach Bayern geholt“, verkündet Rainer, ihr Inhaber. Auf seinen Nachnamen legt er keinen Wert. „Die wissen alle, das ist der Rainer“, sagt er, „das reicht völlig“. Der Rainer, gebräunte Haut, neongelbe Sonnenbrille auf der Nase, die langen Haare wild im Gesicht hängend, ist stolz auf seine „Cantina“ und das Konzept dahinter. Als vor 30 Jahren an anderen Badeseen in Ostbayern nur Imbisswägen mit Biertischen standen, hat er eine Strandbar eröffnet. „Ich wollte immer einen anderen Weg gehen“, sagt er.

Hängematten unter eingetopften Yucca-Palmen, laute Musik und ein Bartresen – das ist Rainers Vorstellung von einem Kiosk am Badesee.

Rainers „Cantina“ zieht viele junge Gäste an die Westseite vom „Guggi“. Foto: Haimerl

Aber nicht nur am Westufer, auch an der Nordseite vom „Guggi“ ist der Trubel groß: Hier kann man sich an einen aufgeschütteten Sandstrand legen, unweit davon ist das „Café Seeblick“ zu finden. Dort drängen sich die Badegäste in der Schlange vor der Essensausgabe.

„Der Guggi hat die perfekte Größe.“

Lena, Besucherin am Guggenberger See

Die 19-jährige Lena schlendert mit einer Freundin auf das Café zu. Die vielen Leute stören sie nicht im Geringsten: „Der Guggi hat doch die perfekte Größe“, sagt sie, „hier findet man immer einen schönen Schattenplatz“.

Verlässt man die Nordseite des „Guggi“ und folgt dem östlichen Seeufer, kommt man zu einem kleinen Kiosk. Auf dem Weg dorthin lässt der Trubel ein wenig nach.

Der Betreiber des Kiosks Flamur Fazliu kann trotzdem nicht über zu wenige Gäste klagen. Er ist zufrieden mit der Saison. „Nur das Wetter hätte doch ein bisschen besser sein können“, findet er.

„Ohne Kinder wäre der See fast tot“

Dass der Guggenberger See so viele Besucher anzieht und auch bei Familien mit Kindern sehr beliebt ist, freut Alois Groll, der seit vielen Jahren eine Surfschule am „Guggi“ betreibt. „Ohne Kinder wäre der See fast tot, die bringen hier Leben rein“, sagt er.

Trotz des großen Ansturms am Guggi kommen die Leute immer wieder gerne her. Foto: Haimerl

Zumindest an diesem heißen Augusttag scheint es jedoch nur schwer vorstellbar, dass es dem Guggenberger See irgendwann einmal an „Leben“ fehlen könnte: Bis in die Abendstunden hinein werden die Besucher nicht merklich weniger. Einzig das Kindergeschrei lässt ein bisschen nach. Aber die Musik an der „Cantina“, die wird dafür jetzt immer lauter.

Wir haben uns am Guggenberger See umgehört:

Guggenberger See

Badeplätze in Ostbayern: In unserer Serie stellen wir die schönsten Orte zum Abkühlen an heißen Sommertagen vor – zum Beispiel einen Rohdiamanten unter den Badeseen, den Roither See.

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