mz_logo

Gemeinden
Mittwoch, 20. September 2017 17° 6

Medizin

Feuerwehr hilft mit bei der Ausbildung

Im Pentlinger Gerätehaus wurde der Notfall bei Katstrophen geprobt. Die Studenten bekamen das Rüstzeug vermittelt.

Feuerwehrkräfte erläuterten den Studierenden die Handhabung der Chemikalienschutzanzüge. Foto: Bonn

Pentling.Bereit für die Katastrophen, die weltweit an Häufigkeit ständig zunehmen. Eine verheerende Grippeepidemie, eine Massenpanik bei Großveranstaltungen, ein Busunfall mit unzähligen Verletzten – Vorfälle, die Ärzte und Rettungskräfte vor enorme fachliche wie auch organisatorische Herausforderungen stellen. Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) bereitet seine Medizinstudierenden regelmäßig auf diese Extremsituationen vor. So nahmen vor kurzen wieder 19 Studierende an mehreren Tagen am Kurs „Notfallmedizin bei Großschadenslagen und Katastrophen“ teil, der – initiiert von der Klinik für Anästhesiologie – in diesem Jahr bereits zum achten Mal angeboten wurde.

Ein Teil des praktischen Seminars fand in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Pentling in deren Gerätehaus statt. Beim Besuch des ABC-Zugs wurden die Studierenden darüber von Kreisbrandmeister Hans Hopfensperger und dessen Team adrüber informiert, welche Möglichkeiten der Feuerwehr zur Abwehr von Chemie-Unfällen zur Verfügung stehen. Die entsprechende Spezialeinheit der Feuerwehr ist dafür ausgerüstet, kontaminierte Personen und Fahrzeuge zu reinigen und zu desinfizieren.

Die Teilnehmer ließen sich von den hilfsbereiten Feuerwehrfachkräften demonstrieren, wie entsprechende Dekontaminationsstellen aufgebaut werden. Die Studenten schlüpften zum Höhepunkt auch selbst in die schweren Chemikalien-Schutzanzüge und packten auch kräftig beim Aufbau der Dekontaminationsstation mit zu. Je nach Schutzstufe bewahren die Anzüge seinen Träger vor festen, flüssigen, gas- oder dampfförmigen Schadstoffen. Die Teilnehmer bekamen dadurch einen plastischen Eindruck von den Belastungen, denen die Feuerwehrleute im Einsatz ausgesetzt sind.

Die Übung bei der Feuerwehr Pentling war nur eine von vielen praktischen Seminarinhalten, die den Studierenden neben theoretischen Grundlagen vermittelt wurden. In diversen Planspielen mit unterschiedlichen Szenarien arbeiteten die angehenden Mediziner fiktive Großschadenslagen mit bis zu 25 Verletzten in Echtzeit ab. „Wir legen besonderen Wert auf die Ausbildung der organisatorischen Fähigkeiten und Führungskompetenzen der Nachwuchsmediziner, da dies im restlichen Studium meist zu kurz kommt. Diese Soft Skills sind im Katastrophenfall sehr wichtig“, erläuterte Seminarleiter Dr. Michael Dittmar, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie des UKR, der MZ.

In theoretischen Teilen des Kurses „Notfallmedizin bei Großschadenslagen und Katastrophen“ lernten die Teilnehmer von erfahrenen Notfall- und Katastrophenmedizinern das theoretische Rüstzeug für den Ernstfall. Dazu zählen unter anderem das Katastrophenmanagement im Krankenhaus, ethische Aspekte der Katastrophenversorgung und Einsatzberichte aus Einsätzen der Referenten, etwa bei der Tsunami-Flut in Thailand. (lok)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht