mz_logo

Gemeinden
Sonntag, 19. November 2017 7

Beschluss

Pfatterer investieren in den Nachwuchs

Der Gemeinderat stimmt der Vergrößerung des Kinderhauses zu. Allerdings sorgen die Mehrkosten von 300 000 Euro für Erstaunen.
von Hans Biederer, MZ

  • Die Gemeinderäte begutachteten die Sperrholzkonstruktion, die für den Bau der Außenwände Verwendung findet. Foto: Biederer
  • Das Modell zeigt den Neubau (vorne rechts) zum bestehenden Kinderhaus „Storchennest“ mit Kindergarten und Kinderkrippe.

Pfatter.Die Gemeinde nimmt viel Geld in die Hand, weil sich das Gremium einig war, dass es für die Zukunft des Orts wichtig ist, ausreichend Kinderbetreuungsplätze zu schaffen. Bürgermeister Jürgen Koch und Architekt Joachim Gutthann präsentierten den modifizierten Plan in der letzten Gemeinderatssitzung.

Der starke Anstieg der Zahl der Kinder, die im nächsten Schuljahr das Kinderhaus in Pfatter besuchen, macht es erforderlich, das bestehende Gebäude zu erweitern. „Wir erwarten mehr als 100 Kinder, die sich im neuen Schuljahr im Kindergarten anmelden“, informierte der Bürgermeister. Aus diesem Grund wurde bereits in der letzten Sitzung beschlossen, einen separaten Anbau zu errichten. Das Architekturbüro „Gutthann Architekten & Ingenieure GmbH“ aus Donaustauf erhielt den Zuschlag.

„Die Grobkostenschätzung betrug ursprünglich 936 000 Euro“, erinnerte Jürgen Koch. Die aktuellen Planungen stellte Architekt Joachim Gutthann dem Gremium nach erfolgten Vorgesprächen mit der Kindergartenleitung und der Regierung vor. „Die Außenwände werden mit einer Brett-Sperrholzkonstruktion mit einer hinterlüfteten Holzschallung errichtet“, sagte er. Während die Außenwand eine Holzoptik behält, werden die Innenwände in Trockenbauweise weiß oder farbig getüncht. Auf Wunsch hatte der Architekt eine Grundwasserwärmepumpe eingeplant.

Nutzfläche vergrößert

Die Planungen der Außenanlagen sehen eine Verlegung des bestehenden Parkplatzes in nördliche Richtung vor. „So können wir ein Kreuzen von Kindern mit Fahrzeugen vermeiden“, erläuterte der Fachmann. Nach der Vorstellung des Innenraumkonzeptes zeigte sich Manfred Bayer überrascht, dass zwei Außenwände des Gebäudes offensichtlich nicht im rechten Winkel seien. Manfred Lichtl befürchtete deswegen höhere Kosten bei der Möblierung.

Die Befürchtung konnte Gutthann jedoch mit dem Hinweis entkräften, dass fast alle Innenräume im rechten Winkel seien und somit genormte Maße verwendet werden können. Gerade das mache doch den Charme des Gebäudes aus, plädierte Margit Althapp für diesen Baustil.

Manfred Lichtl monierte außerdem, dass aufgrund des Parkett-Bodenbelages eine Bodenheizung nicht effektiv sei, gerade wenn es darum gehe, nach einem Wochenende die Räume wieder schnell aufzuheizen. Dies sahen sowohl der anwesende Ingenieur vom Ingenieur-Büro Martin und Paulus als auch Gemeinderat Mario Schaffer ganz anders. „Dieses Niedrigenergiehaus hat einen ganz anderen Energieverbrauch und speichert die Wärme viel länger“, so Schaffer.

Als Architekt Gutthann die Gesamtkosten in Höhe von 1 230  000 Euro bekannt gab, schluckte so manches Ratsmitglied dann doch erst einmal, denn dies stellt eine Kostensteigerung um fast 300 000 Euro dar. Gutthann begründete die Erhöhung mit der Erweiterung der Nutzfläche um 15 Prozent, die den geforderten Vorgaben der Regierung geschuldet sei.

Ausweichen in die Grundschule

Auf Anfrage informierte Geschäftsstellenleiter Dr. Markus Liebl, dass von der Regierung eine Förderung in Höhe von 377 000 Euro zu erwarten sei. Mit 13:2 Stimmen wurden schließlich den Planungen des Architekturbüros zum Neubau mit einer Option zur energetischen Sanierung des Altgebäudes zugestimmt.

Einstimmig beschlossen wurde die für die Zeit des Neubaus erforderliche Auslagerung einer Kindergartengruppe in das Gebäude der Grundschule. „Der Personalschlüssel beträgt nach den Neueinstellungen dann 1:9,24“, gab der Bürgermeister bekannt. Auch dass stelle eine Verbesserung der Situation dar.

Aus dem Bauausschuss

  • Der Antrag auf Befreiung von der Festsetzung des Bebauungsplans „St. Nikolaus“ von Peter Pavitsch anlässlich der Errichtung eines Gabionenzauns wurde mit vier zu drei Stimmen befürwortet. Einstimmig befürwortet wurde der Bauantrag von Karl Dengler zur Errichtung eines Lagerraums für Gartengeräte in Pfatter.

  • Genehmigung:

    Grünes Licht gab es auch für einen Antrag von Albert und Angelika Janker zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Geisling. Dem Energieversorgungsunternehmen Heider wurde gestattet, zwei begehbare Schalthäuser am Umspannwerk Geisling und an der Kläranlage Pfatter zu errichten. (lbb)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht