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Dienstag, 21. November 2017 5

Ausschreibung

Rathaus und Kirche im Zentrum

Das neue Rathaus in Zeitlarn soll mit der Kirche zum Mittelpunkt werden. Ein neuer Platz bildet den Rahmen für beide Gebäude.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Die überzeugendste Lösung beim Wettbewerb um das neue Rathaus kam von einem Regensburger Architektenbüro. Foto: Susanne Amann
  • Bürgermeister Kröninger (von links), die Architekten Schretzenmayr, Landschaftsarchitekt Bernd Rohloff und Angelika Mielke.Fotos: Strasser
  • Realisierungswettbewerb
  • Realisierungswettbewerb
  • Realisierungswettbewerb
  • Zweiter Preis für den Kubus
  • Dritter Preis für ein Holzhaus

ZEITLARN. Es wurde viel diskutiert und in den zurückliegenden Bürgerversammlung ebenso viel gefragt: Wie wird das neue Rathaus aussehen? Wo wird es stehen? Wie ist die Platzgestaltung? Dies scheint nun im ersten Schritt gelöst. Ein vom Gemeinderat initiierter und von Architekten Dipl.-Ing. Anton Söllner vom Ingenieurbüro Schmid & Kollegen begleitender Realisierungswettbewerb hat aus zehn Bewerbungen drei Preisträger herausgefiltert. Fach- und Sachpreisrichter, darunter Bürgermeister Franz Kröninger und Gemeinderat Walter Weigert-Scholz, einigten sich in der letzten Sitzung vom 12. Oktober auf den Entwurf der Architekten Stefan und Brigitte Schretzenmayr aus Regensburg, die mit dem Landschaftsarchitekten Bernd Rohloff die überzeugendste Lösung vorstellten.

Lob für mutige Entscheidung“

Der Vorsitzende des Preisgerichts, Prof. Michael Stößlein aus Nürnberg, lobte den Mut der Gemeinde und bezeichnete die Entscheidung für eine mehrfache Beteiligung von Architekten als „großartige Leistung“ – „Nur mit einem Wettbewerb bekommt man auch das Beste.“

Die vorgegebenen Kriterien, ein öffentliches Haus ohne Selbstdarstellung zu entwickeln, das sich einer Funktionalität ergibt und mit einem schlüssigen Freiflächenkonzept umgibt, wurden von allen Teilnehmern erfüllt, so Stößlein. Die Verfasser des Siegerprojekts hätten dies jedoch am Besten realisiert und den Standort perfekt gelesen.

Das Rathaus wird im südwestlichen Bereich des 1500 Quadratmeter großen Areals angesiedelt und rückt die Kirche ins Blickfeld des neu geschaffenen Platzes, der mit Bäumen überdacht wird. Auch hier haben sich die Architekten dazu entschlossen, das Ortszentrum aufzuwerten: Der neu zu schaffende Platz soll keine unbebaute Fläche sein, sondern „das Potential für einen „echten Platz in der Mitte des Ortes“ haben. Damit diese Gesamtwirkung nicht durch Autos beeinträchtigt wird, kommen die erforderlichen Parkplätze an den Rand. So bekommt der zentrale Platz die Luft, die er benötigt. Der Rathausbesucher wird empfangen in einem lichtdurchfluteten Foyer mit einer offenen Treppe. „Die Grundriss-Organisation aller Geschosse ist geschickt, wirtschaftlich und logisch aufgebaut, das Trauzimmer kann flexibel für Sitzungen erweitert werden“, heißt es in der Begründung der Jury.

Alternative: ein Kubus

„Insgesamt eine angemessene Lösung, die sich zurücknimmt und dennoch Ausdruck vermittelt“, sagte Stößlein. Auch der zweite Preis, der an den Architekten Christian Kirchberger aus Regensburg ging, war lange Zeit im Rennen. Der Entwurf sieht einen Kubus vor, der ohne die klassische Dreigliederung Sockel-Wand-Dach gestaltet ist. Ob dieser etwas andere Charakter mit Flachdach und ausgeprägten Holzlamellen an der Fassade jedoch in das Umfeld mit geneigten Dächern passt, wurde kritisch gesehen.

Die dritte Lösung im Ranking lieferte die Firma Dömges Architekten aus Regensburg. „Ein traditionelles Haus mit einer Fassade ganz aus Holz, das sich bis in den Dachbereich zieht“, erläuterte der Vorsitzende des Preisgerichts. „Ein schlüssiges Konzept mit klaren Gliederungen.“ Als etwas problematisch wird dabei der Außenbereich angesehen. Der Plan sieht vor, die Freiflächen um 80 Zentimeter abzusenken. „Das bewirkt, dass die Stellplätze nur schlecht genutzt werden können, ein Ausparken ist nur rückwärts möglich.“

Einstimmige Wahl

„Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht und versucht, die Sicht des Bürgers zu reflektieren“, sagt Sachpreisrichter Walter Weigert-Scholz. „Doch die Wahl fiel letztendlich einstimmig aus.“ Wie geht es weiter?

„Die Entscheidung trifft zeitnah der Gemeinderat“, erklärte Bürgermeister Franz Kröninger. „Mit der Realisierung wollen wir im nächsten Jahr beginnen.“ Damit die Bürger auch wissen, wie die Entwürfe aussehen, wurde im Sitzungssaal der Mehrzweckhalle Platz für Pläne und Modelle geschaffen. Diese können bis zum Sonntag von 10 bis 19 Uhr besichtigt werden. „Wir haben jetzt gute Lösungen und ich hoffe, dass diese auch in der Bevölkerung ankommen.“

Die Jury und die Sieger

  • Erster Preis:

    Die Siegerarchitekten Schretzenmayr Architekten sind in Regensburg keine Unbekannten. Sie sind Mitglieder – wie auch die anderen Teilnehmer des Wettbewerbs – des Architekturkreises Regensburg. Auch wenn es das erste Rathaus ist, das sie planen, haben sie Erfahrung mit öffentlichen Gebäuden, etwa mit Kindergärten. Die Firma Schretzenmayr Architekten ist ein mittelständiges Unternehmen, das mit dem Landschaftsarchitekten Bernd Rohloff zusammen arbeitet.

  • Jury:

    Fachpreisrichter waren Urte Kelm, Kreisbaumeisterin des Landkreises, Prof Michael Stößlein, Peter Brückner, Architekt aus Tirschenreuth

  • Sachpreisrichter waren: Bürgermeister Franz Kröninger, Walter Weigert-Scholz

  • Stellvertretende Preisrichter: Josef Weinmann, Michael Lang-Scharli, Architekt aus Mitterteich

  • Sachverständige Berater waren Dipl. Ing. Oliver Stier, Dipl. Ing. Bernhards Bartsch, Wettbewerbsbetreuer war Dipl. Ing. Anton Söllner

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