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Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Ortsdurchfahrt

Baustelle schließt am 30. September

Bis September 2018 wird die Regenstaufer Hauptstraße ausgebaut. Was dann nicht fertig ist, wird ins Frühjahr verschoben.
Von Sabine Norgall, MZ

Die Markträte beschlossen den Ausbau der Ortsdurchfahrt von der Regenbrücke bis zum Wiser-Haus. Den Bereich der Geschäfte im Sanierungsbereich würde die Baustelle voraussichtlich erst im Sommer 2018 erreichen, um Umsatzeinbußen so gering wie möglich zu halten. Foto: Norgall

Regenstauf. Nach kontroversen Debatten kam der Regenstaufer Marktrat in seiner Sitzung am Dienstag doch zu einem einstimmigen Beschluss zum Ausbau der Ortsdurchfahrt zwischen Regenbrücke und Wiser-Haus im kommenden Jahr. Die CSU-Mitglieder stimmten zu, nachdem ihre zentrale Forderung in den Beschlussvorschlag aufgenommen wurde: Die Bauarbeiten, die im März 2018 beginnen sollen, müssen zum 30. September beendet werden. Ab dann, hatte CSU-Fraktionssprecher Bruno Schleinkofer gefordert, müsse der Verkehr wieder ungehindert laufen. Dieser Beschluss schafft laut Schleinkofer Sicherheit für die Gewerbetreibenden, die im Frühjahr ihre Herbstkollektion ordern müssten. Darüber hinaus bedeute eine lange Bauphase Stress für alle Bürger, zumal in Zukunft noch weitere Ausbauabschnitte folgen sollen.

Schleinkofer verwies nochmals auf die geplatzte Ausschreibung im Frühjahr dieses Jahres, als für den ursprünglich beschlossenen Bauabschnitt zwischen Kulturhaus und Wiser-Haus kein einziges Bauunternehmen ein Angebot abgab. „Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“, sagte Schleinkofer und forderte, „wir müssen die Verantwortlichen in die Pflicht nehmen“.

Vergabe im Januar

Keine Schwierigkeiten hatte Stadtplaner Dr. Emil Lehner mit der CSU-Forderung, dass die Ausschreibung sofort raus müsse. Erhebliche Bedenken äußerte er aber zur Forderung, dass das Ausschreibungsergebnis bis zum Jahresende, spätestens nach den Feiertagen zum Jahreswechsel, vorliegen müsste. Zum Jahresende stünden Bauunternehmen mit den Jahresabschlüssen unter hoher Belastung, sagte Lehner. Da bleibe kaum Zeit für Kalkulationen. Er überzeugte die CSU-Markträte, dass es für einen Baubeginn im März ausreiche, wenn die Angebote Ende Januar vorlägen. Außerdem, sagte Lehner, brauche man vor dem Start der Baumaßnahme die Zustimmung der Regierung.

Marktrat Albert Bauer (CSU) regte Vertragsstrafen für Bauunternehmen, die die Bauzeit überschreiten, an. Davon riet Lehner ab. In 40 Jahren Berufserfahrung, sagte er, „haben wir es nie geschafft, in öffentlichen Ausschreibungen eine Strafe durchzusetzen“. Schon beim Angebot, erläuterte Lehner, müsse eine Baufirma im Bauzeitplan jedoch nachweisen, welcher Bauabschnitt in welchem Zeitraum zu schaffen sei.

Wie bereits mehrfach berichtet, wurde der ursprünglich für dieses Jahr beschlossene Bauabschnitt zwischen Kulturhaus und Thomas-Wiser-Haus jetzt auf der einen Seite bis hin zur Regenbrücke erweitert. Auf der anderen Seite rückt man über das Thomas-Wiser-Haus hinaus bis etwa auf Höhe des Anwesens Nummer 5. So kann die Fahrbahnverschwenkung beim Wiser-Haus voll in die Baumaßnahme einbezogen werden. Die jetzt deutlich größere Baustelle, hofft man, ist attraktiver für Bauunternehmen. Auch die Tatsache, dass über den Winter hinweg ausgeschrieben wird, soll mehr Angebote bringen. 2017 hatte man relativ kurzfristig eine dreimonatige Bauzeit erst im Frühjahr ausgeschrieben.

Fragen zur Baustelle

  • Kosten

    Die Frage von Marktrat Fritz Dechant (CSU), ob die erneute Ausschreibung der Baumaßnahme für den Bürger zusätzliche Kosten verursache, verneinte Bürgermeister Siegfried Böhringer.

  • Abbiegespur

    Zur Rechtsabbiegespur von der Lohstraße in die Bundesstraße, die Markträtin Elisabeth Meierhofer (CSU) ansprach, verwies Bürgermeister Böhringer auf dazu laufende Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt.

  • Planung

    Fritz Dechant warnte vor zeitgleichen Baustellen in der Ortsdurchfahrt und beim geplanten Kreisverkehr am Autobahnzubringer im kommenden Jahr: „Sonst kommt man nach Regenstauf nicht mehr rein und raus.“ Der Bürgermeister kündigte an, die Maßnahmen mit dem Landratsamt abzusprechen. Das sicherte er auch für die Anregung Dechants zu, während der Bauzeit die Ortsdurchfahrt für Lastwagen über 3,5 Tonnen zu sperren.

Während der Bauzeit 2018 soll die Ortsdurchfahrt durch Ampelschaltung immer einseitig befahrbar sein. Nur während dem Aufbringen der Asphaltschicht wird es eine Vollsperrung geben. Im März, erläuterte Dr. Lechner, sollen, nach aktuellem Planungsstand, die Baumaßnahmen an der Regenbrücke beginnen. Somit, sagte er, würde der Straßenausbau das Geschäftszentrum in der Hauptstraße erst in den umsatzschwächeren Sommermonaten erreichen, wie das die Gewerbetreibenden auch schon für die ursprüngliche Baumaßnahme 2017 gefordert hatten.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt hatten die Freien Wähler den Antrag gestellt, auf eine dritte Ampel in der Ortsdurchfahrt im Bereich des unteren Marktes zu verzichten. Stattdessen regten sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer an. Ihre Argumente gegen eine dritte Ampel: Käme es zu einer ungünstigen Ampelschaltung auf der Strecke Netto-Sparkasse-Mehrgenerationenhaus, entstünde punktuell ein Stau, der sich bis zum unteren Markt aufsummieren und neben der Umweltbelastung zu einer temporären Vollsperre entwickeln könnte. Nicht auszuschließen sei, dass durch eine weitere Ampel Parallelstraßen wie die Wassergasse oder die Bergstraße künftig stärker frequentiert würden. Die bessere Alternative ist für die Freien Wähler eine Tempobegrenzung in der Ortsdurchfahrt.

Im Bereich des Schäfferparkplatzes könnte sich das Staatliche Bauamt eine weitere Ampelanlage vorstellen. Darüber müsste der Marktrat aber noch gesondert entscheiden. Foto: Norgall

In der Sitzung des Marktrates las Bürgermeister Siegfried Böhringer jetzt die Antwort des Bauamts zu diesem Antrag vor. Aufgrund der engen Fahrbahn, vorhandenen Gehwegen, hohem Verkehrsaufkommen, parkenden Autos und bereits vorhandenen Ampeln liege das Geschwindigkeitsniveau in diesem Bereich unter 50 Stundenkilometern, schreibt das Bauamt. Durch eine Geschwindigkeitsreduzierung würde sich die Umweltbelastung kaum verringern, da es aufgrund der Ampeln und des Verkehrsaufkommens weiterhin zu Anfahrts- und Beschleunigungsphasen komme. Das Bauamt lehnte den Abtrag ab.

Ampellösung wird nur vorbereitet

Einstimmig billigte der Marktrat die Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt. Darin enthalten ist auch eine vorbereitende Maßnahme für eine weitere Ampel. Ob und wo diese kommt, darüber muss der Marktrat entscheiden. Einstimmig bestätigten die Markträte ihren Beschluss, dass die Abrechnung der Gehwege in der Hauptstraße nach Ausbaubeitragsrecht aufgrund eines fiktiven Betrages für Betonpflaster erfolgt, nicht nach dem tatsächlich geplanten Granitpflaster. Die Erneuerung der Fahrbahn zahlt das Staatliche Bauamt. Kosten für Baumaßnahmen wie die Fahrbahnverschwenkung werden zwischen Bauamt und Markt aufgeteilt.

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