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Samstag, 23. September 2017 21° 3

Engagement

Sie lernen, die Vogelwelt zu verstehen

Katrin Kunz und Lucas Fäth bringen sich in der Vogelstation ein. Sie sind „Bufdis“ und suchen eine Berufsperspektive.
Von Daniel Geradtz, MZ

Lucas Fäth und Katrin Kunz absolvieren derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst in der Umwelt- und Vogelstation des LBV. Fotos: Geradtz

Regenstauf.Dem Ende der Schulzeit blicken viele sehnsüchtig entgegen. Doch für einige geht es dann doch zu schnell, sie wissen nicht, welchen beruflichen Weg sie danach einschlagen wollen. So ging es auch Lucas Fäth. „Ich habe die Fachoberschule in Regensburg besucht. Nach dem Abschluss wusste ich nicht genau, was ich machen soll. Ich wollte ein Jahr lang etwas Gutes tun, um eine Orientierung zu erhalten“, sagt er. Fäth bewarb sich für den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) in der Vogel- und Umweltstation. Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) betreibt die Station in Regenstauf.

Auch Katrin Kunz wusste nicht, wo die berufliche Reise hingehen soll. Doch sie hat einen anderen Hintergrund. An der Universität Greifswald hat sie über Spinnen geforscht. Doch acht Jahre im Dienste der Wissenschaft haben der promovierten Zoologin gereicht. Auch sie brauchte Zeit, um sich für die Zukunft zu orientieren.

Aufgaben außerhalb der Station

Auch die Arbeit mit Kindern gehört zur Umweltstation. Archivfoto: Strasser

Der Bundesfreiwilligendienst, den beide derzeit beim LBV leisten, sei ideal dafür, sagen Fäth und Kunz. Ihre Aufgaben: Sie kümmern sich um die aufgenommenen Vögel der Station, halten aber auch Vorträge zu Umweltthemen für Schulklassen. „Wir sind auch für die Besucher da und können Hintergrundinformationen über unsere Patienten liefern“, erklärt Kunz. Phasenweise trauert sie dem Alltag in der Forschung nach, sagt sie. Doch die Abwechslung zwischen den Bildungsvorträgen und dem Arbeiten mit den Tieren bereite ihr große Freude. Während ihrer Dienstzeit können beide ihr Wissen mit individuellen Fortbildungen vertiefen.

Für Lucas Fäth ging es schon am ersten Tag zur Sache. „Ich musste mit einem Schwarzstorch zum Tierarzt fahren“, erklärt er. Nach dem turbulenten Start sei er behutsam an seine Arbeit herangeführt worden. „In den ersten Wochen habe ich gelernt, wie man sich an die Vögel herantastet. Aber ich lerne jeden Tag durch meine eigenen Erfahrungen hinzu“, sagt er. Bis zum Ende seiner Bufdi-Zeit im September wird er weitere Routine sammeln. Seine Kollegin Kunz ergänzt: „Man lernt, dass man permanent aufmerksam sein muss.“ Außerdem haben beide nun einen Eindruck davon erhalten, wie die Arbeit von Verbänden aussehe.

Ein freier Platz ist verfügbar

Christoph Bauer leitet die Bezirksgeschäftsstelle. Fotos: Geradtz

Christoph Bauer, Leiter der LBV-Bezirksgeschäftsstelle für die Oberpfalz, ist mit der Arbeit seiner „Bufdis“ zufrieden. „Sie sind sehr engagiert und gewissenhaft. Das erleichtert uns die Arbeit.“ In der Umwelt- und Vogelstation existieren Kapazitäten für drei Bundesfreiwilligendienstleistende. Für den momentan freien Platz nimmt er gerne Bewerbungen entgegen. „Uns wäre recht, wenn jemand mindestens ein Jahr bleiben würde.“ Der Dienst kann auf maximal 24 Monate verlängert werden. Für die Bewerber gibt es keine Vorgaben, was das Alter betrifft, die Grenzen sind nach oben offen.

Bundesfreiwilligen Dienst

  • Einführung:

    Der Bungesfreiwilligendienst wurde 2011 nach der Aussetzung der Wehr- und Ersatzdienstpflicht eingeführt.

  • Zielgruppe:

    Der Bundesfreiwilligendienst steht Männern und Frauen allen Alters offen. Voraussetzung ist, dass die Vollzeitschulpflicht bereits erfüllt wurde.

  • Dauer:

    Der Dienst wird in der Regel über einen Zeitraum von zwölf Monaten abgeleistet. Die Dienstzeit kann zwischen sechs und 18 Monaten variieren und kann in Ausnahmefällen auf bis zu 24 Monate verlängert werden.

  • Einsatzfelder

    : Der Dienst wird als überwiegend praktische Hilfstätigkeit in gemeinwohlorientierten Einrichtungen geleistet.

  • Entlohnung:

    Für den Dienst erhalten die „Bufdis“ ein Taschengeld bis zu 381 Euro pro Monat. Die Arbeitskleidung, die Unterkunft und die Verpflegung werden ihnen gestellt oder vergütet.

  • Statistik:

    Laut dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben leisteten im April 41 276 Personen einen Bundesfreiwilligendienst. Die größte Gruppe waren Personen bis zu einem Alter von 27 Jahren (rund 30 000).

  • Alternativen:

    Für Jugendliche und junge Erwachsene bis zu einem Alter von 27 Jahren bietet das Freiwillige Soziale Jahr oder das Freiwillige Ökologische Jahr ebenfalls die Möglichkeit, sich nach dem Schulabschluss, einer Ausbildung oder einem Studium zu orientieren.

Die Beteiligten sind sich einig: Ideal wäre es, wenn es eine Übergangszeit gebe, in der sich die neuen Mitarbeiter mit den Erfahrenen austauschen könnten.

Die Vogel- und Umweltstation

Von Montag bis Donnerstag ist die Umweltstation zwischen 9 und 12.30 Uhr sowie am Nachmittag von 14 bis 16.30 Uhr für Besucher geöffnet. Am Freitag ist die Vogelpflegestation zwischen 9 und 13 Uhr geöffnet. Außerhalb der Öffnungszeiten kann die Vogelstation für Kindergeburtstage, sonstige Veranstaltungen und Führungen gebucht werden. Seit einigen Jahren kooperiert die Umweltstation mit der Marktgemeinde Regenstauf beim Programm in den Oster- und Sommerferien.

Das Angebot der Umweltstation bietet nicht nur Informationen über die heimischen Vögel, sondern auch über die Lebensräume anderer Tiere. Das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit zeichnete die Vogel- und Umweltstation 2012 als Partner des Netzwerks „Umweltbildung.Bayern“ aus.

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