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Donnerstag, 21. September 2017 19° 2

Energie

Tennet stellt sich den Bürgerfragen

Bei Infoveranstaltung konnten sich Regenstaufer über geplante Stromtrasse informieren. Einige sehen das Projekt skeptisch.
Von Daniel Geradtz, MZ

  • Kunststoffrohre, durch die Strom-Erdkabel gezogen werden, sind auf einer Baustelle verlegt worden. Foto: dpa
  • Bürger wie Dr. Harro Lührmann (r.) informierten sich über die Stromtrasse. Foto: Geradtz

Regenstauf.Zwischen 16 und 20 Uhr öffnen sie derzeit die Pforten für die Besucher. Denn nachmittags informieren die Mitarbeiter von Tennet die Bürger über den aktuellen Stand der Planungen des Südost-Links. Dazu zieht der Netzbetreiber aktuell durch die Regionen, die im Bereich des geplanten Korridors liegen. Im Landkreis waren sie zwischen Montag und Mittwoch unterwegs.

Am Mittwoch steuerte Tennet Regenstauf an. Zehn Mitarbeiter stellten sich den Fragen der Bürger. „Die Veranstaltungen haben eher einen informativen Charakter“, erklärte Pressesprecher Markus Lieberknecht. In der ersten Phase konnten sich die Bürger im vergangenen Jahr in den Planungsprozess einbringen. Das geht heute nicht mehr, wird aber in späteren Planungsphasen wieder möglich sein. Wo sich die Stromtrasse letztendlich erstreckt, wird frühestens 2020 mit Abschluss des Planfeststellungsverfahrens entschieden. Bis dahin entwickeln mehrere Bundesfachplanungen der Bundesnetzagentur und von Tennet die Planungen weiter.

Bürger sind skeptisch

Als die Tennet-Mitarbeiter am Tag zuvor in Wörth Halt machten, stand auch das Thema Brennberg auf dem Programm. Im Ortsteil Himmelthal wachsen seltene Pflanzen. Genau dort könnte aber ein Korridor verlaufen. Tennet-Planerin Dr. Silke Rendigs kann die Sorgen der Anwohner verstehen: „Natürlich ist es eine schwierige Situation, weil sie betroffen sind, so lange es keine endgültigen Korridore gibt.“

Die Bürger, die sich am Dienstag beim sogenannten „Infomarkt“ informierten, stehen der Stromtrasse zum Teil skeptisch gegenüber. „Die Verantwortlichen sagen, die Abstrahlung sei gering. Aber die Frage ist, wie umweltverträglich es eigentlich ist“, sagt Renate Knipfer. Die Landwirtin setzt selbst schon auf Strom aus regenerativen Quellen und findet, dass den Hausbesitzern mehr Anreize geschaffen werden sollten, Photovoltaik-Anlagen anzubringen. Davon, dass das ausreichend Strom wäre, damit der Süden mit genügend versorgt wird, ist sie aber auch nicht überzeugt: „Vermutlich reicht das für die Industrie nicht.“

Dr. Harro Lührmann wäre von einem Trassenverlauf zwischen Zeitlarn und Regenstauf betroffen. Die Trasse würde dann dort verlaufen, wo er regelmäßig spazieren geht. Er war aus fachlichem Interesse zum Infomarkt gekommen. Ihm hätten die Gespräche verdeutlich, wie umfangreich die Planung sei.

Mehr als nur Stromtransport

„Ich habe erfahren, mit welchem unheimlichen Aufwand versucht wird, die Komplexität in den Griff zu kriegen.“ Gleichwohl sei ihm klar, dass der Südost-Link notwendig sei. Dabei käme es nicht nur darauf an, Strom in den Süden zu transportieren, sondern auch darum, eine Balance im Versorgungsnetz herzustellen.

Ein Regenstaufer stellt hingegen die Frage nach der Finanzierung, die ihm bislang noch nicht erklärt worden sei. Stattdessen würde es häufig um die Probleme und Hindernisse gehen. Es sei sicher, dass am Ende der Kunde für die Kosten aufkommen würde. Wegen der langwierigen Umsetzung hält er es auch für utopisch, dass das Kraftwerk Isar 2 wie geplant Ende 2022 abgeschaltet werden kann.

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