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Samstag, 16. Dezember 2017 10

Bildung

Schüler engagieren sich außerordentlich

Sie setzen sich gegen Ausgrenzung ein oder spielen in Musikgruppen. Das Besondere: Sie entwarfen am PC ein Maskottchen.
Von Sieglinde Geipel

Für das Engagement der Schüler erhielt die Realschule eine Urkunde. Fotos: Geipel

Regenstauf.In einer Feierstunde wurden sie nun geehrt: Die Schüler der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule zeigen seit vielen Jahren großes außerunterrichtliches Engagement. Mit dieser Auszeichnung werde nicht die Schule gewürdigt, sondern die Schüler und die Lehrkräfte, betonte Schulleiter Markus Hartl in seiner Begrüßung. Sie bringe die Schule auch in Zukunft weiter nach vorn.

Die Ministerialbeauftragte Maria Kinzinger würdigte die bemerkenswerten außerunterrichtlichen Aktivitäten, die überregional große Beachtung fänden. Kinzinger zitierte Oscar Wilde mit den Worten: „Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert“. Auf die Schule übertragen könne es lauten: „Die täglichen Unterrichtsstunden geben der Schule ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert“. Deshalb sei es ihr eine große Freude, die Schule im Rahmen des Wettbewerbs „Aktivitäten über den Unterricht hinaus“ zum dritten Platz innerhalb des Regierungsbezirkes zu beglückwünschen.

Schule ohne Rassismus

Die Auszeichnung ging an die Schule, weil sie sich an den Projekten „Fairtrade-Schule“ und „Partnerschule Verbraucherbildung“ sowie an den zahlreichen Aktionen zur Werteerziehung und Persönlichkeitsbildung beteiligt, erklärte Kinzinger. Außerunterrichtliche Aktivitäten seien die zentralen Verbindungen zwischen dem Lernen und dem Leben. Die Realschule Regenstauf beschränke sich nicht nur auf Wissensvermittlung, sie werde durch ihre Aktivitäten „über den Unterricht hinaus“ zum Lern- und Lebensraum der Schüler, hob Kinzinger hervor. Als „Fairtrade-Schule“ setze die Realschule ein wichtiges Zeichen für Solidarität und leiste einen engagierten Beitrag für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Produzenten in den Entwicklungsländern. Mit der Teilnahme am Projekt „Partnerschule Verbraucherbildung“ setzen sich die Schüler für die Umwelt ein und übernehmen damit Verantwortung für die Zukunft, stellte Kinzinger fest.

Neben diesen beiden Projekten werden unter anderem verschiedene Aktionen im Rahmen der „Schule ohne Rassismus“ und dem Hans-Weber-Preis für Demokratie und Toleranz durchgeführt. Bei allen Projekten und Aktionen können sich die Schüler freiwillig gemäß der eigenen Stärken und Interessen einbringen.

Über den Preis und die Schule

  • Preis:

    Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zeichnet jährlich in jedem Regierungsbezirk diejenigen Schulen aus, die bei den außerunterrichtlichen Aktivitäten der Schüler an Realschulen besonders erfolgreich waren.

  • Begründung:

    Die Auszeichnung für den dritten Platz begründet sich in den Projekten „Fairtrade-Schule“ und „Partnerschule Verbraucherbildung“. An den außerunterrichtlichen Aktivitäten beteiligen sich 54 Prozent der Regenstaufer Realschüler.

  • Aktivitäten:

    Die Schüler können sich unter anderem im künstlerischen und im technischen Bereich engagieren.

Dies reicht im musikalischen Bereich von der Bläserklasse über die Big Band, den Schulchor, der Schulband bis hin zum musischen Abend. Besonders groß ist das Angebot auf dem sozialem und gesellschaftlichem Gebiet. Hier helfen zum Beispiel die Lerntutoren, ältere Schüler, den jüngeren Schülern bei Lern- und Verständnisproblemen in allen Fächern. Eine Umfrage unter den Tutoren zeigte, welche Motivation hinter dem Engagement steckt: Die Schüler übernehmen die Aufgabe vor allem um Mitschüler zu unterstützen. Im letzten Schuljahr waren Lerntutoren für 66 Schüler im Einsatz, wie Konrektorin Dr. Svenja Meindl erklärte. Des Weiteren engagieren sich Schüler in den Bereichen Gewaltprävention, Suchtprävention, „Jung unterstützt Alt“ (JUNA), „Schule ohne Rassismus“ oder als Streitschlichter, als Busbegleiter, als Schulsanitäter, oder bei Spendenaktionen, bei der Woche der Nachhaltigkeit und im beruflichen Bereich.

Neuntklässler gestalten 3D-Figur

Außerdem gibt es weitere Angebote im künstlerischen Bereich mit der Schauspielgruppe, im IT-Bereich mit den Arbeitsgruppen Robotik, Programmieren und der Schulhomepage. Die Realschule bietet Kurse zum Lernen der tschechischen Sprache und unterhält einen Kontakt mit einer tschechischen Partnerschule. Weitere Aktivitäten sind die Aktiv-Stunde in den fünften Klassen mit dem Ziel, jeden Schüler durch den Aufbau von Lern- und Lebenskompetenzen zu stärken oder auch die Projekte „Sport und Ernährung“ sowie die „Perfekte Pizza – plastikfrei“.

Bei der Aktion „Schmucksteinbergwerk – Robotik“ entwarfen Neuntklässler am Computer ein 3D-Maskottchen. Sie entwickelten ein ganzes Konzept, wie Kinder für das Thema begeistert werden könnten. Die Aktion war eine Kooperation mit dem Schmucksteinbergwerk in Bach.

An den beständig existierenden, außerunterrichtlichen Gruppen beteiligten sich 396 Schüler, das entspricht 54 Prozent der Schüler. Das freiwillige Engagement hat viele Vorteile für den einzelnen Schüler, stellte Konrektorin Meindl dar. Es fördert Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und führt zu mehr Selbstvertrauen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass positive Gefühle und das Bewusstsein der Selbstwirksamkeit als Basis für erfolgreiches Lernen sehr förderlich sind. Für die Gesamtheit der Schule wird dadurch ein positives Schulklima nach dem Schulmotto „Wir machen Schule gemeinsam“ geschaffen. Außerdem trägt es zur Identifikation mit der Schule bei.

Aber nicht nur die Schüler und die Schule profitieren von den verschiedenen außerunterrichtlichen Aktivitäten. Auch für die Lehrkräfte, die freiwillig viele Stunden ihrer Freizeit investieren, ergeben sich Vorteile. So können sie ihre eigenen Interessen und Schwerpunkte, die über den Lehrplan hinausgehen, einbringen und weitergeben. Außerdem lernen sie die Schüler als Person besser kennen. So können sie die Fähigkeiten und Stärken ihrer Schüler jenseits des Fachunterrichts besser einschätzen. Sie bauen eine positive Schüler-Lehrer-Beziehung auf und erreichen oft auch eine höhere Berufszufriedenheit.

Die Entwicklung von jungen Persönlichkeiten, die sich gemäß ihren Stärken in die Gesellschaft einbringen können und sich für Werte einsetzen, hat nicht zuletzt auch große Vorteile für die Gesellschaft, sagte Konrektorin Meindl.

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