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Mittwoch, 22. November 2017 10° 3

Fasching

Viel Liebe und ein Zauber-Bürgermeister

3000 Zuschauer wollten am Dienstag Wenzenbachs Gaudiwurm sehen. 18 fantasievoll kostümierte Gruppen zogen durch die Straßen.
Von Ralf Strasser, MZ

  • „Love not war!“ – Diese Motto kam am Dienstag beim Wenzenbacher Faschingszug sehr gut an. Fotos: Ralf Strasser
  • Wird Harry den Wenzenbacher Finanzskandal wegzaubern? Bürgermeister Sebastian Koch als Zauberlehrling
  • Eine Schottendame vom Wanderverein
  • Die Baudamen der Powergymnastik des SV Wenzenbach

Wenzenbach.Der Endspurt im Wenzenbacher Fasching beginnt mit einer Frage. Wer sagt denn, dass nur Kölner, Mainzer oder Düsseldorfer feiern können? Auch diesseits des Weißwurschtäquators sind die Maschkerer keine muffeligen Stubenhocker.

Die Antwort gaben die lustigen Narren aus Wenzenbach mit einem Gaudiwurm, der sich humorvoll, sympathisch und mit einem enorm hohen Spaßfaktor durch den Ort schlängelte. Als Faschingsversteher hatte man Petrus engagiert, der den Himmel blau malte und die Sonne um die Wette lachen ließ.

Nach dem WarmUp auf dem Parkplatz des SV Wenzenbach gab Cheforganisator Franz Zweckerl den Startschuss. Die Feuerwehren aus Hauzen-stein und Wenzenbach waren hochkonzentriert zur Absicherung bereit, die Stimmung ausgezeichnet, das Kinderprinzenpaar Ayleen I. und seine Tollität Thomas II. setzten sich im Prunkwagen zurecht.

Dann griffen die Regenstaufer Musikanten zu Trommel und Trompete, der Bürgermeister zog noch einmal seinen Harry-Potter-Hut zurecht, dann ging es los mit dem Faschingszug 2015.

An die 3000 Zuschauer hatten sich mittlerweile eingefunden und standen bis auf zwei oder drei Faschingsmuffel kollektiv am Straßenrand. Mit ausgelassener Fröhlichkeit und viel guter Laune begrüßten sie die 18 Gruppen der Faschingsparade, die sich als Gaudiwurm vier Kilometer durch Wenzenbach schlängeln sollte. Fahrzeuge und Motivwägelchen rollten, Fußgruppen flanierten und tanzten durch die Hauptstraße – vorneweg der Bürgermeister als Zauberlehrling.

„Viele sagen, ein Bürgermeister sollte auch zaubern können“, meinte der Sebastian Koch mit einem verschmitzten Lächeln. Vielleicht stimmt es, zumindest zauberte er kiloweise „Quietscheentchen“ und Popcorn hervor. Luftschlangen, Freibier, Gaudi, fantasievolle Masken und Staffage – die Wenzenbacher sind für ihre Fantasie bekannt und lebten sie auch in vollen Zügen aus.

Die Schotten vom Wanderverein marschierten mit ihren selbst geschneiderten Röckchen, ein „zamma gwürfelter Haufen“ (Original-Ton) versuchte sich als Stauberater inklusive der vierrädrigen Stauverursacher, tapfere Ritter, sanfte Feen, ein wilder Drache und bezaubernde Prinzessinnen vom MGV und den Chorifeen mischten sich unters närrische Volk und die „Buerger“ kochten ihr eigenes Rathaussüpperl mit feschen Damen und einem Joachim Böhm als Chefkoch.

Den TSG-Aufknallern war Conchita eher Wurst, der Schützenverein Weihertaler bewachte als FBI verkleidet einen ehemaligen Bürgermeister und Geschäftsführer nebst Uli Hoeneß, dicht gefolgt von den Probstberger Kollegen, die eher einen Schleichweg zum Roither Berg suchten.

Elvis und die Venezianer tanzten, die Baudamen der Powergymnastik bauten ihr „Glück zuhause“ und ein Arzt der Damengymnastik verpasste die kommunale Immunspritze.

Von den Wagen regnete es Bonbons und Schokolade, es wurde Freibier ausgeschenkt und die Schnapsflascherln machten die Runde. „150 Tonnen Süßigkeiten wie bei den Kölner Narren haben wir nicht dabei, aber gut vier Zentner Leckereien wurden es schließlich doch“, sagte Franz Zweckerl.

Nach gut eineinhalb Stunden Gaudiwurm ging die kollektive Wenzenbacher Fete in den Gaststätten und Vereinsheimen weiter.

Der Faschingszug

  • Tour:

    Quer durch Wenzenbach ging es an gut 3000 Zuschauern vorbei, auf einer Strecke von insgesamt vier Kilometern Länge. Insgesamt 18 teilnehmende Gruppen mit Motivwagen und als Fußgruppen warfen sich in närrische Schale. Unters Volk gebracht wurden einige Hektoliter Freibier, viereinhalb Zentner Süßigkeiten und gelbe Quietscheentchen gab es vom Bürgermeister.

  • Geschichte:

    Am Faschingsdienstag vor 55 Jahren beim Frühschoppen beim „Schleinkofer“. Alois Reisinger und Josef Gold saßen zusammen mit Alois Schmalzl, Heiner Sperl und Wirt Hans Schleinkofer. „Warum gibt’s bei uns keinen Faschingszug“ fragte der Alois in die Runde. Kurz darauf machten sich die Vier auf den Weg durchs Dorf und animierten als Braut und Bräutigam verkleidet und einem Leiterwagerl die Wenzenbacher zum Mitmachen. So entstand der erste Faschingszug in Wenzenbach.

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