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Mittwoch, 24. August 2016 30° 1

Tiere

Wurden gefährliche Giftköder ausgelegt?

Eine besorgte Facebook-Userin warnt Hundehalter vor dem Gassigehen auf dem Radweg Bernhardswald und Wenzenbach.
Von Martina Schaeffer, MZ

Wenzenbach.Auf Facebook macht eine Nachricht in Hundehalterkreisen die Runde: Aus „gegebenem Anlass“ wird eine Warnung an alle Hundehalter gepostet, „die am Radlweg Wenzenbach, Bernhardswald, Hauzendorf Gassi gehen“. Denn dort lägen Giftköder aus, schreibt eine besorgte Facebookerin der Seite „Hunderudel Regensburg“ ins digitale Buch.

Und weiter: „Erst hat es in Wenzenbach einen fünf Monate alten Golden Retriever erwischt, er hat es leider nicht überlebt, dann Peppy und jetzt eine Hündin aus der Nachbarschaft, bei der es noch nicht sicher ist, ob sie es schafft“, mahnt die besorgte Facebook-Nutzerin und betont: „Passt auf eure Fellnasen auf und warnt Leute, die ihr kennt, die dort gehen.“

Panikmache oder doch ernster Anlass? Die MZ fragte nach: Der Polizei ist kein solcher Fall im Raum bekannt, wie der Leiter der Polizei-Inspektion Regenstauf, Erster Polizeihauptkommissar Klaus Baumer mitteilt. Doch er wolle vorsichtshalber eine Streife zum Nachschauen losschicken. Auch beim Tierschutzverein Regensburg schüttelt man mit dem Kopf. Solche Fälle kämen zwar immer wieder mal vor, doch aktuell sei dem Verein keiner gemeldet worden, sagt die stellvertretende Vorsitzende Christine Hirschberger auf Nachfrage. Kein solcher Fall bekannt, winkt auch der Bernhardswalder Tierarzt Rupert Weber ab und verweist die Meldung eher in den Bereich „urbane Legenden“, die immer mal wieder aufflackerten.

Doch in der Kleintierpraxis von Dr. Sabine Knue in Wenzenbach hört man von solchen Fällen des Öfteren. „Wir werden sehr viel angerufen“, bestätigt die Tierärztin. Allerdings jetzt aktuell auch nicht sehr viel mehr als sonst. Ob es wirklich jemanden gibt, der auf dem besagten Radweg Giftköder auslegt, kann auch Knue nicht definitiv sagen. Denn der Nachweis sei nicht einfach zu führen. Sie kennt den Fall des jungen Golden Retrievers, der angeblich Opfer einer solchen Vergiftung geworden sein soll. Der Hund wurde tot in ihre Praxis gebracht. Doch der Nachweis einer Vergiftung sei auch bei diesem Tier nicht gesichert. Sie habe zur Sektion geraten, schildert die Tierärztin. Doch die Besitzer wollten dies nicht, sie hätten den Tierkörper in dem Falle dann nicht mehr zurückbekommen.

Grundsätzlich aber rät die Veterinärmedizinerin Hundehalter zu Achtsamkeit. So solle besonders auf die Symptome bei Tieren geachtet werden. Blutiger Urin, blaue Flecke könnten auf Rattengift deuten. Das wirke auch mehrere Tage verzögert. Pflanzenschutzmittel hingegen lösten eher Magen-Darm-Probleme aus. Wenn das Tier erbricht, Durchfall hat oder außergewöhnlich viel Speichel, sollte man ohnehin zum Tierarzt gehen, so Dr. Knue.

Aber auch in der eigenen Küche drohen Gefahren, besonders um die Adventszeit. Denn: „Bitterschokolade ist für die Hunde tödlich“, unterstreicht die Tierärztin. Je bitterer desto mehr. Auch Frostschutzmittel, das süß schmeckt, ist für Hunde gefährlich. Pfützen sollten deshalb schnell aufgewischt werden. Gefährliche Köder seien oft an den intensiven Farben, türkis oder pink, zu erkennen. „Man sollte immer draufgucken“, sagt die Tierärztin aus Wenzenbach. Aber auch: „Ich sehe keinen Grund für Panik.“

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