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Nostalgie

Wer ist stärker – Käfer oder Mensch?

Beim 27. Käfertreffen knatterten rund 300 Kugelporsches ins Wörther Gschwelltal. Höhepunkt war das beliebte Käferziehen.
Von Peter Luft, MZ

Das beliebte Käferziehen lockt traditionell viele Fans der runden Volkswagen ins Wörther Gschwelltal. Fotos: Peter Luft

Wörth.Für zwei Tage mussten Fuchs und Hase das idyllische Gschwelltal mit vielen Käfern teilen. Gemeint sind die blank geputzten Autoschönheiten der Wolfsburger Marke. Das 27. Treffen der „Käferfreunde Bayerwald“ war am Wochenende eine rekordverdächtige Großveranstaltung mit neuen Ideen für die ganze Familie.

Der aktive Verein kann heuer auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken. Das Treffen war sozusagen eine Jubiläumsausgabe. Es war eine Augenweide für Hunderte von Besuchern bei einer guten Organisation der Vereinsfunktionäre. Zur Autoschau ließ enVorsitzender Peter Fischer aus Kirchroth mit seinem Stellvertreter Erwin Dummer aus Weihern die gepflegten Volkswagen unterschiedlicher Modelle und Typen auffahren.

Ein Volkswagen zum Mitnehmen

Egal ob mit oder ohne Sonnenblende, als begehrtes Turbomodell, in der Oldtimer-Schau als Beiprogramm stach ein 48 Jahre alter NSU Prinz in die Augen. Mit viel Applaus wurde an Labertaler-Chef Frank Sillner ein sanierter VW Carman Ghia, von Vereinsfunktionären aufgemöbelt, übergeben. Gut lief auch der Teilemarkt.

Der Festplatz war auch zugleich Campingplatz. Bei der Pokalverleihung am Sonntag im Rahmen des Frühschoppens im Bierzelt war bei der Verlosung ein Volkswagen – gleich zum Mitnehmen – zu gewinnen. Musikalisch mischte die Partyband „Mir sans“ den zahlreichen Besuchern auf.

Absoluter Höhepunkt des Spektakels war wieder das Käferziehen mit dem Strick. Weiterer Höhepunkt des kurzweiligen Käferfestes war das spaßige Luftmatratzenrennen. Keine Geringere als Tanja Schweiger gab am Waldbad den Start für die Gaudi. Die Landrätin wurde mit Gefährten Hubert Aiwanger und Sohnemann Laurenz mit der vereinseigenen VW-Limousine abgeholt. Es war ein Surren und Brummen und teilweise ein großes Hupkonzert, als die putzsauberen Käfermodelle im Areal im Gschwelltal eintrafen. „Gestern kamen schon 123 Fahrzeuge an“, verteilt die Frau am Eingang zum Eintritt je einen Strohhut mit Hutband an die Teilnehmer als Begrüßungsgeschenk.

27. Käfertreffen im Wörther Gschwelltal

„Wir sind heute mit drei Autos da“, winkt ein Käfer-Profi aus Seubersdorf bei Neumarkt seiner Gattin und Sohnemann zum Parken ein. Da stehen sie nun. Die Käfermodelle präsentieren sich aus allen Himmelrichtungen des Landes und des benachbarten Auslands. Von himmelblau bis rosarot und schokoladenbraun oder eidechsengrün. Die Volkswagen waren von Trauben von Menschen umstellt. „Wir kommen jetzt zum dritten Mal. Der Platz hier ist goldig“, schwärmt eine Dame aus Passau. „Das Käferauto hat eine Polyester-Karosserie“, zeigen Freunde aus Österreich ihr Modell.

„Wetter gut. Stimmung gut. Bei uns passt alles. Jeder von uns weiß, was er zu tun hat. Das klappt. Wir haben uns auch einen neuen Grillwagen gebaut. Die Jugend verkauft Eis. Zwei Kumpel verkaufen Butterbrot mit Radi. Man trifft so viele bekannte Gesichter. Es ist ein Treffen zum Verlieben“, sagte Clubvorsitzender Peter Fischer und schwärmt von der Mitarbeit.

Es raucht und stinkt...

Polizei und Rotes Kreuz haben sich zum Höhepunkt des zweitägigen Treffens postiert. Das traditionelle Käferziehen kann pünktlich beginnen. Clubchef Fischer hebt die Hand zum Start. Vize Dummer stellt seine Stoppuhr ein. In den Spezialkäfer ohne Türen, Einstieg von oben einspringen, steigt Sam, der Lenker. „Die Karre hat 68 PS“, sagt der Steuermann und gibt auf Kommando Gas.

Hinten dran eine riesige Menschentraube, die mit dickem Strick den Käfer herhalten und nach hinten über die rote Linie ziehen und mehrmals gewinnen. Es raucht und riecht wie bei einer Asphaltmischanlage. Auch die Kinder haben ihren Spaß.

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70 fleißige Arbeitsbienchen

  • Treffen: „Zum Käfertreffen werden wie jedes Jahr ca. 300 bis 350 Automobile aller Art von Typen und Klassen erwartet“, sagt Peter Fischer.

  • Mitglieder: „Wir haben 90 Mitglieder, von denen beim zweitägigen 27. Käfertreffen rund 70 als fleißige Arbeitsbienchen im Einsatz sind“, sagte der Vorsitzende im Gespräch mit unserem Medienhaus .

  • Organisation: Nicht nur die Autos fahren schon fast von selbst, sondern auch die Organisation und das drum herum verlaufen ohne Probleme und von selbst. Darüber freuen sich die beiden Vorsitzenden Peter Fischer und Christian Dummer besonders.

  • Typklassen: Es gibt die Ausführung Käfer in drei Variationen mit unterschiedlichen Rückwärtsfenstern: Die Reichsmarkausgabe mit dem Brezl- oder auch gesagt Zwitterrückfenster, das abgeteilt ist. Dann kommt der Käfer mit dem ovalen Rückfenster und verstärktem Holm. Das letzte und jüngste Modell hat dann das große „Schaufenster“ in der Rückfront mit etwas geschwächtem Holm“, erzählt eine aus Österreich Angereiste.

  • Ausstattung: Die ersten Käfer waren mit einem „Reimdreiber“ – mit Winker als Blinkerersatz ausgestattet. Der starre Winker als Richtungsanzeiger war beleuchtet. (llu)

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