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Sonntag, 25. September 2016 22° 1

Tiertragödie

Wieder ist eine Katze verschwunden

Gisela Koschig aus Geisling beklagt zum zweiten Mal den Verlust eines Tieres. Hat ein Jäger auf den Vierbeiner geschossen?
von Walter Schiessl, mz

  • Gisela Koschig versteht die Welt nicht mehr. Der Geislingerin kam zum zweiten Mal eine Katze abhanden. Foto: Schießl
  • Diese erschossene Katze entdeckte die 48-Jährige vor einem Jahr.

Wörth.Gisela Koschig ist mehr als traurig. Zum zweiten Mal ist eine ihrer Katzen spurlos verschwunden. „Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll“, sagt die 48-jährige Geislingerin mit tränenerstickter Stimme. Wie oft sie seit dem Verschwinden von „Sami“ schon die nähere und weitere Umgebung um ihr Wohnhaus herum abgesucht hat, weiß sie längst nicht mehr. Der Kater habe sich immer im selben Revier aufgehalten, habe dort nach Mäusen gejagt und sei stets wieder ins Haus zurückgekommen.

Doch jetzt gibt es seit fast zwei Wochen keine Spur, kein Lebenszeichen von „Sami“, den die Halterin gar mit einem GPS-Halsband ausgestattet hatte, um ihn möglichst schnell orten zu können. Bereits vor einem Jahr war ihr Kater „Mogli“ verschwunden. Sie fand ihn nie wieder, entdeckte aber kurze Zeit später nahe der Geislinger Hauptstraße eine Katze mit einem Einschussloch. Ermittlungen nach dem Schützen waren aber im Sand verlaufen.

Gisela Kosching wohnt zusammen mit ihrem Lebensgefährten Reinhard Uhl (58) und ihren geliebten Katzen in einem Mietshaus in der Bürgermeister-Zitterer-Straße. Zum Wohl des Paares gehörten einst auch acht Katzen, die sich nach dem Tod „Mogis“, dem Verlust von „Sami“ und dem Tod eines weiteren Tieres, das sie einschläfern lassen musste, auf fünf reduziert haben.

Einschussloch im Fell

Das Leben mit den Katzen ist für die Ausfahrerin, die bei einem Geflügelbetrieb angestellt ist, „sehr, sehr schön.“ Die Tiere seien wirklich wie Familienmitglieder, sie verstünden sehr viel und seien auch anhänglich, sagt Gisela Koschig. „Ohne Katzen möchte ich nicht mehr sein“, fügt die Geislingerin an. Sie und Reinhard Uhl seien all die Jahre wirklich sehr glücklich mit den acht schnurrenden Miezen gewesen.

Die 48-Jährige kann sich noch gut daran erinnern, wie sie „Mogli“ und seinen Bruder „Sami“ von Völling unweit von Falkenstein nach Geisling geholt hatte. Eine Freundin hatte ihr zuvor mitgeteilt, dass ein Bauer im Vorwald Katzen zu verschenken hatte. „Da hab‘ ich mich auf den Weg gemacht und die zwei lieben Tierchen geholt“, erzählt Gisela Koschig.

Das sei vor sechs Jahren gewesen, die Kater hätten sich bestens in die Welt von Gisela Koschig und Reinhard Uhl eingefügt. Ein erstes jähes Ende fand die Idylle Anfang August 2014, als „Mogli“ plötzlich spurlos verschwunden war. Sie suchte auch damals die ganze Umgebung ab – ohne das Tier jemals wieder zu entdecken. Aber sie fand wenige Tage später unweit ihres Grundstücks eine tote Katze, die ein Einschlussloch im Fell hatte. „Damals wurden einige Verdächtigungen ausgesprochen“, erinnert sich auch Josef Schweiger, der Chef der Wörther Polizeiinspektion. Einen Tatverdächtigen konnten die Gesetzeshüter damals nicht schnappen.

Gisela Koschig stattete daraufhin alle ihre Tiere mit einem GPS-Halsband aus. Damit kann man die Katzen mit dem Handy bis zu einer Entfernung von 200 Metern orten. Doch auch das half ihr nicht, auf die Spur von „Sami“ zu kommen. „Ich hoffe nicht, dass er das gleiche Schicksal wie Mogli erleidet“, sagt die Frau, während sie mit den Tränen kämpft. Seit dem Verschwinden des Katers hat sie immer wieder die Umgebung abgesucht, meist zu Fuß, oft mit dem Fahrrad. Bis nach Pfatter weitete sie ihre Erkundungen aus. „Ich möchte nichts unversucht lassen, Sami wiederzufinden. Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt nicht vom Schlimmsten aus“, sagt Gisela Koschig, die immer noch hofft, das Tier lebe noch und habe sich einfach verlaufen.

Die 48-Jährige ist ratlos

Allerdings gibt der Frau das Verschwinden von mehreren Katzen in letzter Zeit große Rätsel auf. „Bei einer meiner Nachbarinnen kamen zwei junge Katzen weg“, sagt Gisela Koschig, auch bei anderen Geislinger Tierliebhabern seien die possierlichen Vierbeiner über Nacht einfach verschwunden.

„Ich hoffe nur, dass sich nicht irgendein Jäger sein Mütchen gekühlt und die Katzen erschossen hat“, sagt die 47-Jährige. Sie appelliert an die Anwohner, die Augen offen zu halten und ihr eventuell auch bei der Suche nach „Sami“, der nur noch einen Reißzahn hat, zu helfen. Die Kontaktierung mehrerer Tierheime in der Umgebung habe nichts gebracht, sagt die Gisela Koschig. „Ich weiß wirklich nicht, was ich noch machen soll“, sagt die 48-Jährige.

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