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Montag, 20. November 2017 3

Politik

Die intelligente Straße ist die Zukunft

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt nimmt sich in Zeitlarn Zeit für die Bürger. Impulse müssten aus der Region kommen.
Von Ralf Strasser, MZ

Auch für Autogramme nahm sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Zeit. Foto: Strasser

Zeitlarn.Der Minister kommt zu spät. Er darf das, meint lächelnd der CSU-Fraktionsvorsitzende im Zeitlarner Gemeinderat, Gerhard Lautenschlager. „Termin beim Bayernwerk in Regensburg“, wird später Alexander Dobrindt, zuständig für Verkehr und digitale Infrastruktur im Bund, entschuldigend erklären. Der Empfang ist herzlich. Fotos werden gemacht, Autogramme gegeben, Umarmungen ausgetauscht. „Eher ungewöhnlich freundlich für einen Bundesminister“, meint er schmunzelnd. Auch das Goldene Buch, in das er sich bei Bürgermeister Franz Kröninger (SPD) einträgt, habe einen schwarzen Einband, bemerkt er.

Viele Granden der CSU sagen „Grüß Gott“ zum Gast: MdB Astrid Freudenstein, MDL Sylvia Stierstorfer, die Regensburger Stadträte Franz Rieger und Josef Zimmermann und der Bundestagskandidat Peter Aumer.

Autoindustrie ist bedeutend

Referat und Podiumsdiskussion stehen auf der Tagesordnung, für beides nimmt sich Dobrindt viel Zeit. Ruhig, mitunter genüsslich, arbeitet er sich im voll besetzten Pfarrsaal der Gemeinde durch seine Themen. Die gute Nachricht: Uns geht es gut, ein guter Teil des Wohlstandes im Lande liegt an der zentralen Autoindustrie, so Dobrindt. „Die sollte man nicht gefährden, wenn politische Gegner meinen, diese ,mit der Axt in der Hand‘ verteufeln zu müssen.“ E-Mobilität, Diesel, Digitalität, schnelles Internet, intelligente Straßen – hier läge die Zukunft Deutschlands. „Wir sollten diejenigen sein, die diese Themen nicht anderen überlassen.“

Und natürlich die Maut, die er als logisch und EU-konform bezeichnet. „Martin Schulz hat nichts verstanden, wenn er die Maut wieder abschaffen will. Vier Milliarden Euro kommen so zweckgebunden den Straßen zugute und wandern nicht, wie die Kfz-Steuer, zum Finanzminister.“ Das Podium, das er mit dem moderierenden Peter Aumer und dem Regensburger Stadtrat Dr.-Ing. Josef Zimmermann besetzt, stellt sich den Fragen, bezieht Stellung zu Wünschen. Eine davon ist die Bahnelektrifizierung in Richtung Osten und eine Haltestelle in Zeitlarn.

Dobrindt für Bahnelektrifizierung

Das eine verfolge er mit Nachdruck, den Haltepunkt könne er zum heutigen Zeitpunkt nicht zusagen. „Ich bin aber dafür“, sagt er und fordert auf, beim Druck über die Politik auf die Bahn nicht nachzulassen. Zimmermann und Aumer beschwören gemeinsame Lösungen von Stadt und Land für einen Verkehrshotspot Regensburg, der bald an seine Grenzen stoße, wenn die prognostizierte Einwohnerzahl von 180 000 erreicht sei.

Peter Aumer gibt Vorlagen, spricht Probleme an, viele regionale Projekte, wie die Verlängerung der Osttangente, der Bau der Regenbrücke bei Sallern oder der Ausbau der A3 bei Regensburg sind notwendig. „Das Geld steht zur Verfügung, ich habe mehr davon als Projekte“, sagt Dobrindt, „wenn Baurecht vorhanden ist, können wir auch finanzieren.“

Die Impulse müssen aus der Region kommen, meint er zur Frage des Ausbaus des öffentlichen Nahverkehrs. ÖPNV-Planungen müssten sich nach dem späteren Bedarf orientieren, auch Start-Up’s wie On-Demand-Taxis, die per App gerufen werden und nach Algorithmen fahren, stehen in den Zukunftsvisionen.

Wie es der Minister mit der Privatisierung der Autobahnen halte, will der Ortsvorsitzende des Sozialverbandes KAB, Reinhold Gebhard, wissen, der KAB sei auf jeden Fall dagegen. „Da bin ich ganz ihrer Meinung, ich bin der, der die Privatisierung verhindert“, sagt Dobrindt und dröselt Fakten und Meinungen zu diesem Thema geduldig auf, nicht ohne kleine Seitenhiebe auf seinen SPD-Vorgänger im Amt des Verkehrsministers.

Viele Themen werden an diesem Abend behandelt, von drohenden Fahrverboten für Diesel bis zu Ladestationen. „Ein gutes Gespräch und total interessant“, sagt der Minister am Ende des Abends und fügt ein Bitte an: „Gehen sie am 24. September zur Wahl.“

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