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Landkreislauf
Sonntag, 19. November 2017 7

Landkreislauf

Bierfreundinnen und ein Dauersieger

Die LSD-Buam sind beim MZ-Landkreislauf die schnellste Staffel. Auch die Prominenz um Harrer und Neef erlebt Besonderes.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Die schnellste Frauenstaffel im Ziel des Mittelbayerische Landkreislaufs in Wörth waren die Bischofshof-Bierfreundinnen (links Susi Schmidt und Sigrid Kraupner). Foto: Lex

Wörth.Für das Wesentliche ist die Zeit unsichtbar. Und dennoch: Auch wenn es beim Mittelbayerische Landkreislauf weder ums Gewinnen noch um die Platzierung geht, wanderte der Blick wieder und wieder auf die Uhr. Jeder der an die 3000 Läufer hatte sein persönliches Ziel – und als allererste Staffel ins Ziel zu kommen, war selbstverständlich trotz hundsmiserablem Wetter auch bei der siebten Auflage eine Freude: Die Zehnercrew vom Laufshirt-Discounter in Maxhütte-Haidhof, die mit ihrer Abkürzung LSD-Buam kurz auf Abwege bringen kann, schaffte die 65,3 Kilometer von Wenzenbach ins Gschwelltal zum Sportplatz des TSV nach Wörth an der Donau in 4:06:49 Stunden.

Bernhard „Bruder“ Schöberl, der so gerne „die verschiedensten Läufe“ absolviert, brachte den Staffelstab um 13.06 Uhr über die Ziellinie und sprach bei Dauerregen davon, dass es vom Wetter her schwierig gewesen sei, vor allem bergab. 3:10 Minuten hinter landete das Zoom-Zoom-Team, das Sebastian Neef für seinen Sponsor Schindlbeck aus Kollegen seiner Sportart zusammengestellt hatte. „Das war das erste Mal, das ich so etwas organisiert habe. Bis auf einen waren es lauter Triathleten“, sagte Neef, der selbst mit den acht Kilometern von Sallern nach Tegernheim eine der leichteren, aber längsten Etappen in Angriff genommen hatte und auch eine der Premieren erlebte: Denn erstmals berührte ein Landkreislauf auch Boden der Stadt Regensburg. In einem zweiten Schindlbeck-Team hatte selbst eine Olympiastarterin wie Corinna Harrer einen „besonderen Moment“, in dem sie die Startetappe von ihrer Heimatgemeinde Wenzenbach aus hinter sich brachte.

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Derweil haderte Sebastian Neef – ganz Topsportler – natürlich auch ein bisschen mit dem Rückstand auf die Sieger: „Bei Etappe vier stand unser Mann erst am falschen Ort. Da haben wir Zeit liegenlassen.“ Liegengeblieben waren von Haus auch ein paar Starter ob der trüben Wetteraussichten. Auf „rund 20“ bezifferte Hauptorganisatorin Alexandra Wildner die kurzfristige Ausstiegsquote der ursprünglich 310 Staffeln. Aber auch sie ließ sich wie die meisten Starter die Laune vom Regen nicht im Ansatz verderben, sondern nahm es nach dem Wetterglück vergangener Jahre gelassen: „Wenn wir so etwas nur alle sieben Jahre erleben, dann können wir damit schon leben.“

EVR: Kein Straftraining im Regen

Ein mehr als verdienter Schluck: Vinodkumar Shrinivas gewann beim sechsten Start zum sechsten Mal den Ultralauf. Foto: Lex

Fast sah es auch danach aus, als wäre die Veranstaltung bei schlechten Bedingungen auch eine Art Straftraining für die an diesem Wochenende spielfreien Eishockeyspieler des EV Regensburg, für die die Vorbereitung auf die Oberliga-Saison bislang eher mau verlaufen war. „Nein, nein, das Wetter hat der Trainer nicht bestellt. Der Trainer ist ja selbst mitgelaufen“, erstickte Youngster Yannick Drews derartige Unterstellungen schmunzelnd im Keim und kam in Eishockey-Spielzeit gerechnet etwas über vier Drittel nach dem Siegerteam ins Ziel. Einträchtig hatten übrigens auf der dritten Etappe, als die flache Strecke noch eine Art „Lauf-Autobahn“ war, die beiden EVR-Staffeln mit Torwart Cody Brenner und Kapitän Billy Trew die sonstige Sportheimat Donau-Arena passiert – ohne Schlittschuhe. Ob die 19-jährige Nummer eins dem Oldie nicht durfte oder wollte, war nicht zu erfahren.

Hier sehen Sie ein Video vom MZ-Landkreislauf:

Der siebte MZ-Landkreislauf

Gesprächiger waren da die Bischofshof-Bierfreundinnen, die in 4:54:04 Stunden 91 Sekunden vor einem der drei Laufteams von Moderator Armin Wolf und 5:04 Minuten vor den LSD-Mädels lagen. „Mit so einem Team macht das Spaß“, sagte Sigrid Kraupner, die das Team „ganz an die Stärken jeder Läuferin angepasst“ zusammengestellt hatte und besondere Charaktere dabei hatte. Wie Susi Schmidt, „unsere Bergziege“. „Ich suche mir immer die Etappe mit den meisten Höhenmetern heraus“, sagt Schmidt. Diesmal war das Etappe Nummer sieben, mit „über 200 Höhenmetern“.

Und dann war da noch die Geschichte von Vinodkumar Shrivinas, dem flottesten der Starter, die die 65 Kilometer nicht mit neun Läuferkollegen, sondern im Alleingang in Angriff nahmen. Sechster Start, sechster Sieg: Das war die Bilanz des 33-jährigen Inders, der im Trikot seines Arbeitgebers AVL antrat, wo er als Vertriebsleiter tätig ist. „Sehr anspruchsvoll“, fand Shrivinas den Kurs, der in der Nähe der regulären Marathon-Distanz von rund 42 Kilometern erst bei Wiesent begann bergig zu werden. Shrivinas lag zunächst an Position zwei und sah bei Kilometer 50 den richtigen Zeitpunkt, sich vom Konkurrenten abzusetzen.

Zuletzt hatte der Landkreislauf-Dauersieger aus Tegernheim bei der Challenge als Staffelteilnehmer bösen Schiffbruch erlitten. „Das ging nicht so gut und lag an meiner falschen Renneinteilung“, sagte Shrivinas und wunderte sich fast, wie locker-flockig es sich dafür im samstäglichen Dauerregen lief. „Hier war ich pro Kilometer elf Sekunden schneller unterwegs als bei der Challenge.“

Im nächsten Jahr nur noch Staffel?

Übrigens: Der Mann, der auch schon bayerischer Meister und zweimal Vize über 100 Kilometer war und für den die 65 Kilometer folglich eher eine „Kurzstrecke“ sind, macht es anders als in Läuferkreisen üblich. Mit dem Alter („Ich will ja noch bis 45 aktiv laufen“) sollen die Rennumfänge nicht wachsen, sondern schrumpfen. „Ich bin ja ein Freizeitsportler und ich mache das, was mir Spaß macht“, sagt Vinodkumar Shrivinas und schmiedet folglich für 2017 andere Pläne: „Ich möchte dann in einem Team laufen“, um sich alsbald selbst zu relativieren: „Aber das habe ich vor drei Jahren auch schon gesagt.“

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