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Regensburg
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Bundestagswahl

1353 Wahlhelfer werden im Einsatz sein

Am 24. September wird der Bundestag gewählt. In und um Regensburg werden viele Freiwillige dafür sorgen, dass alles klappt.
Von Theresa Stangl, MZ

Koordinieren, sortieren, auszählen - die Wahlhelfer haben alle Hände voll zu tun. Foto: dpa

Regensburg.Allgemein, gleich, frei, unmittelbar und geheim muss sie sein: Am 24. September ist Stichtag der Bundestagswahl! Damit alles glatt über die Bühne geht, bedarf es einer guten Organisation.

Der Bundestag wird Ende September zum 19. Mal gewählt. 61,5 Millionen Menschen sind zur Stimmabgabe aufgerufen, drei Millionen davon zum ersten Mal. Für einen reibungslosen Verlauf am Tag der Wahl sorgen unter anderem engagierte Bürger: die Wahlhelfer.

In Regensburg gibt es 105 757 Wahlberechtigte. 1353 Freiwillige arbeiten in den Wahllokalen, 300 Mitarbeiter sind in der Stadtverwaltung mit Vorbereitungen beschäftigt. Die freiwilligen Helfer werden durch besondere Werbeaktionen, wie beispielsweise Verlosungen mit Geld- und Sachpreisen angeworben.

Schnell fanden sich genug Helfer

„Die Stadt Regensburg war heuer in der glücklichen Lage, dass die benötigte Anzahl an Helfern schnell gewonnen werden konnte“, sagt Pressesprecherin Dagmar Obermeier-Kundel. Da es sich bei den Wahlhelfern um Ehrenämtler handle, bekommen sie keinen direkten Lohn für die Arbeit. Jedoch gäbe es ein „Erfrischungsgeld“ als Aufwandsentschädigung. Je nach Tätigkeit bekomme ein normaler Helfer 35 Euro, 45 Euro gäbe es für Wahlvorsteher und Schriftführer.

Mehr als 20 Jahre ist Johann Jobst bereits bei den verschiedensten Wahlen in Regensburg als Helfer engagiert. „Dabei habe ich schon alle möglichen Positionen vom Beisitzer über Schriftführer bis hin zum Wahlvorsteher eingenommen“, sagt Jobst. Er sei auch schon als Vor- und Nachprüfer eingesetzt worden. Bei jeder einzelnen Wahl habe er sich freiwillig auf die Aufrufe der Stadt Regensburg gemeldet.

Gründe dafür gäbe es viele, erklärt Jobst. „Zum einen ist mir als Staatsbürger die demokratische Wahl wichtig, diese funktioniert nur, wenn genügend Helfer da sind.“ Es gibt auch einen Zusammenhang mit seinem Beruf, denn Jobst ist bei der Stadt beschäftigt. Daher möchte er seinen Kolleginnen und Kollegen im Wahlamt unter die Arme greifen.

Als dritten Beweggrund gibt Jobst an, dass er gerne mit Leuten zusammenarbeite. „Bei der Wahl kommen die Wähler in das Wahllokal, um ihre Stimmen abzugeben. Dies hat zur Folge, dass die Leute eigentlich immer nett und guter Laune sind“, sagt Jobst. Dabei würden sich oft interessante Begegnungen und Gespräche entwickeln.

Hintergrund

  • Johann Jobst ist seit mehr als 20 Jahren Wahlhelfer.

  • Allgemein:

    Wählen dürfen alle deutschen Einwohner, die über 18 sind.

  • Unmittelbar:

    Die Wahl erfolgt direkt. Es gibt keine Zwischeninstanz, wie beispielsweise in den USA.

  • Frei:

    Die Entscheidung des Bürgers darf nicht beeinflusst werden. Er darf auch nicht unter Druck gesetzt werden.

  • Jede Stimme ist gleich viel wert. Jede Art von Gewichtung ist unzulässig.

  • Geheim:

    Es wird sichergestellt, dass jeder Wähler seinen Stimmzettel unbeobachtet ankreuzen kann.

Am Tag der Wahl ist das Wahllokal von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Das Team an Wahlhelfern habe dafür zu sorgen, dass der Wähler seine Stimme frei und geheim abgeben kann. Wahlhelfer müsse ihre Aufgabe vollkommen unparteiisch ausüben, erklärt Jobst. Sie dürfen also während der Wahl nicht deutlich machen, welcher politischen Überzeugung sie folgen. Wenn der letzte Wähler die Kabine verlässt, werden die Stimmen ausgezählt. Erst wenn alles abgearbeitet ist, könnten die Wahlhelfer Schluss machen, sagt Jobst. Eine weitere Aufgabe ist die Zulassung oder Abweisung eines Wählers. Bei dieser Entscheidung unterstütze ein Wahlhelfer die Mitarbeiter vom Wahlamt. Außerdem werde über die Gültigkeit mancher Stimmen abgestimmt, falls es zu Zweifelsfällen kommen sollte. Dies kann durch Unleserlichkeit ausgelöst werden.

Am Wahltag werde überwiegend im Zwei-Schicht-System gearbeitet. Zur Stimmauszählung nach 18 Uhr müssten wieder alle Wahlhelfer anwesend sein. Für Johann Jobst spielt die Dauer dabei keine Rolle: „Ich möchte nicht das schnellste Team haben, sondern das Team, welches fehlerfrei arbeitet.“ Komplikationen gebe es dabei selten, bisher konnte man alle Situationen im Guten regeln, sagt Jobst.

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Wahlkabine ins Freie geschafft

Ein besonderes Erlebnis hatte der langjährige Helfer, als eine behinderte Person die Treppen zum Wahllokal nicht erklimmen konnte. Daraufhin habe sein Team alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Stimmabgabe vor dem Wahllokal zu ermöglichen. Dafür mussten die benötigten Utensilien nach draußen geschafft werden. Außerdem – so Jobst – seien Kinder, die zur Wahl mitgebracht werden, immer für Überraschungen und eine aufgelockerte Stimmung gut.

Johann Jobst selbst sei nicht politisch motiviert, er unterstütze die Wahl aus persönlichem Interesse an Menschen. Wahlhelfer kommen aus allen Berufsgruppen rund um Regensburg. Es kann also jeder Wahlhelfer sein.

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