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Regensburg
Mittwoch, 22. November 2017 10° 3

Benefizaktion

24 Stunden für krebskranke Kinder

500 Regensburger sprangen von Samstagmittag bis Sonntagmittag ins Wasser, um für den Verein „Traumzeit“ Geld zu erschwimmen.
Von Angelika Lukesch, MZ

Punkt 12 Uhr hechteten die ersten Starter in das große Becken des Westbads. Fotos: Lex

Regensburg. Samstag 11.30 Uhr, Westbad. Auf seiner Badehose steht Brutus. Das bedeutet so viel wie „schwerfällig, plump“. Diese beiden Adjektiva passen am allerwenigsten auf den Träger der Badehose, Andreas Fiebig. Der 42-Jährige nimmt am Samstag am 9. „24-Stunden-Schwimmen“ im Westbad teil. Fiebig ist ein geübter Schwimmer. An jedem Tag in der Woche kommt er um 7 Uhr früh ins Westbad und schwimmt vier bis fünf Kilometer. An diesem Samstag hat er den Rekord von 57 Kilometern aus dem vergangenen Jahr ins Visier genommen. Ob er es schaffe, sagt Fiebig ehrlich, wisse er noch nicht. „Wenn alles passt, der Kopf mitmacht und der Körper nicht streikt, dann sind die 57 Kilometer schon möglich“, erklärt er.

Impressionen vom 24-Stunden-Schwimmen finden Sie in unserer Bildergalerie:

24 Stunden für krebskranke Kinder

Im Westbad herrscht jetzt ein reges Kommen und Gehen. Melanie Treittinger unterhält sich mit zwei Schwimmkollegen, die ebenso wie sie zum Schwimmen antreten wollen. Da ist zum Beispiel Franz Hirtreiter, 53 Jahre alt, aus Regensburg. Bei ihm ist das 24-Stunden-Schwimmen ein fester Termin im Jahresplan. Er hat schon viele Male an dieser Veranstaltung teilgenommen und hat sich auch heuer wieder eingefunden, weil er es einfach für eine gute Sache hält. „Mir macht es Spaß und außerdem ist es für einen guten Zweck“, sagt er. Im letzten Jahr hat er 12 Kilometer geschafft, wie viele es in diesem Jahr werden, weiß er noch nicht. „Ich setze mir kein Ziel, was geht, geht und was nicht, das nicht.“

Jeder hat sein persönliches Ziel

Bahn um Bahn für die gute Sache

Roman Henneberg ist zum ersten Mal mit von der Partie. Der Köferinger hat sich vorgenommen, mindestens zehn Bahnen zu schwimmen. Der 28-Jährige engagiert sich gern im Sport und auch ehrenamtlich, beim Fußball, beim Cheerleading, beim Baseball und jetzt eben auch beim 24-Stunden-Schwimmen. Justine Paul (26) hat sich mit der blauen Badekappe auf dem Kopf schon für den Start bereitgemacht. Sie studiert in Regensburg Sport und wurde von ihrer Dozentin auf das 24-Stunden-Schwimmen aufmerksam gemacht. „Ich finde es richtig toll, dass es für einen guten Zweck ist. Ich möchte heute gerne drei Kilometer schaffen.“ Für Nadine Guggenberger sind alle Menschen, die beim diesjährigen 24-Stunden-Schwimmen mitmachen, ein großes Glück. Sie ist die Vorsitzende des Vereins Traumzeit, der krebskranken Kindern und deren Familien Herzenswünsche erfüllt. Der Erlös der Schwimmveranstaltung geht heuer an diesen Verein. „Wir freuen uns sehr, dass wir berücksichtigt wurden, das ist ja keine Selbstverständlichkeit“, sagt Guggenberger strahlend. Sie ist begeistert, dass so viele Menschen mitmachen. Immerhin waren es in den letzten Jahren jedes Mal rund 500 Menschen.

Für 2 Euro Startgebühr dabei

Die Zähler liefern ihre Ergebnisse.

Das Prinzip des 24-Stunden-Schwimmens, das von den Regensburger Badebetrieben und dem SchwimmClub Regensburg veranstaltet wird, funktioniert so: Jeder Teilnehmer zahlt zwei 2 Euro Startgebühr, die Regensburger Badebetriebe steuern pro geschwommenen Kilometer einen Euro bei und runden den gesamten Betrag auf. Im letzten Jahr kamen so bei 2742 geschwommenen Kilometern zu 4500 Euro zusammen. Manfred Koller, Geschäftsführer der Regensburger Stadtwerke hofft zu Beginn des heurigen Schwimmens darauf, dass diese Marke geknackt und auch der Einzelschwimmrekord von 57 Kilometern getoppt wird.

So sah das Ganze im Video aus:

24 Stunden für krebskranke Kinder

Mittlerweile geht es auf 12 Uhr zu, dem Startpunkt. Bei Schwimmbecken haben sich eine Reihe von Kindern versammelt, jedes mit einem Block und einem Stift bewaffnet. Das sind diejenigen, die die Bahnen zählen. Jeder Schwimmer, der ins Wasser geht, erhält einen solchen Zähler zugeteilt. Emma Dingeldey ist 11 Jahre alt und hat diesen Job schon einmal gemacht. „Man muss aufpassen, dass man die Leute nicht verwechselt und dass man wirklich jede Bahn mitzählt“, erklärt sie. Auch die elfjährige Ines Höfler ist „Zählerin“. Sie wird später selbst noch mitschwimmen, zwei Kilometer sollen es werden. Leonie Flach (11) hat diesen Job zum ersten Mal übernommen, ihre Eltern schwimmen mit. Zwei Minuten vor 12 Uhr ist die Stimmung freudig erregt, die ersten Schwimmer gehen am Beckenrand in Stellung. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wünscht den Schwimmern viel Ausdauer und dem ganzen Projekt einen möglichst großen Erlös für den Verein Traumzeit. Punkt zwölf Uhr ertönt der Startschuss. Die Schwimmer köpfeln in die glatte Oberfläche des Wassers und beginnen damit, Meter um Meter zugunsten krebskranker Kinder zurückzulegen.

Kein neuer Rekord

Letztendlich gab es heuer leider keinen neuen Rekord. 520 Teilnehmer gingen an den Start. Es wurden 1854,5 Kilometer geschwommen. Die Männer schwammen durchschnittlich 23,2 Kilometer, die Frauen 20 Kilometer.

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