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Regensburg
Samstag, 18. November 2017 5

Immobilien

Abriss: Kloster wird bald zum Wohnhaus

Das Bistum errichtet in der Wittelsbacher Straße einen neuen Gebäudekomplex. Dabei sollen 30 Mieteinheiten entstehen.
Von Daniel Geradtz, MZ

Die Tage des ehemaligen Klosters sind gezählt. Hier sollen in sechs Gebäuden 30 neue Mietwohnungen entstehen. Fotos: Geradtz

Regensburg.Seit 1932 waren die Schwestern der Katholischen Heimatmission in der Wittelsbacher Straße tätig. Vor etwa eineinhalb Jahren fiel die Entscheidung: Die neun verbliebenen Schwestern teilten der Bischöflichen Administration mit, das Kloster zu verlassen und sich in Altenheime zu begeben. Seit diesem Mai ist das Gebäude leer, das in den 1950er Jahren unter anderem um eine Kapelle erweitert wurde.

Nachdem die Schwestern die Bischöfliche Administration über den Fortzug informiert hatten, hatte die Bistumsverwaltung die Entscheidung zu treffen, wie es mit dem Objekt weitergeht. Recht schnell war klar, dass dort Wohnraum entstehen soll. Ein Architektenwettbewerb wurde ausgelobt, den das Regensburger Büro von Manfred Blasch durchführte.

Am Montag stellte das Bistum den Sieger vor. Der Entwurf der Dömges Architekten AG zusammen mit „labn landschafts.architektur brenner“ erhielt den Zuschlag. Der Entwurf sieht vor, drei Wohnhäuser entlang der Straße zu errichten. Drei Pavillons sollen im hinteren dem Dörnbergpark zugewandten Bereich, entstehen. So sollen auf gut 2600 Quadratmetern barrierefreier Wohnfläche 30 Wohneinheiten gebaut werden, die zwei bis fünf Zimmer groß sind. Sechs von ihnen sollen sozialgefördert werden.

Integration ins Ensemble

Der Siegerentwurf sei von der Jury, der auch Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer angehörte, auch favorisiert worden, weil es die bestehende Bebauung der Wittelsbacher Straße aufgreife, erklärte Harald Eifler, Leiter der Bischöflichen Administration. Die Gebäude sollen drei- bis viergeschossig angelegt werden. Wegen der begrünten Flachdächer werden die Pavillons niedriger sein. Das schaffe einen harmonischen Umgang zum angrenzenden Park, fand die Jury. In ihnen entstehen insgesamt neun Wohneinheiten, drei pro Haus. Jeweils sieben Wohnungen entstehen in den weiteren Gebäuden.

Sehen Sie hier ein Video-Interview mit dem Bischöflichen Administrator:

Harald Eifler im Interview

Thomas Eckert und Eric Frisch, sie waren als Vertreter des Wettbewerbssiegers vor Ort, erklärten, dass der Bereich zwischen der Häuser- und der Pavillonreihe eine wichtige Funktion erhalte. Er dient als Begegnungsfläche, da alle Zugänge zu den Wohngebäuden von dort aus erschlossen werden sollen. Auch sind in diesem Bereich Abstellbuchten für Fahrräder und ein Kinderspielplatz geplant.

Durch die Freifläche kann auch der Baumbestand gerettet werden. Er soll auch bei der Unterkellerung des Areals für die Tiefgarage soweit wie möglich erhalten bleiben.

Knapp 600 Wohnungen

Die Planungen, das ehemalige Kloster zu erhalten und für eine weitere Nutzung zu restaurieren, hätten sich zwar am Anfang aufgedrängt, seien dann aber wieder verworfen worden, sagte Harald Eifler. Der notdürftige Ausbau des Dachstuhls und die kaputten Leitungen hätten dann die Entscheidung befördert, einen Neubau an gleicher Stelle zu errichten. Eine Bedingung des Architektenwettbewerbs war allerdings, einen Brunnen sowie die Glasfenster der Hauskapelle in den Entwurf einzuplanen.

Wann die ersten Mieter in die neuen Objekte einziehen können, kann Eifler derzeit noch nicht abschätzen. Bis Ende des kommenden Jahren würden die Planungen dauern. Erst danach könnten die archäologischen Untersuchungen beginnen, ehe es in die Bauphase gehen kann. „Das ist sicher erst im Jahr 2019 der Fall“, blickte er voraus. Angesichts des frühen Planungsstandes seien auch die Kosten noch nicht kalkulierbar.

Das Bistum Regensburg vermietet im Stadtgebiet knapp 600 Wohnungen zur Verfügung. Weitere Objekte befinden sich unter anderem im Landkreis, aber auch in München oder in Straubing. Zuletzt wurde ein Objekt in der Puricellistraße im Regensburger Westen fertiggestellt. Harald Eifler erklärte: „Wir erleben täglich die Not der Leute, die zu uns kommen. Das sind die Leute, die sich teure Wohnungen nicht leisten können.“ Im Bereich des sozialen Wohnungsbaus sieht das Bistum noch Nachholbedarf. In den Objekten lebe „ein Durchschnitt der Gesellschaft, Alleinstehende ebenso wie Familien mit Kindern“, so Eifler. Die Konfession spielt bei der Wohnungsvergabe keine Rolle.

Die Zahlen des Bistums für das Jahr 2015 weisen ein Saldo von 3,1 Millionen Euro auf, das aus Erträgen und Aufwendungen der Immobilienbewirtschaftung stammt.

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Über das Bauprojekt

  • Objekt:

    Das ehemalige Kloster in der Wittelsbacher Straße 7 entstand zu Beginn der 1930erJahre.

  • Orden:

    Die Schwestern der Katholischen Heimatmission wurden 1925 gegründet. Harald Eifler, Leiter der Bischöflichen Adminsitration bezeichnet den Orden als „sehr modern“. Die Schwestern zogen 1932 in das Kloster, das 1954 erweitert wurde.

  • Auszug:

    Zuletzt wohnten lediglich neun Schwester in dem Kloster, die jüngste war 80 Jahre alt. Aufgrund ihres Alters entschieden sie sich, das Kloster zu verlassen und in Altenheime zu ziehen.

  • Wettbewerb:

    Zu dem Architekturwettbewerb wurden zehn Büros eingeladen, die zu Freude des Bistums alle einen Entwurf einreichten.

  • Fassade:

    Der Siegerentwurf sieht für die Bebauung entlang der Straße vor, dass sich der Putz im Erdgeschoss in der Struktur von dem der oberen Geschosse unterscheidet. Die drei Häuser orientieren sich an den umliegenden Villen, die drei Pavillons fügen sich an den Park an..

  • Angebot: Auf 2643 Quadratmetern Wohnfläche sollen 30 Mietwohnungen mit zwei bis fünf Zimmern. Sechs Wohneinheiten sollen sozial gefördert werden. Hier sieht das Bistum Bedarf.

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