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Regensburg
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Hilfe

Alkohol: auch für Umfeld zerstörerisch

Wenn Angehörige von Suchtgefährdeten nicht weiter wissen, können sie sich an die Expertin der Caritas in Regensburg wenden.

Wenn Alkohol eine zu große Rolle spielt, wird es kritisch.Foto: dpa

Regensburg.Der Partner trinkt zu viel Bier – jeden Tag kommt er mit einer Fahne von der Arbeit nach Hause. Am Esstisch und im Wohnzimmer beim Fernsehen geht es weiter mit dem Trinken. Schon wenn er nach Hause kommt, beginnt der Streit. Das geht seit vielen Wochen so. Angehörige von Suchtkranken sind mit einer solchen Situation häufig überfordert. Sie wollen ihren Partner nicht bloßstellen. Da ist es besser, sein Alkoholproblem zu verheimlichen.

Angehörige fühlen sich extrem allein gelassen und werden immer unsicherer und ratloser: Ist das bereits Alkoholmissbrauch und Sucht, ist mein Partner gar Alkoholiker? Wie können beide Partner und die gesamte Familie einen Weg finden, damit berufliche Probleme nicht mehr im Bier ertränkt werden? Mit Freunden und Verwandten darüber reden ist schwierig. Gleichzeitig zehren die sorgenvollen schlaflosen Nächte an der eigenen Gesundheit: Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit, Müdigkeit sind oft die Folge.

Bewusst niedrige Hemmschwelle

Hilfe und Beratung finden Angehörige von Menschen mit Suchtproblemen bei der Regensburger Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme. Suchtexpertin und Diplom-Sozialpädagogin Monika Gerhardinger bietet dort in regelmäßigen Abständen eine offene Informationsveranstaltung. „Viele scheuen sich, mit jemandem über ihre Probleme zu reden“, sagt sie. Und betont gleichzeitig: „Die Teilnahme an der Informationsveranstaltung ist auf Wunsch anonym, auch eine Anmeldung ist nicht nötig.“ So hält sie die Hemmschwelle für Angehörige und Freunde bewusst ganz niedrig. Viele kommen hier dann zum ersten Mal mit dem Sucht-Hilfesystem der Caritas in Kontakt.

In der Infoveranstaltung gibt Gerhardinger Orientierungshilfen, wie Angehörige und Freunde sich am besten gegenüber Suchtkranken verhalten und wie sie zu einem selbstbestimmten Leben zurückkehren können. Sie erklärt, wo Sucht beginnt, wie man eine Abhängigkeit erkennt und welche Hilfen es gibt.

Ein geschützter Rahmen

Alle zwei Wochen beispielsweise bietet Gerhardinger bei genügend Nachfrage selbst einen Gesprächskreis für Angehörige an, in dem sich Menschen mit ähnlichen Problemen im geschützten Rahmen und in angenehmer Atmosphäre treffen und austauschen können.

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Kontakt zur Suchtambulanz

  • Infoveranstaltung:

    Die nächste Informationsveranstaltung für Angehörige findet am Freitag von 16.30 bis 18 Uhr in den Räumen der Caritas-Fachambulanz statt.

  • Mehr Informationen:

    Interessierte sind dazu eingeladen. Mehr Informationen gibt es unter www.suchtambulanz-regensburg.de oder unter Telefon (0941) 6308270.

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