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Regensburg
Donnerstag, 18. Januar 2018 9

Asyl

Berufsschüler kämpfen gegen Abschiebung

Der junge Afghane Abdulsami Naderi soll abgeschoben werden. Das wollen die Schüler der FOSBOS Regensburg verhindern.

Der junge Berufsschüler könnte auch eine Ausbildung beginnen, stattdessen soll er nun nach Afghanistan abgeschoben werden. In einem ähnlichen Fall gingen im Juni in Nürnberg (Foto) die Leute auf die Straße. Foto: Susann Prautsch/dpa

Regensburg.Rund 3000 Unterstützer haben die Petition gegen die Abschiebung eines 19-jährigen Berufsschülers aus Afghanistan bereits unterzeichnet, Tendenz steigend. Mehrere Schüler der FOSBOS Regensburg haben die Petition an den Bayerischen Landtag und das Bayerische Innenministerium gestartet. Darin schreiben sie: „Unser Mitschüler Abdulsami Naderi, genannt Sami, kam vor zweieinhalb Jahren als unbegleiteter Jugendlicher aus Afghanistan und hat einen Asylantrag gestellt, der vor kurzem nach einer Verhandlung in Regensburg zum zweiten Mal abgelehnt wurde.“

Das Leben des 19-Jährigen sei bedroht

Vor kurzem hat Abdulsami Naderi (3. von rechts) noch einen Preis für seine herausragenden schulischen Leistungen bekommen. Foto: Grassl

Die Schüler befürchten, dass Samis Leben bedroht ist und fordern die zuständigen Stellen dazu auf, den Fall erneut zu prüfen und ihm Aufenthaltsrecht in Deutschland zu gewähren. Das Bundesgesetz, das eine dreijährige Ausbildung für abgelehnte junge Asylsuchende vorsieht, werde für Sami bisher nicht angewendet.

Unverständlich sei die Abschiebung vor allem, weil Naderi vor kurzem noch einen Preis für seine herausragenden schulischen Leistungen sowie sein vorbildliches gesellschaftliches Engagement erhalten hat und von Infineon Regensburg gefördert wird.

Sehen Sie hier ein Video von Samis Unterstützern:

Samis Eltern sind womöglich tot

Die Schüler fassen die Geschichte von Sami so zusammen: „Der inzwischen 19 Jahre alte Abdulsami Naderi floh im Mai 2015 aus seiner Heimatstadt Kunduz als unbegleiteter Jugendlicher. Denn sein Onkel, der sich den Taliban angeschlossen hat, überfiel mit anderen bewaffneten Taliban die Familie, um den Bruder unseres Mitschülers in seine Gewalt zu nehmen.“ Als der Vater zu Hilfe kommen wollte, seien beide gefangen genommen worden. Seitdem gebe es kein Lebenszeichen mehr von ihnen. Da der Onkel Samis Mutter zwangsheiratete, müsse man sogar davon ausgehen, dass beide von dem Taliban ermordet wurden. Für Sami, der sich zum Zeitpunkt des Überfalls im Inneren des Hauses befand, habe ebenfalls eine konkrete Bedrohung und Lebensgefahr bestanden

Hier geht es zur Petition der Berufsschüler auf openpetition

Im September 2015 kam Sami nach Deutschland. Seither habe er sich vorbildlich integriert. Im Juli 2017 habe der den Qualifizierenden Mittelschulabschluss gemacht. In seinem Heimatland drohten Sami aber Verfolgung oder sogar der Tod.

Die Petition, die auf der Plattform openpetition gestartet wurde, läuft noch bis 17. Februar 2018. Für ein Quorum benötigen die Schüler 50 000 Unterzeichner. (sl)

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