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Regensburg
Montag, 20. November 2017 5

Gemeinschaft

„Blödlheinis“ laufen mit Besen ins Ziel

Ein Regensburger Team präsentiert beim Landkreislauf sein Wappen auf einem langen Stiel – und hat damit die Nase vorn.
Von Micha Matthes, MZ

  • Die „Blödlheinis“ sind durchaus sportlich, ihre wahren Stärken liegen aber trotzdem woanders. Foto: Lex
  • Die „Blödlheinis“ sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Foto: mt
  • Um ihren Besentrick wurden die „Blödlheinis“ beim Landkreislauf teilweise sehr beneidet. Foto: Abraham
  • Auch der Hund der Truppe darf mitblödln. Foto: Abraham
  • Die „Blödlheinis“ beim Zieleinlauf Foto: Lex
  • Jeder „Blödlheini“ müss über eine extragroße Portion Selbstironie verfügen. Foto: mt

Matting.Es ist nicht leicht, ein echter „Blödlheini“ zu werden. Denn die Gruppe aus Regensburger Architekten, Lehrern und Ärzten eint eine innige Freundschaft, die teilweise über Jahrzehnte hinweg gewachsen ist. Und natürlich muss jeder „Blödlheini“ auch über eine extragroße Portion Humor verfügen. Einmal pro Monat trifft sich der rund 30-köpfige Kreis zum Stammtisch. Von Geburtstagen bis hin zum jährlichen gemeinsamen Ski-Urlaub steht immer Verschiedenstes auf dem Programm. An die bisher größte sportliche Herausforderung – die Teilnahme am sechsten Mittelbayerische Landkreislauf – wagte sich die Gruppe am Samstag aber zum ersten Mal.

Treibende Kraft der Gruppe in puncto Laufen ist Johanna Abraham. Nach ihrem ersten Halbmarathon im Frühjahr packte sie das Lauffieber.

Und für den Landkreislauf steckte sie die anderen „Heinis“ damit kurzerhand an. „Wir haben auch Radfahrer und ein paar Fußballer dabei, die sich immer wieder selbst eine Herausforderungen suchen, gemeinsam sind wir so ein großes Projekt aber noch nie angegangen“, sagt Abraham.

Eigener Besenmann führt zum Ziel

Die „Blödlheinis“ sind also durchaus sportlich, ihre wahren Stärken liegen aber trotzdem woanders. Denn natürlich ist der Name ein Stück weit auch Programm: In diesem Team darf jederzeit geblödelt werden. Und wenn der Landkreislauf so richtig blöd gelaufen wäre – die Sportler sich verfranst hätten oder aus irgendeinem Grund disqualifiziert worden wären –, dann wäre dafür niemand blöd angeschaut worden. Die Angst, sich zu blamieren, kennt das Team jedenfalls nicht. Und genau aus diesem Selbstbewusstsein zieht die Truppe immer wieder ihre Kraft – auch beim Landkreislauf.

Zur Staffelübergabe etwa platzierten die Blödlheinis in jeder Wechselzone ihren eigenen „Besenmann“, bestehend aus einem Begleiter, der einen Besen mit einem übergezogenen Team-T-Shirt hochhielt. So fanden alle Blödl-Läufer im Gewühl der Übergabe immer sicher zum nächsten Starter ihrer Truppe. „Das hat sich super bewährt und wir sind dann auch sehr darum beneidet worden“, sagt Abraham. „Im nächsten Jahr wird es da sicher einige Nachahmer geben“.

Auch der Name ist niemandem peinlich. Ganz im Gegenteil: Er besitzt sogar die Kraft aufzubauen. Und genau in diesem Zusammenhang entstand er auch ursprünglich. Vor ungefähr zehn Jahren kam der Mann von Johanna Abraham einmal betrübt nach Hause. „Komm, wir gehen zu den ,Blödlheinis‘, das wird dich wieder aufmuntern“, sagte Abraham aus einer spontanen Eingebung heraus. Später amüsierte sich die Gruppe beim Stammtisch gemeinsam darüber – der Name war geboren.

Eine Zeitlang hatten die Erwachsenen noch Bedenken, dass der Titel ihren heranwachsenden Kindern peinlich sein könnte. Doch diese Zweifel lösten sich schnell in Luft auf. Die enge Verbindung der Freunde wirkte auf die Kinder offenbar so beeindruckend, dass auch diese den Namen mit Stolz tragen. Als das Team am Samstag gemeinsam mit Schlussläufer Peter Kränkl – einem „Urblödl“ – die Ziellinie in Mintraching überquert, warten dort schon die „Blödlheinis – Kids, Friends and Fans“ mit roten Hein-Blöd-Orden auf ihre Helden.

Ein Erlebnis, das verbindet

Letztlich stehen für die „Blödlheinis“ nach ihrem ersten Mittelbayerische Landkreislauf solide sechs Stunden und 57 Minuten auf der Uhr. Johanna Abraham ist damit sehr zufrieden, ihr Team wäre aber wohl auch mit einem schwächeren Ergebnis noch gut gelaunt zur Party am Abend gekommen. Denn der sportliche Ehrgeiz stand bei den Blödlheinis nie im Vordergrund. „Das Laufen selbst war für uns ein wahrer Hochgenuss“, sagt Abraham. Malerische Dörfer, weite Felder und schöne kleine Höfe: „Die tolle Landschaft war es wirklich wert, entdeckt zu werden.“ Außerdem hätten die Läufer viel Spaß auf der Strecke gehabt. „Alles, was wir zusammen erleben, schweißt uns noch stärker zusammen. Und der Landkreislauf ist wirklich ein Erlebnis, das verbindet“, sagt Abraham.

Der Mittelbayerische Landkreislauf im Video:

Mehr Bilder vom Landkreislauf sehen Sie hier:

Die Ergebnisse der einzelnen Teilnehmer des Landkreislaufs können Sie hier abrufen.

Teamnamen mit Humor

  • Beim Mittelbayerische

    Landkreislauf treten immer wieder auch Teams mit teilweise sehr skurrilen oder witzigen Namen an. Auch in diesem Jahr gibt es einige auffällige Titel.

  • In Matting gingen am Samstag

    unter anderem die „Asphaltgazellen“, die „Barbinger Eletern und Lehrer auf der Flucht“ oder das BMW-Team „Laufwunder Atemnot“ an den Start.

  • Unter den Startern

    mit Humor fanden sich außerdem die Teams: „Hölla Hexn“,“Laufmaschen“, „Razzia und Radarfalle“, „Running Gag“, „Überholverbot“ und „Wo ist Rosi.

  • Für die „Blödlheinis“ traten

    Xaver Kiergaßner, Jakob Kretschmann, Marie Abraham, Lea Geerkens, Johanna und Ralf Abraham, Klaus Ebner, Steffi Kühn, Hella und Peter Kränkl an.

Mittelbayerische Landkreislauf 2015
Der MZ-Landkreislauf 2015

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