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Regensburg
Montag, 20. November 2017 7

Inklusion

Bowling für Rollifahrer? Jetzt geht es!

Mit einer Spezialschiene können auch Rollstuhlfahrer alle Kegel abräumen. Der VKKK Regensburg spendierte eine Schiene.
Von Sags einfach Reporter Sven Stöckler

Sags-einfach-Reporter mit der Bowlingschiene, VKKK-Vositzenden Prof. Franz-Josef Helmig (2. von links) und Bowling-Freunden Foto: Carmen Felgenhauer

Regensburg.Dank VKKK, dem Verein für körperbehinderte und krebskranke Kinder, können wir Rollifahrer jetzt in Regensburg zum Bowlen gehen: nämlich beim „Superbowl“ im Gewerbepark. Mein Name ist Sven und ich lebe in der Wohngemeinschaft St. Klara in Regensburg. Vor einiger Zeit habe ich schon einmal über das Weggehen in Regensburg als Rollstuhlfahrer in der Mittelbayerischen Zeitung berichtet. Doch heute geht’s um was Sportliches. In der Vergangenheit haben wir schon mit halben Plastikrohren, selbst zusammengezimmerten Holzvorrichtungen und anderen Hilfsmitteln gekegelt. Unsere Assistenten haben davon aber furchtbare Rückenschmerzen bekommen. Und das mit dem Zielen war auch nicht immer ganz einfach. Deshalb haben wir uns im Internet schlau gemacht und sind auf eine Seite mit Sportgeräten speziell für Rollstuhlfahrer gestoßen. Hier haben wir eine Kegelschiene entdeckt, die uns sofort gefallen hat. Mit dieser Schiene soll das Bowlen für Rollstuhl-Fahrer, egal ob groß oder klein, ohne Probleme möglich sein.

Die Schiene ist aus Aluminium und deshalb sehr leicht. Das eine Ende der Schiene legt man sich auf die Schulter. Damit das nicht weh tut, ist die Schiene gepolstert. Das andere Ende der Schiene wird auf der Bowlingbahn platziert. Auf der Schiene ist eine Stufe eingebaut. Dort wird die Kugel aufgelegt und dann über die Metallrohre in Richtung der Kegel geschoben. Wenn man richtig gezielt hat, trifft die Kugel mit voller Wucht auf die Kegel: „Strike! Alle abgeräumt!“ Doch da war immer noch ein Problem, das uns von der Bowlingschiene trennte. Der Preis von 345 Euro bereitete uns Kopfzerbrechen. Wie sollten wir das finanzieren? Wir sind dann auf die Idee gekommen, beim VKKK anzufragen, ob sie die Kosten übernehmen. Sie haben zu unserer Freude ja gesagt. Die Kegelschiene wurde gekauft und steht jetzt im „Superbowl“ im Gewerbepark bereit. Dort können nicht nur die Rollstuhl-Fahrer der WG St. Klara damit kegeln, sondern alle Menschen, die sich mit der Schiene leichter tun. Einige von meinen Mitbewohnern und ich haben die Kegelschiene vor kurzem eingeweiht. Wir waren überrascht: Der Pächter der „Superbowl“-Bahn, Markus Gröger, hat eine zweite Kegelschiene selbst gebaut. So können im „Superbowl“ jetzt auch zwei Teams mit Handicap gegeneinander spielen.

Text in einfacher Sprache

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