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Freitag, 28. Juli 2017 21° 6

Bilanz

Commerzbank setzt auf Digitalisierung

Die Commerzbank ist auf Wachstumskurs – und lockt Kunden mit neuen Produkten. Auf das Filialnetz hat das keine Auswirkungen.
Von Katrin Wolf, MZ

Stephan Sebald (l.) und Christian Feil präsentierten in Regensburg die Bilanz der Commerzbank. Foto: Wolf

Regensburg. Die Commerzbank treibt die Digitalisierung voran. 80 Prozent aller Geschäftsvorgänge sollen bis 2020 digitalisiert sein, erklärt Stephan Sebald, der für das Privatkundengeschäft verantwortlich ist. Der persönliche Kontakt zu den Beratern soll dadurch aber nicht leiden: Die Kunden können sich aussuchen, wie sie mit der Bank kommunizieren. Dabei haben sie die Wahl zwischen verschiedenen Apps und Online-Portalen. Auch der Text- oder Videochat mit dem Berater ist so rund um die Uhr möglich.

Diese Entwicklung ist Teil des Strategieprogramms 4.0. Bei den Kunden scheint das Konzept anzukommen: Wie schon 2015 erreichte die Niederlassung Regensburg laut einer Umfrage zur Kundenzufriedenheit des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest Platz 1 im Süden, also in Bayern und Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr hat die Bank 3051 neue Kunden gewonnen und betreut damit über 90 000 Privatkunden in der Region. Die Anzahl der Firmenkunden ist im gleichen Zeitraum um 60 auf 1100 gestiegen.

Start-Ups und Geldgeber vernetzen

Die Digitalisierung soll für die Kunden einen Mehrwert bieten, das Filialnetz wird aber nicht angetastet. Über 40 Prozent der Commerzbank-Kunden in Regensburg nutzen inzwischen laut Sebald Online-Banking. Jedes fünfte neue Konto im Bereich der Niederlassung sei online eröffnet worden.

Hier finden Sie mehr zu den Zahlen:

Die Bilanz 2016

  • Das Gebiet

    der Commerzbank-Niederlassung Regensburg umfasst 14 Filialen, unter anderem in Ingolstadt, Straubing, Landshut und Passau.

  • 90 000 Privat- und Geschäftskunden

    werden in diesem Raum betreut. Das verwaltete Kundenvermögen beträgt 1,39 Milliarden Euro, das Kreditvolumen 808 Millionen.

  • Das Kreditvolumen

    für die 1100 Firmenkunden beträgt 1,5 Milliarden Euro.

  • In der Region

    beschäftigt die Commerzbank 167 Mitarbeiter.

  • Zwölf Azubis

    wurden im vergangenen Jahr im Verantwortungsbereich eingestellt.

Um die Entwicklung neuer Produkte kümmert sich seit Anfang des Jahres ein Digital-Campus in Frankfurt/Main. Dabei vernetzt die Bank auch die Startu-Up-Szene mit potenziellen Geldgebern. Im Projekt „main incubator“ etwa ist eine App entstanden, mit der die User Rechnungen fotografieren können – die App führt dann die entsprechende Überweisung aus.

„Das Sparen von heute heißt Anlegen.“

Stephan Sebald

Neben der Gewinnung von Neukunden und der Digitalisierung setzt die Commerzbank in ihrer Wachstumsstrategie auf Beratung. Das Wertpapiergeschäft bleibt für die Kunden schwierig, räumt Sebald ein. Und die Zinsen würden bis 2020 niedrig bleiben. Am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank bekanntgegeben, trotz gestiegener Inflation bei ihrer Nullzinspolitik zu bleiben. Die Strafzinsen will die Commerzbank aber nicht an ihre Kunden weitergeben. Im Gegenteil: Ein wichtiger Punkt bei der Anwerbung von Neukunden bleibt die Garantie für ein kostenloses Girokonto. Und Sebald betont, wie wichtig es sei, trotz der niedrigen Zinsen Vermögen aufzubauen. Allerdings: „Das Sparen von heute heißt Anlegen“.

Bank-Portal hilft Bauwilligen

Dank der niedrigen Zinsen blüht das Baugeschäft. Auch in diesem Bereich will die Commerzbank punkten: Zukünftige Bauherren können sich auf einem Online-Portal über die Kreditangebote verschiedener Banken informieren. Die Commerzbank vermittelt dann auch Kredite außerhalb des eigenen Hauses.

Beim Firmengeschäft konzentriert sich die Bank auf den klassischen Mittelstand. Christian Feil, Leiter Firmenkunden, sieht das größte Potenzial für die Gewinnung neuer Kunden bei Unternehmen, deren Jahresumsatz zwischen 15 und 100 Millionen Euro beträgt. Bei Firmen mit über 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr sei die Commerzbank schon Marktführer. Und auch auf dem Weg ins Ausland will sie Firmen begleiten: Sie ist mit über 30 Prozent der größte deutsche Außenhandelsfinanzierer und weltweit in 50 Ländern mit eigenen Standorten vertreten.

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