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Regensburg
Montag, 11. Dezember 2017 5

Gesundheit

Damit Schüler Leben retten können

In jeder Minute ohne Wiederbelebung sinkt die Überlebens-Chance bei Herzstillstand. Uniklinik Regensburg schult Ersthelfer.

Professor Graf zeigt die Technik an der Trainingspuppe.Foto: Völcker/UKR

Regensburg.Im Rahmen der Aktion „Schüler retten Leben“ haben Anästhesisten des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) die ersten 30 Lehrer aus der Region in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult. Die Lehrer sollen ihr Wissen dann im Unterricht regelmäßig an ihre Schüler weitergeben, um so möglichst viele Helfer in Reanimation auszubilden.

Zwei Stunden für das Leben

Professor Dr. Bernhard Graf, Vorsitzender des Rettungszentrums Regensburg und Direktor der Klinik für Anästhesiologie des UKR, sowie Notfallmediziner seiner Klinik vermittelten den Lehrern zuerst theoretische Kenntnisse zum Herz-Kreislauf-System, bevor die Herzdruckmassage an Puppen geübt wurde. Die Lehrer sollen ihren Schülern ab der siebten Klasse dann zwei Stunden pro Schuljahr Unterricht im richtigen Verhalten bei Herz-Kreislauf-Stillstand erteilen.

Das von Professor Dr. Bernhard Graf initiierte Projekt „Schüler retten Leben“ wird von Stadt und Landkreis Regensburg unterstützt. Die Klinik für Anästhesiologie des UKR bildet dafür seit dem Schuljahr 2017/2018 mindestens zwei Lehrkräfte pro Schule für die Unterrichtung in Reanimation aus. Die Schulungen finden jeden Mittwochnachmittag im UKR statt, insgesamt lassen sich rund 200 Lehrer schulen. 53 Schulen haben bereits zugesagt, das Projekt umzusetzen. Dieses bayernweite Pilotprojekt will dafür sensibilisieren, dass Leben retten kinderleicht sein kann. Durch die Integration als festen Unterrichtsbestandteil werden die Schüler außerdem bereits früh an die Reanimation herangeführt und Unsicherheiten im Umgang mit Wiederbelebungsmaßnahmen abgebaut. „Die Zeit, bevor der Rettungsdienst eintrifft, ist entscheidend für das Überleben von Betroffenen. Durch ‚Schüler retten Leben‘ sollen möglichst viele Menschen dazu befähigt werden, im Ernstfall sofort helfen zu können“, erklärt Professor Graf. Neben den theoretischen Grundlagen lernen die Lehrer und später auch die Schüler die praktische Herz-Kreislauf-Wiederbelebung anhand spezieller Trainingspuppen. Diese sind klein, aufblasbar, robust, verfügen über eine akustische Rückmeldung beim korrekten Drücken und lassen sich sogar beatmen. Der Preis pro Puppe liegt bei etwa 50 Euro. Um alle teilnehmenden Schulen in Stadt und Landkreis Regensburg damit auszustatten, benötigt das Rettungszentrum Regensburg rund 50000 Euro, die durch Spenden finanziert werden sollen.

Zu geringe Helferquote

Rund 80 000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Doch nicht einmal bei einem Viertel von ihnen werden sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen. Die Helferquote beim Herzstillstand ist alarmierend gering. Dabei sinkt in jeder Minute ohne Herz-Kreislauf-Wiederbelebung die Chance, zu überleben um sieben bis zehn Prozent.

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Hier kann man üben

  • Die Regensburger

    haben am 12. November Gelegenheit, ihre Kenntnisse in Lebensrettung aufzufrischen.

  • Beim Tag

    der offenen Tür der Stadtverwaltung im Alten Rathaus vermitteln Notärzte von 13 bis 18 Uhr die wichtigsten Maßnahmen der Wiederbelebung in Theorie und Praxis.

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