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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Jubiläum

Das UKR: Ein Blick hinter die Kulissen

Die Uniklinik feiert 25 Jahre stationäre Versorgung. Ein Anlass, einmal andere Berufsgruppen näher zu beleuchten.
Von Maximiliane Gross, MZ

Seitenwechsel: Die Vernissage zeigt bewusst Mitarbeiter und Abteilungen, die normalerweise im Hintergrund stehen. Foto: Lex

Regensburg.Ein moderner Bau, tageslichtdurchflutete Gänge und Zimmer, oft mit Blick ins Grüne – alles Dinge, die einem sofort positiv auffallen, wenn man das Uniklinikum in Regensburg betritt. Auch der typische Krankenhausgeruch hält sich hier in Grenzen, häufig überwiegt der Duft von frischem Kaffee im weitläufigen Eingangsbereich.

In diesem Jahr feiert das UKR ein ganz besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren wird dort stationäre Universitätsmedizin, also die direkte Behandlung am Patienten betrieben. Normalerweise stehen dabei vor allem die 743 Ärzte und 1158 Mitarbeiter des Pflegepersonals im Vordergrund, sind Ansprechpartner und teilweise auch Bezugsperson. Die Klinik beschäftigt aber weitaus mehr Menschen. Die Fotoausstellung „Gesichter des UKR – Ein Blick hinter die Kulissen“ soll genau diese Mitarbeiter einmal in die vorderste Reihe rücken. Denn nur durch diese Beschäftigten ist es möglich, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr moderne medizinische Arbeit am Patienten leisten zu können.

Nichts geschönt, alles authentisch

Die Vernissage wurde am Dienstag unter anderem von Prof. Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR, feierlich eröffnet und ist bis 22. Dezember für jedermann zugänglich. 25 Collagen beleuchten 25 Abteilungen und gewähren dem Besucher Einblicke in spannende Berufsfelder. „Beim Fotografieren haben wir besonders Wert auf einen authentischen Blick in die Bereiche und auf die dort tätigen Mitarbeiter gelegt. Es wurde weder etwas geschönt, noch gab es eine Maske“, erklärt Klaus Völcker, Referatsleiter Fotografie am UKR. Das Anfertigen der zahlreichen Einzelbilder und die Gestaltung der Collagen dauerte etwa ein Jahr.

In unserer Bildergalerie können Sie hinter die Kulissen des UKR blicken:

Bildergalerie 1

Mit dem Klischee der „Götter in Weiß“ räumt dagegen Prof. Dr. Kölbl auf: „Den Begriff hören wir gar nicht so gerne, weil wir einfach Mitarbeiter sind, die leider keine Götter sind, sonst könnten wir viel tun, was wir leider nicht tun können. Natürlich gibt es Hierarchien in der Klinik und vielleicht gilt der Arzt als Gott in Weiß, aber ehrlich gesagt, er sieht sich selbst nicht mehr so.“

Im Rahmen der Eröffnung gewährte uns das Klinikum exklusive Einblicke in drei Bereiche, die für Patienten und Besucher normalerweise tabu sind. Als Erster zeigt Dr. Norbert Ahrens die spannende Seite seines Arbeitsplatzes in der Transfusionsmedizin. Dort werden zum einen überlebenswichtige Blutkonserven gewonnen, zum anderen werden Blutbanken verwaltet und Konserven bereitgestellt.

„Die Arbeit bietet ein viel größeres Spektrum, ist wesentlich vielseitiger. Wenn man selbst Arzneimittel herstellen kann und diese verwenden darf, ist das schon toll.“

Dr. Norbert Ahrens, Leiter Transfusionsmedizin am UKR

Das UKR beschäftigt circa 40 Mitarbeiter in diesem Bereich. Die Transfusionsmedizin ist, vereinfacht gesagt, die Schnittstelle zwischen Blutentnahme beim Spender und Bluttransfusion beim Empfänger. Das entnommene Blut wird in dieser Abteilung vor der Weitergabe an einen Patienten im UKR untersucht, gefiltert und aufbereitet. Je nachdem, wofür Blut benötigt wird, wird es in seine einzelnen Bestandteile zerlegt. So können beispielsweise Autoimmunkrankheiten oder Tumore behandelt werden. Für Dr. Ahrens ist die Tätigkeit in der Forschung ein absoluter Traum. „Die Arbeit bietet ein viel größeres Spektrum, ist wesentlich vielseitiger. Wenn man selbst Arzneimittel herstellen kann und diese verwenden darf, ist das schon toll“, schwärmt der Mediziner.

Ein Catwalk für Mitarbeiter

Im ersten Moment klingt Wäschelager vielleicht nicht unbedingt spannend. Ist man aber erst einmal dort, dann ändert sich das schnell. Ins Auge stechen sofort Regale über Regale, vom Boden bis zur Decke gefüllt mit gereinigter Arbeitskleidung.

Dr. Norbert Ahrens analysiert eine Probe mit Blutplättchen. Foto: Gross

In der Mitte des Raumes fällt der Blick dagegen auf ein Warnschild. Der Zutritt ist jetzt nur noch bestimmten Personen gestattet. Der Grund dafür: Hier werden die sterilen Textilien aufbewahrt. Arbeitskleidung ist übrigens nicht gleich Arbeitskleidung. Die Techniker tragen beispielsweise eine Schutzausrüstung. Das bedeutet in diesem speziellen Fall, dass die Kleidung auch aus ableitenden Fasern besteht und zum Beispiel vor Spannungsdurchschlägen schützen kann. Alle neuen Mitarbeiter bekommen die Möglichkeit, ihre künftigen Outfits zu probieren. „Wir haben im Wäschelager einen kleinen Laufsteg. Damit möchten wir jedem Neuen die Chance geben, die Kleidung anzuprobieren und sich damit zu bewegen. Schließlich soll sich ja jeder in seiner Haut wohlfühlen“, verrät Marion Hopp, vom Referat KII /1 Patientenservice und Hauswirtschaft.

Sehen Sie zum Thema auch ein Video:

Die Gesichter hinter den UKR-Kulissen

Im Untergeschoss führt uns der Rundgang weiter in die Großküche. Die Wege auf dem Gelände sind teilweise wirklich weit. Vom einen Ende zum anderen braucht man zu Fuß gute zehn Minuten. Wenn’s richtig schnell gehen muss, sind die Ärzte hier schon mal mit dem Fahrrad unterwegs, erzählt Hopp.

Kochkurs für Mitarbeiter

Jetzt aber zurück zur Küche. Die Mitarbeiter dort sind keine Angestellten der Uniklinik. Für die Gastronomie ist ein externer Dienstleister beauftragt, der knapp 100 Angestellte beschäftigt. Täglich werden zwischen 2000 und 2500 Essen frisch zubereitet und serviert. Die sind nicht nur für Patienten, sondern auch für Mitarbeiter, Studenten und, in der Cafeteria, für die Besucher der Klinik.

Marion Hopp zeigt das Wäschelager des UKR.Foto: Gross

Zweimal im Jahr bietet das UKR seinen Mitarbeitern einen Kochkurs an. 15 heiß begehrte Plätze, die wegen der hohen Zahl an Anmeldungen verlost werden. Die Gewinner bekommen in der hauseigenen Küche die Chance, in einer lockeren Atmosphäre Kollegen näher kennenzulernen und wertvolle Tipps von den Profis zu erhalten. Und am Ende wartet das selbst zubereitete 4-Gänge-Menü auf die Hobbyköche.

Beim Sommerfest verwandelt sich der Campus zudem dank Food-Trucks und Aufführungen in eine zwanglose Umgebung, die das Eis zwischen Mitarbeitern schmelzen lässt.

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