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Regensburg
Mittwoch, 22. November 2017 7

Premiere

Detterbeck rockt den Herbst

Der Songwriter präsentiert mit neuer Band eine neue CD. „Novembermond“ soll den Herbstblues aus den Klamotten schütteln.
Von Norbert Lösch, MZ

Andreas Detterbeck (Mitte) mit neuen Songs und neuer Band: von links Dirk Pätzold, Robert Seitz, Oliver Zangl und Stefan Kalteis Fotos: Julia Knorr

Regensburg. Immer noch Konrektor an der Bischof-Manfred-Müller-Schule, immer noch ein „Getriebener“ in Sachen Gitarre und Songwriting, und immer noch neue Ideen: Mit knapp 50 wird Andreas Detterbeck nicht müde, einerseits Bühnen zu entern und andererseits seine Kreativität auf Tonträger zu bannen. Das neueste Projekt ist die CD „Novembermond“, die er zusammen mit seiner teilweise neu besetzten Band Detterbeck eingespielt hat. Sie ist ein vergleichsweise rockiges Statement und kann durchaus dabei helfen, den Herbstblues aus den Klamotten zu schütteln.

„Andere malen oder laufen einen Marathon – ich schreibe eben Songs und singe.“

Andreas Detterbeck

„Wir sind ja nicht auf irgendwelche Zielgruppen festgelegt und müssen auch nicht auf den kommerziellen Erfolg schielen“, sagt Andreas Detterbeck im Gespräch mit unserer Redaktion. Dass „Novembermond“ deutlich rockiger ausgefallen ist als der Band-Erstling „Weiter“, sei einem Prozess geschuldet. „Ich musste mich selber erst dran gewöhnen“, so der Songwriter. „Die Songs, die wir unter Live-Bedingungen eingespielt haben, haben sich eben so entwickelt.“ Mit dem Ergebnis ist Detterbeck auf jeden Fall sehr zufrieden.

Belebende Neuzugänge

Die Band stellt neue Scheibe live vor

  • Teilweise neue Band,

    ganz neue CD: Unter diesen Vorzeichen werden Detterbeck am Freitag, 3. November, ihre zweite Scheibe namens „Novembermond“ präsentieren. Das Release-Konzert beginnt um 20 Uhr im Degginger in der Wahlenstraße. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

  • Das Datum

    ist nicht zufällig gewählt: Mastermind Andreas Detterbeck feiert just an diesem Tag seinen 50. Geburtstag.

  • Die Band Detterbeck

    besteht aktuell aus Andreas Detterbeck (Gesang, Gitarren), Oliver Zangl (Gitarren), Stefan Kalteis (Bass), Dirk Pätzold (Schlagzeug) und Robert Seitz (Tasten). Als Gäste wirken auf der CD mit: Annika Fischer (Background-Gesang), Cornelie Bergius (Cello) und Benedikt Dreher(Fagott).

  • Die CD:

    Für „Novembermond“ hat Andreas Detterbeck komplett neues Material geschrieben. Die Texte stammen diesmal nahezu ausnahmslos von ihm selbst, lediglich bei drei Songs unterstützte ihn Judith Helmig. Das Cover wurde von der Kölner Künstlerin Doris Maile gestaltet. Die Fotos stammen von Julia Knorr. Aufnahme und Mix: Bernhard Frank, Mastering: Skyline-Studios Düsseldorf

  • Vertrieb:

    Außer auf den gängigen Download-Portalen wie iTunes oder Amazon wird es die CD in Regensburger Buchläden zum Preis von 13 Euro geben. Ansonsten im Selbstvertrieb:

  • www.andreasdetterbeck.de


Der neue Gitarrist Oliver „Oli“ Zangl (MichaelJacktsNet und andere Bands) bringt die Rock-Attitüde in die Band. Der erklärte Fan harter Musik aus den späten 70ern – zu seinen Einflüssen zählt er unter anderem Van Halen – kann auch bei Detterbeck richtig abgehen. Zu hören ist das unter anderem beim Solo am Ende von „Steh auf“. Zusammen mit dem neuen Drummer Dirk Pätzold (The Walrus, Piu-Piu-Band u.a.) hebt er die gesamte Combo auf ein neues Niveau. Pätzold ist in diversen Genres vom Jazz über Latin bis zum Art-Rock zuhause und belebt den Bandsound mit seinem versierten Spiel spürbar.

Schon zum Auftakt rockt die Band, wenn auch noch dezent: „Alles neu“ und „Musik“ leben von eingängigen Refrains mit Ohrwurm-Gefahr, danach gibt es mit „Du“ nicht etwa ein Peter-Maffay-Cover, sondern eine gesungene Liebeserklärung. Bei „Egal“ geht dann wieder die Post ab, wobei die Ähnlichkeit mit „Is mir egal“, einem Klassiker der Hessen-Rocker Rodgau Monotones, sowohl vom Titel als auch von der Musik her eher zufällig sein dürfte. Des Meisters Lieblingssong ist übrigens „Cabrio“, in dem nicht nur die Liebe des US-Rockers Bruce Spring-steen zu offenen Autos thematisiert wird, sondern in dem der „Boss“ auch im Text vorkommt. Sehr relaxt und mit zurückhaltender Slide-Gitarre, ist das tatsächlich ein Road-Song, wie geschaffen fürs Autofahren.

„Novembermond“ ist dennoch kein Rock-Album geworden. Auf der Scheibe finden sich mindestens zur Hälfte auch ruhige Nummern, angefangen vom Titelstück, das weitgehend akustisch und ein bisschen melancholisch daherkommt. Treu bleibt sich Detterbeck auch bei den durchgehend deutschen Texten. Darauf hat er sich schon lange festgelegt. „Früher hatte ich auch schon mal eine Phase, in der ich mühsam und mithilfe von Muttersprachlern versucht habe, englische Texte auf Vordermann zu bringen. Nur ist es leider so, dass nur ganz wenige wirklich wahrnahmen, was ich da gesungen habe“, schildert der Liedermacher seine Erfahrungen.

„Ein bisschen therapeutisch“

Jetzt also schon seit Jahren deutsch, und zwar konsequent. Inhaltlich mag Andreas Detterbeck nicht missionieren, aber eine Botschaft sowie hie und da Kritik an gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen dürfe schon sein, meint er. Quasi als Gegengewicht zum oft deprimierenden Strom von Nachrichten, Facebook- und Twitter-News. „Ich singe über Dinge, die mich beschäftigen, auch über viele persönliche Dinge. Für mich ist das ein bisschen therapeutisch. Andere malen oder laufen einen Marathon – ich schreibe eben Songs und singe.“

Songs aus dem neuen Album finden Sie hier:


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