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Regensburg
Donnerstag, 18. Januar 2018 9

Technik

Die Margaretenau wird saniert

Ein Forschungsprojekt kümmert sich um die Modernisierung des Stadtteils. Der Clou: Die Warmmiete soll nicht steigen.
Von Aaron Graßl

Eine völlig neuartige energetische Sanierung erfährt die Margaretenau in Regensburg durch das Forschungsprojekt „MAGGIE“. Foto: Annika Zeitler

Margaretenau.Forschergruppen aus sechs Fakultäten der OTH Regensburg arbeiten in den nächsten drei Jahren an einer Modernisierung des genossenschaftlichen Wohnviertels Margaretenau.

Das Ziel: Eine denkmalgerechte Modernisierung des historischen Stadtteils mit einem völlig neuartigen Energiemanagement-System unter Einbeziehung eines innovativen solaraktiven Außenputzes und einer neuartigen, hocheffizienten Hybridkombination aus Blockheizkraftwerk und Wärmepumpen-Technik zur Beheizung, Strom- und Trinkwasserversorgung. Die dadurch entstehenden Einsparpotenziale und die Netzdienlichkeit des Gesamtsystems sollen sicherstellen, dass die Warmmiete für die Bewohner nach der Modernisierung nicht erhöht und so bezahlbares Wohnen garantiert wird.

Im Projekt „MAGGIE“ kooperiert das interdisziplinäre Team mit Wissenschaftlern der Universität Bayreuth sowie mit weiteren Partnern aus Verwaltung, Wirtschaft und Industrie. Zum Konsortium gehören die Baugenossenschaft Margaretenau eG, die Firmen Franken Maxit Mauermörtel GmbH & Co. und Carnotherm Wärmelogistik GmbH & Co. KG sowie als assoziierter Partner die Stadt Regensburg. Die Forschung der OTH Regensburg wird auch aus der Region unterstützt: TGA Projektierung GmbH, Luxgreen Climadesign Architekturbüro, Kugler + Kerschbaum Partnerschaft Beratender Ingenieure, Energieagentur Regensburg e.V. und die Universität Regensburg bringen ihre Kompetenzen ein.

Mit „MAGGIE“ konnte sich die OTH Regensburg Fördergelder des Programms „Solares Bauen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Höhe von rund 3,4 Millionen Euro sichern. Davon gehen 2,3 Millionen an die OTH Regensburg; der Rest geht an die Projektpartner. Koordiniert wird „MAGGIE“ von Prof. Dr. Oliver Steffens, Bauphysik-Experte und Dekan der Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik.

Damit die Wohnungen auch von innen modernisiert werden können, soll die Hälfte der Genossenschaftsmitglieder dieser Wohnungen vorübergehend in leerstehenden Wohnungen des Quartiers untergebracht werden. Zurückkehren sollen sie in ein Gebäude, das unter anderem mit revolutionären Verputzsystemen eine bestmögliche Dämmung gewährleistet. Dazu soll ein neuer solaraktiver Putz zur Anwendungsreife gebracht werden, der nach dem Prinzip des Eisbärenfells die Sonneneinstrahlung optimal ausnutzen kann.

Für das intelligente Energiemanagement des Gesamtsystems wird außerdem eine Planungs- und Steuerungssoftware entwickelt und zum Einsatz gebracht, welche Verbrauchsdaten sammelt sowie Wetterprognosen und Energiepreise berücksichtigt, um größtmögliche Kosten- und Ressourceneffizienz zu erreichen. Damit können Energieerzeugung, -verteilung und -speicherung in Echtzeit auf den energetischen Bedarf des Ensembles abgestimmt werden – mit dem Ziel der Mietkostenneutralität.

Das Team der OTH um Prof. Steffens verfügt über Erfahrung in der energetischen Sanierung historischer Stadtquartiere: Beispielsweise entwickelte es im bereits abgeschlossenen Projekt RENARHIS am Objekt „Arbeitersiedlung in der Plato-Wild-Straße“ im Stadtosten entsprechende Modernisierungsstrategien. Prof. Dr. Steffens hat seit 2012 das Kompetenzzentrum „Nachhaltiges Bauen“ an der OTH Regensburg aufgebaut. Im „Regensburg Center of Energy and Resources“ ist er Mitglied des Direktoriums und stellvertretender wissenschaftlicher Leiter.

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