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Regensburg
Montag, 20. November 2017 5

Verkehr

Donaulände für Busse tabu – vorerst

Das Ufer bei der Königlichen Villa hat sich aus unbekannten Gründen abgesenkt. Das verleiht einer alten Forderung Aktualität.
Von Heike Haala, MZ

Wegen dieser Baustelle vor der Königlichen Villa ist die Donaulände für den Busverkehr bis auf weiteres gesperrt. Foto: Haala

Regensburg.Der Montag hätte an der Donau kaum idyllischer ausklingen können: ein spektakulärer Sonnenuntergang zur Feierabendszeit, die im Herbstlicht schimmernd spiegelnde Donau und dazu das Farbenspiel der Blätter rund um den Villapark. Zwei Gäste des Donaukreuzers „Viking Jarl“ genossen die Atmosphäre an Deck bei einem Sekt, Jugendliche saßen an der Kaimauer und scherzten. Busse und Lieferwagen sind aber keine zu sehen. Das könnte auch noch eine ganze Weile so bleiben. Denn derzeit sind die Zufahrtsrampe zur Donaulände vom St.-Georgen-Platz aus und die Donaulände selbst für den Busverkehr gesperrt.

„Die Sperrung musste vorsorglich erfolgen“, gibt die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt. Grund dafür ist, dass die Ufermauer auf Höhe der Königlichen Villa unterspült wurde. Die Stadt klärt gerade ab, wie es dazu kommen konnte und welche Reparaturmaßnahmen notwendig sind, sagte Juliane von Roenne-Styra, die Pressesprecherin der Stadt auf Anfrage der Mittelbayerischen. Fakt ist schon jetzt: Die Donaulände hat sich auf Höhe der Königlichen Villa leicht gesenkt. Deswegen sei die Dauer der Sperrung aktuell noch nicht absehbar.

Die Zufahrt für den Liefer- und Baustellenverkehr erfolgt derzeit bis zur Schattenhofergasse. Dort müssen die Fahrzeuge wenden und über die Rampe zum St.-Georgen-Platz fahren. Alternative Bushaltestellen für die Personenschifffahrt befinden sich auf dem Seitenstreifen am östlichen Ende der Thundorferstraße und am Ende der Babostraße zur Donaulände. Für den Fußgänger- und Radverkehr auf der Donaulände gilt die Sperrung nicht.

Hier ist die Baustelle

Touristen suchen nach Lösungen

Touristen der Flusskreuzfahrtschiffe, die an einem der Ausflüge in die Umgebung teilnehmen wollen, bedeutet das einen Fußmarsch. Sie können jetzt nicht direkt vor den Schiffen abgeholt werden. Für manche ist das kein Problem. Es gebe jedoch auch ältere Herrschaften unter ihnen, für die der Fußmarsch durchaus eine Herausforderung darstelle, sagt ein Passagier. Manche seiner Mitreisenden hätten auf den Ausflug verzichtet. Bei einer Dame, die trotz ihrer Fußprobleme zum Bus wollte, hätten alle zusammen geholfen, berichtet der Mann.

Die Sperrung der Lände stellt uns natürlich vor erhebliche logistische Herausforderungen. Martin Gottschalk, Pressesprecher der LSR

Für Menschen mit Handicap sei lediglich an den Anlegestellen 8 und 9 eine Abholung per Taxi möglich, sagt Martin Gottschalk, der Pressesprecher der Lagerhaus- und Schiffahrtsgesellschaft mbH (LSR). Die Sperrung der Lände stelle die LSR vor „erhebliche logistische Herausforderungen“. Gästeführer holen die Touristen aber weiterhin von den Schiffen ab, sagt Michael Vogl der Pressesprecher der Regensburg Tourismus GmbH.

Busse, die vor Schiffen parken: Solche Szenen wird es an der Donaulände auf unbestimmte Zeit nicht mehr geben. Foto: Kroll

Die Sache mit den Bussen an der Donaulände ist ein Thema, das nach wie vor viele Regensburger umtreibt. Neben den Touristen nutzen vor allem Anwohner aus dem Stadtosten die Donaulände. So ist die Uferzone für sie ein Gelände, auf dem sie gerne ihre Freizeit verbringen oder ein Weg, auf dem sie in die Stadt gelangen. Deswegen sind dort auch viele Fahrradfahrer, Gassi-Geher sowie Mütter mit Kinderwagen unterwegs.

Noch bevor der Asphaltweg im April 2015 befestigt wurde, gab es deshalb immer wieder Kritik an diesem Vorhaben der Stadt. Die Anwohner befürchteten eine Autobahn am Donauufer. Dieser Unmut legte sich auch nicht, nachdem der Weg umgestaltet wurde. Immer wieder melden sich Regensburger bei der Mittelbayerischen, die über die Zustände am Donauufer klagten: Sie müssten dem Lieferverkehr ausweichen und fühlten sich vom Ufer weggesperrt.

Der Umstand, dass es im Moment ohne Busverkehr am Donauufer gehen muss, verhilft deswegen einer Forderung der Altstadtfreunde zu neuer Aktualität: Ein Busterminal für die Schiffstouristen auf der Höhe des Kinos am Ostentor. Vorsitzender Prof. Peter Morsbach erklärt: Für die Regensburger hätte diese Haltestelle den Vorteil, dass die Busse nicht an der Donau oder durch die Altstadt und die Ostengasse fahren müssten. Die Touristen könnten den Fußweg über den Villapark nutzen, um zu der Bushaltestelle zu gelangen. Das Schiffspersonal könnte ihnen dabei helfen. Darüber hinaus hofft Morsbach von den Altstadtfreunden auf einen versenkbaren Poller auf der Anfahrtsrampe am Donaumarkt, der den Verkehr am Donauufer eindämmt. Ein Vorschlag, den die Stadt im vergangenen Jahr selbst ins Spiel brachte. Allerdings einer, der nicht umgesetzt wird.

„Angesichts der momentan nicht erkennbaren Notwendigkeit werden Planungen für Poller nicht weiter verfolgt“ Juliane von Roenne-Strya, Pressesprecherin der Stadt

Poller am Ufer kommen nicht

„Angesichts der momentan nicht erkennbaren Notwendigkeit werden Planungen für Poller nicht weiter verfolgt“, schreibt Pressesprecherin von Roenne-Styra. Die Situation werde jedoch weiter beobachtet. Zum Thema Bushaltestellen verweist sie auf ein gemeinsames Projekt mit dem Bayernhafen. Auf Höhe des Marina-Quartiers sei angedacht, Anlandungsmöglichkeiten für Hotelgastschiffe zu schaffen. Busse könnten diese Anlage über den Westhafen erreichen – zum Vorteil der Anwohner und Nutzer der Lände. Von Haltstellen beim Ostentor aber ist im Statement der Stadt nicht die Rede.

Stattdessen gehen die Verantwortlichen davon aus, dass sich die Situation durch die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen östlich der Nibelungenbrücke (Polder Q) für alle Nutzer weiter entzerren und verbessern werde. Auch die baustellenbedingten Beeinträchtigungen beim Museum der Bayerischen Geschichte gehörten bald der Vergangenheit an.

Für Morsbach aber ist die Zeit der Sperrung der Donaulände für Busse trotzdem ein Zeitraum, in dem nach Alternativen für die bisherige Lösung gesucht werden könnte.

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