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Regensburg
Montag, 23. Oktober 2017 12° 7

Befragung

Einzelhändler sehen sich als „Gastgeber“

Faszination Altstadt erkundet die Stimmung der Regensburger Geschäftsleute. Sie loben die Stadt. Die Baustelle schränkt ein.
Von Daniel Geradtz, MZ

Ines (links) und Vanessa Gottschalk (Mitte) im Gespräch mit Ingo Saar, dem Geschäftsführer des Vereins Faszination Altstadt Foto: Geradtz

Regensburg.Die Baustelle in der Weiße-Lilien-Gasse hat sich auf den Passantenstrom ausgewirkt. Das erklärte Ingo Saar, Geschäftsführer des Vereins Faszination Altstadt, im Juli gegenüber unserem Medienhaus. Am Mittwoch besuchte er mit Vertretern der Stadt die „Sister’s Boutique“, um sich bei den Geschäftsleuten unter anderem über die Auswirkungen der Bauarbeiten zu erkundigen. Der Besuch der Geschäfte ist Bestandteil einer Aktion, die der suspendierte OB Joachim Wolbergs 2014 ins Leben rief.

Die Schwestern Ines und Vanessa Gottschalk betreiben das Modegeschäft seit etwa einem Jahr. Sie bestätigten, dass es zeitweise – beispielsweise als die Arbeiten direkt vor dem Eingang stattfanden – zu Einschränkungen für die Kunden gekommen sei.

Die aus Straubing stammenden Einzelhändlerinnen erklärten, dass es für sie reizvoll war, das Geschäft in der Domstadt zu eröffnen. „Für uns war Regensburg die einzige Option, als wir uns selbstständig gemacht haben.“ Die Unterstützung durch die Verwaltung bewerteten sie als positiv. „Die Stadt macht sich viele Gedanken.“

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer nannte Beispiele für die Zusammenarbeit. Aus einem Beteiligungsverfahren, in dem die Altstadtkaufleute involviert waren, sei ein Maßnahmenkatalog entstanden. Auch die Faszination Altstadt habe mit verschiedenen Events und der Einführung des Altstadt-Zehners schon ihre Ideen umgesetzt.

So geht es mit der Sanierung der Fußgängerzone weiter

Kunde muss sich wohlfühlen

Der Geschäftsführer des Vereins erklärte, dass sich die Atmosphäre in den Geschäften in den letzten Jahren verändert habe. „Der Inhaber versteht sich inzwischen als Gastgeber“, sagte Saar. So könne er in den Wettbewerb mit dem seelenlosen Onlinehandel treten. Schließlich könne ein Einkauf, bei dem sich der Kunde wohlfühlt, auch eine therapeutische Wirkung haben. Durch angebotene Getränke könne dieses Gefühl geschaffen werden.

Er sieht die Regensburger Händler am Puls der Zeit. Vanessa und Ines Gottschalk bestätigten seine Einschätzung: Zur Weihnachtszeit gaben sie Lebkuchen und Glühwein an ihre Kunden aus.

Im Gespräch mit Saar äußerten die Schwestern einen Wunsch: „Vielleicht wäre ein verkaufsoffener Sonntag im Frühling eine gute Idee. Da ist die Stimmung anders als im Herbst“, erklärte Ines Gottschalk. Saars Antwort war nicht vielversprechend: „Neue verkaufsoffene Sonntage sind schwer zu etablieren“, erklärte er. Denn sie müssten an existierende Feste gekoppelt sein. In Regensburg sind sie im Rahmen des Herbstfestes am zweiten Oktoberwochenende und beim städtischen Tag der offenen Tür am zweiten Novemberwochenende.
Vorgeschriebene einheitliche Öffnungszeiten hält er indes für überflüssig. Denn schon jetzt hätten unter der Woche 100 Geschäfte und samstags 200 Geschäfte einheitliche Öffnungszeiten.

Die Planungen

  • Der nächste Abschnitt:

    Im Frühjahr 2018 beginnt der 2. Abschnitt der Sanierung der zentralen Fußgängerzone. Dann werden die Königsstraße, die Vier-Eimer-Gasse mit Vier-Eimer-Platz, die Drei-Helm-Straße und die nördliche Pfaugengasse zur Baustelle. 2019 und 2020 werden weitere Teile der Innenstadt aufgegraben.

  • Arbeitszeiten:

    Die Bauarbeiter arbeiten Montag bis Donnerstag von sieben bis 17 Uhr, an Freitagen bis 14 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen grundsätzlich gar nicht. Auch Nachtarbeit soll möglichst vermieden werden, um Anwohner nicht zusätzlich zu belasten.

  • Information:

    Unter www.regensburg.de/fussgaengerzone gint es Informationen. Ansprechpartner sind unter der E-Mail-Adresse fussgaengerzone@regensburg.de und der Tel. (0941) 5 07 79 00 erreichbar.

  • Verbesserung:

    Die neu verlegten Pflastersteine sollen ebenerdiger sein als die alten. So solle Rollstuhlfahrern, aber auch Müttern mit Kinderwägen der Weg in der Altstadt erleichtert werden. Die Stadt Regensburg hat sich mit dem Behindertenbeirat abgesprochen. Auf den Wegen soll zudem eine Art „Rinne“ verlaufen, an der sich seheingeschränkte Menschen orientieren können.

Reicht der Parkraum aus?

Auch die Parkplätze waren ein Thema. Vanessa Gottschalk erklärte, dass in den Parkhäusern ausreichende Abstellplätze vorhanden seien. Maltz-Schwarzfischer ergänzte: „Für viele Bürger sind 500 Meter ein weiter Weg.“ Saar sagte hingegen, dass auch die Parkplätze an der Fußballarena gut angenommen würden. Bei Großveranstaltungen in der Stadt werden sie von Shuttle-Bussen angefahren.

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