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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Politik

Fall Wolbergs: Ermittlungen dauern an

Eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft ist noch nicht gefallen. Der suspendierte OB meldet sich auf Facebook zu Wort.
Von Andrea Rieder, Ernst Waller und Christian Kucznierc, MZ

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs äußerte sich auf einer Pressekonferenz im Juni 2016 zu den Ermittlungen gegen ihn. Foto: Bischof

Regensburg.In den vergangenen Wochen war es etwas ruhiger um Joachim Wolbergs geworden. Nun meldete sich der suspendierte Regensburger Oberbürgermeister im Sozialen Netzwerk Facebook zu Wort.

Viele Menschen hätten ihn in den letzten Wochen und Monaten darauf angesprochen, „dass sie so gerne wieder etwas von mir hören würden“. Also habe er sich intensiver mit Facebook beschäftigt. Auf der offiziellen Seite „Joachim Wolbergs“ werde er künftig immer dann etwas posten, „wenn es sinnvoll erscheint“. Sie biete außerdem die Möglichkeit, Kontakt zu ihm aufzunehmen – obwohl das aktuell „nur eingeschränkt möglich“ sei. „Ich will versuchen solche Nachrichten auch gerne individuell zu beantworten. Und ich freue mich natürlich sehr über einen offenen und respektvollen Dialog“, schreibt er.

Hier lesen Sie, was Joachim Wolbergs auf Facebook gepostet hat:

Der Beitrag, den Wolbergs am frühen Montagmorgen veröffentlichte, bekam bis zum Abend mehrere Hundert Reaktionen. Er wurde bis zum Mittag über 15 Mal geteilt. Viele Nutzer Wolbergs’ kommentierten den Post außerdem mit aufmunternden und unterstützenden Worten.

Auch die offizielle Facebook-Seite „Oberbürgermeister Joachim Wolbergs“ gibt es noch. Dort wurde aber zuletzt am 13. Januar etwas gepostet. Am 18. Januar wurde Wolbergs verhaftet. Die lange Sendepause auf Facebook erklärt der suspendierte OB auch mit seiner „derzeitigen Situation“.

Seit Juni 2016 ist bekannt, dass das Stadtoberhaupt im Visier der Ermittler steht. Die Behörden verdächtigten ihn zunächst der Vorteilsannahme und mittlerweile auch der Bestechlichkeit. Er ist neben dem Immobilienunternehmer Volker Tretzel eine Schlüsselfigur der Korruptionsaffäre. Wolbergs kam für mehrere Wochen in Untersuchungshaft, er wurde von seinem Amt vorläufig suspendiert. Seitdem leitet Gertrud Maltz-Schwarzfischer die Geschäfte der Stadt.

Staatsanwaltschaft: Alles ist möglich

Ende Februar kam Wolbergs wieder frei. Ein dringender Tatverdacht gegen ihn liegt aber weiterhin vor. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. In den nächsten Tagen ist wohl noch nicht mit einer Entscheidung über eine mögliche Anklage zu rechnen. Wie Oberstaatsanwalt Theo Ziegler auf Nachfrage gegenüber unserem Medienhaus sagte, könnten sich die Ermittlungen bis Juli oder August, möglicherweise sogar bis in den September hinziehen. Die Staatsanwaltschaft bleibe bei ihrer Linie: Sie treffe keine Aussagen zum Ausgang der Ermittlungen. Nach wie vor gelte: In einem laufenden Verfahren sei immer alles möglich, von Einstellung bis Anklageerhebung, so Ziegler. Damit ist weiter unklar, ob und wann ein Prozess gegen Wolbergs stattfinden wird.

Nach seiner Entlassung aus der U-Haft trat Wolbergs zunächst noch bei Versammlungen der Landkreis-SPD auf. Weil der Druck von Parteifreunden immer größer wurde, ließ er schließlich seine Parteiämter und verzichtete künftig auf solche Auftritte. Ein Regensburger Buchhändler wollte dem suspendierten OB im April noch ein Podium bieten. Er initiierte einen Unterstützer-Kreis für Wolbergs. Die Presse wäre dazu nicht eingeladen gewesen. Am Ende platzte der Stammtisch jedoch.

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