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Regensburg
Montag, 18. Dezember 2017 3

Jubiläum

Franz Müntefering macht den Senioren Mut

Zum 25-jährigen Bestehen besuchte der frühere Vizekanzler den Treffpunkt Seniorenbüro in Regensburg.
Von Daniel Steffen, MZ

Franz Müntefering gab im Alten Rathaus Tipps für ein würdevolles Leben im Alter. Fotos: Steffen

REGENSBURG.Natürlich fühle er sich wie 77, sagte Franz Müntefering. Auch wenn man ihm gerne die Antwort entlocken wolle, dass er sich jünger fühlen müsse. Nein, für ihn sei das Leben eine „realistische Kurve“ – und wenn der Mensch in ein gewisses Alter komme, dann greife er eben zum Schlaufengriff im Bus, während jüngere Leute mit ihren Körpern die Fahrtbewegungen ausbalancieren. Mit einer gesunden Portion Humor sowie der notwendigen Ernsthaftigkeit sprach Müntefering anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Treffpunkts Seniorenbüro im voll besetzten Historischen Reichssaal über das Thema Alter.

Er skizzierte die Altersentwicklung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten: Gebe es in Deutschland heute etwa 4,5 Millionen Menschen im Alter von 80 Jahren, seien es im Jahr 2035 zehn Millionen, sagte der SPD-Politiker. Und im Jahr 2050 sei das „ganze Stadion in Dortmund voller Hundertjähriger“, also 80 000 Menschen bundesweit.

Demnach stünden die Städte und Kommunen vor neuen Herausforderungen. Müntefering betonte aber auch: „Es kommen im Alter zehn, zwölf, 15 gute Jahre obendrauf. Schwere Krankheiten beginnen später.“ Ein wichtiger Aspekt im Alter sei, dass die Mobilität erhalten bleibe – und das nicht allein durch technische Hilfsmittel, sondern vor allem durch Eigeninitiative. „Menschen brauchen Bewegung und Begegnung“, betonte Müntefering, der auch auf moderne Wohnformen Bezug nahm.

Bei den Siedlungen der Bielefelder Baugenossenschaft „Freie Scholle“ etwa habe er eine „unglaubliche soziale Dichte“ und einen „familienähnlichen Charakter“ festgestellt. Als erstes bundesdeutsches Wohnungsunternehmen habe die Freie Scholle 1988 eine eigene Altenberatung und -betreuung aufgebaut. Zwar könne man aus diesem Beispiel kein Schema machen, betonte Müntefering. Die demografische Entwicklung aber zeige, dass die meisten Familien „nicht mehr in einem Haus wohnen“.

Den Gratulationen zum 25-Jährigen des Treffpunkts Bürgerbüro schloss sich Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer an. Sie erinnerte an Altbürgermeisterin Hildegard Anke und Altoberbürgermeisterin Christa Meier, denen die Etablierung des Treffpunkts zu verdanken sei. „Vor 25 Jahren fanden sich nicht nur Menschen, die an diese Idee geglaubt haben, sondern diese Vision seitdem auch gelebt und sich dafür engagiert haben.“ Kurz umriss sie den Sinn des Projekts: So ermögliche der Treffpunkt Seniorenbüro es, aktiven und älteren Menschen im Rahmen eines Ehrenamtes ihre Lebenserfahrung und Kenntnisse für sich und andere einzusetzen. Bei 45 Projekten hätten sich allein im vergangenen Jahr 300 Ehrenamtliche in mehr als 40 000 Stunden engagiert.

Von den Ehrenamtlichen der ersten Stunde ergriff Rose Meierhofer das Wort. Die damals erste Frau im Seniorenbüro war 15 Jahre lang für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und leitet heute einen Literaturkreis. „Jetzt können wir getrost die goldene Hochzeit angehen“, betonte sie bezüglich eines weiteren Jubiläums in 25 Jahren.

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