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Regensburg
Dienstag, 21. November 2017 5

Internet

Fünf Blogger aus Regensburg

Thema eines Blogs müssen nicht immer Beauty-Produkte sein. Wir stellen Menschen vor, die ihre Hobbys im Internet teilen.
Von Julia Weidner, MZ

Immer mehr Blogs geben im Alltag Tipps zu Beauty-Produkten, Sportübungen oder Rezepten. Foto: Daniel Naupold/dpa

Regensburg.Auch in Regensburg gibt es viele Blogs mit unterschiedlichen Inhalten. Anders als bekannte Blogs aus aller Welt verdienen die wenigsten mit ihren Einträgen Geld. Wir stellen fünf Blogger-Typen aus Regensburg vor:

1. Der Beauty-Blog: Kristin setzt auf Inhalt(sstoffe)

Kristin Prechtl informiert ihr Follower über die Inhaltsstoffe in Beauty-Produkten. Foto: Prechtl

Wimperntusche, Make-Up und Gesichtscreme: Diese Themen nehmen den größten Platz auf Kristin Prechtls (Foto: Prechtl) Blog ein. Auf den ersten Blick ist „Lipstick And Spoon“ ein typischer Blog für Mädchen im Teenageralter. Doch die junge Bloggerin stellt nicht unzählige Produkte vor, die ihre Leser dann ganz schnell nachkaufen sollen. Kristin spezialisiert sich in ihrem Blog in Zukunft vor allem auf die Inhaltsstoffe von Beauty-Produkte. „Damit kann ich mich von der Masse an Beauty-Bloggern abheben“, erklärt sie. Außerdem sagt sie über sich: „Ich bin keine Follower-Jägerin.“ Lieber will sie ihren Lesern bei der Auswahl von Beauty-Produkten helfen. Vom Klischee, der Blog diene nur dazu, gratis Proben abzustauben, grenzt sich Kristin deutlich ab. „Wenn mich ein Unternehmen wegen einer Kooperation anschreibt, prüfe ich alle ganz genau.“ Außerdem ist der Blog für sie ein Hobby und kein Beruf.

2. Der Sport-Blog: Thomas genießt das Radfahren

Thomas Schönhütl zeigt seinen Lesern die schönen Flecken der Region. Foto: Thomas Schönhütl

Sich stundenlang im Fitnessstudio zu quälen, um am Ende ein verschwitztes und durchtrainiertes Foto von sich zu posten oder Trainingspläne für die Leser anzubieten, so funktionieren viele Sport-Blogs. Nicht aber der von Thomas Schönhütl. Er hält sich fit, indem er jeden Tag fast zwei Stunden mit dem Rad (Foto: Schönhütl) in die Arbeit und zurück fährt. „Ich fahre mit offenen Augen durch die Gegend“, erzählt der Regensburger. Wenn ihm die Natur oder der Stand der Sonne gefällt, bleibt er kurz stehen und schießt ein Foto. „Das geht ganz schnell“, sagt Thomas. Jeden Abend lädt er das schönste Bild seines Tages auf seinen Blog „Radfahren in und um Regensburg“ hoch. So möchte er andere zum Radfahren motivieren oder Tipps zu Ausflugszielen geben. „Damit mache ich auch Werbung für die Region.“ Seit Dezember 2014 haben sich schon mehr als 130 000 Menschen über das Radfahren in Regensburg informiert. Von Kooperationen mit Unternehmen hält er aber wenig. Schon öfter hätte er Rad-Zubehör oder Sportkleidung promoten können, immer sagte Thomas ab. „Ich führe meinen Blog rein aus Spaß.“ Außerdem freut er sich, wenn er nach längerer Zeit seine Einträge durchsieht. „Das ist wie ein Fotobuch voll mit Erinnerungen.“ Geld verdienen möchte er deswegen nicht mit seinem Blog.

3. Der Tagebuchblog: Julia schreibt über Gaming

Julia Wenzl will das Ansehen von Videospielen verbessern. Foto: Gamer Verein Regensburg

2012 wollte Julia Wenzl (Foto: Gamer Verein Regensburg) etwas Neues starten. Jeder ihrer Tage lief gleich ab, ihr war langweilig. Also machte sie es sich zur Aufgabe, ihre Erfolge bei Video-Spielen im Internet zu dokumentieren. So entstand auch die Domain gelegenheitsplatinjaegerin.blogspot.de, wobei sie ihren Blog „Kekskruemml“ nennt. Jeden Tag trägt sie ihre Erfolge im Blog ein, im Stile eines Tagebuchs. Doch inzwischen hat sich einiges verändert. Seit zwei Jahren postet Julia jeden Tag Bilder. Sie möchte andere an ihrem Leben teilhaben lassen, das Thema „Gaming“ ist nicht mehr allgegenwärtig. Mit ihrem Blog möchte die junge Frau das Ansehen von Videospielen in der Gesellschaft steigern. „Der Blog motiviert mich, nicht nur zu Hause rumzusitzen“, sagt sie. Im Gegensatz zum Inhalt hat sich der Blog äußerlich nicht modernisiert. „Ich mag das Simple an meinem Blog, ich möchte keine schöne Schrift benutzen, nur um anderen zu gefallen“, erklärt die 29-Jährige. Von Influencern grenzt sie sich so ab. „Ich möchte niemanden beeinflussen, deswegen mache ich keine Werbung.“ Auch einen Instagram-Account zum Blog gibt es nicht.

Julia Wenzl ist auch auf Youtube aktiv:

4. Der Lifestyle-Blog: Trang erzählt, was sie gerne macht

Trang Vu bloggt seit Anfang 2016. Foto: Tobias Platzer

Egal ob Reisen, Fashion, Beauty oder Regensburg, auf Trangs Blog ist von allem ein Teil zu finden. Seit 2016 führt die junge Regensburgerin ihren Lifestyle-Blog „A la vu“. Sie legt sich nicht auf eine Richtung fest, auf ihrem Blog findet man Einträge zu „allem, was ich gerne mache“, sagt Trang. Dazu gehört auch ihre Heimatstadt Regensburg. Unter der Kategorie „Locals“ stellt die Bauzeichnerin Hotspots und Start-Ups aus der Domstadt vor. Anfangs hatte Trang mit ihrem Blog auch Kooperationen mit Beauty-Firmen, jetzt will sie vor allem junge Unternehmen aus Regensburg unterstützen. Im September hatte ihr Blog über 1200 Seitenaufrufe, außerdem hält sie ihre Leser per Instagram auf dem Laufenden. Und das merkt sie auch offline. „Ich wurde schon ein paar mal beim Weggehen angesprochen“, erzählt sie. Zur Zeit gibt es im Monat nur ein bis zwei Posts, doch vielleicht ändert sich das bald: Im November ist Trang bei einem Treffen für Blogger aus Regensburg, hier kann sie sich neue Inspirationen holen.

5. Der Food-Blog: Essen ist auch eine Haltung

Christoph Hauser setzt den Fokus in seinem Blog auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Foto: www.florianhammerich.com

Wer auf Christoph Hausers (Foto: Florian Hammerich) Blog „Genießer Stammtisch“ Fotos von gesunden Gerichten, schön angerichtet und noch nicht angerührt erwartet, liegt falsch. Der Koch schreibt dort über das Konsumverhalten der Regensburger und regt sie dort an, über ihren Tellerrand zu blicken. „Essen ist eine politische Haltung“, sagt der 43-Jährige. Deswegen engagiert er sich auch in der Regionalgruppe Oberpfalz von Slow Food Deutschland. Das sei eine Gruppe mit Anspruch auf guten Geschmack durch saubere und faire Produkte. Deswegen informiert Christoph Hauser seine Leser über regionale Produkte und gute Verarbeitung. Im Zentrum steht immer die Frage: Wo werden zu welchen Bedingungen Rohstoffe angebaut? „Nur so kann ich mein Essen genießen“, erklärt Christoph Hauser. Seinen Blog sieht er als Sprachrohr und Diskussions-Plattform. „Mit aufgeklärten Genießern entstehen viele spannende Gespräche.“ So gibt es auch eine Verbindung der digitalen mit der analogen Welt.

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