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Regensburg
Montag, 19. Februar 2018 5

Auktion

Fundsachen unterm Hammer

Das Fundamt hat Handys, E-Zigaretten und andere Gegenstände ohne Besitzer versteigert. Der Erlös landet in der Stadtkasse.
Von Sebastian Wintermeier

Etwa 100 Schnäppchen-Jäger besichtigten vor der Versteigerung die Auktionsgüter. Foto: Wintermeier

Regensburg.Vor der Türe und im Foyer des Antonius-Saals am Mühlweg tummeln sich eine halbe Stunde vor Auktionsbeginn etwa 70 Leute. Mitten im lauten Stimmengewirr versucht Student Elias König, sich genauer zu informieren: „Wie lange dauert denn sowas? Ich war vorher noch nie auf einer Fundsachen-Auktion.“ Bis seine Chance kommt, wird sich der 22-Jährige noch gedulden müssen.

Der Regensburger will ein günstiges Fahrrad ersteigern. „Mehr als 100 Euro biete ich auf keinen Fall“, sagt der Student, als plötzlich die Türen zum Antonius-Saal aufgehen. Hektisch drängen die mittlerweile rund 100 Besucher in den Saal. Denn hier sind die begehrten Schätze rechts und links vom Auktionator-Pult aufgebaut. Auf langen Tischreihen liegen verlorengegangene E-Zigaretten, Markenkleidung, Uhren und Schmuck, Brillen und Handys.

Zwei Transporter voll

Gegenüber stehen etwa 30 Fahrräder in allen Farben und Größen. Mit zwei Transportern waren die Auktionsgüter aus dem Fundsachen-Lager in Burgweinting zum Antonius-Saal gebracht worden. Eine halbe Stunde ist jetzt Zeit, um Kleinteile bar anzukaufen und die Fundsachen vor Versteigerungsbeginn zu begutachten.

Jaqueline Stein hat es auf die Mobiltelefone abgesehen: „Ich würde gerne an die Handys rankommen, aber dafür fehlen mir die Ellenbogen“, sagt die Regensburgerin, die sich beim umkämpften Vorabverkauf aber ein Paar Fahrradhandschuhe sichern konnte. Sie ist regelmäßig zu Gast bei der städtischen Auktion und hatte schon vor einem Vierteljahr Erfolg: Ausbeute waren eine E-Zigarette für 20 Euro und eine Arbeitsschutzbrille für ihren Mann.

Im Antonius-Saal wurden die Fundstücke unter den Hammer gebracht. Foto: Wintermeier

Besonders dichtes Gedränge herrscht zwischen den Fahrrädern, die auf neue Eigentümer warten. Auch Elias muss sich die verlorengegangenen Räder vor der Versteigerung genau ansehen. Konzentriert notiert er die Nummern der Zweiräder auf seinem Smartphone: „Neun davon würden passen im Prinzip. Aber viele sind mir einfach zu klein“, sagt der 1,80 Meter große Student, als Manfred Stuber, Mitarbeiter der Stadt, ans Pult tritt und den Auktionsbeginn verkündet: „Für gesteigerte Gegenstände gibt’s keine Garantie, die Rücknahme ist ausgeschlossen!“

Auktionator Manfred Stuber versteigerte die Fundstücke. Foto: Wintermeier

Der Beamte ist jedes Jahr für etwa 10 000 gefundene Sachen zuständig, die die Regensburger im Stadtgebiet verlieren oder schlicht liegen und stehen lassen. Ungefähr die Hälfte davon landet am Ende auf einer von Stubers vierteljährlichen Versteigerungen im Antonius-Saal. Am Mittwoch waren es etwa 1500 Fundsachen.

Neben Goldschmuck, dessen Wert vorher von einem Juwelier geschätzt worden war, Handys und Reisekoffern, kommen auch geheimnisvolle Wäschewannen für bis zu 20 Euro unter den Hammer. Den Inhalt erfährt der Ersteiger aber erst nach Bezahlung.

Eine Wanne voll Kleidung

Jaqueline Stein hat Erfahrung damit: „Man muss eine große Tasche mitbringen!“ Die Erfahrung gibt ihr recht. Denn kurz darauf schüttet ein Helfer die Kleidung aus ihrer diesmal ersteigerten Wanne vor Jaqueline auf den Boden und nimmt die leere Wanne wieder mit.

Bei der Auktion galt es, Nerven zu bewahren. Foto: Wintermeier

Gegen Ende der Veranstaltung hat sich der Saal etwas geleert. Denn zum Finale versteigert Stuber die vergleichsweise teuren Fahrräder. Ein schwarzes Mountainbike ist besonders begehrt und findet für mehr als 200 Euro einen neuen Besitzer. Das ist in Elias’ Budget heute nicht drin. Trotzdem hat sich das Warten auf den richtigen Moment für den VWL-Studenten gelohnt. Zum Schnäppchen-Preis von 35 Euro ergattert er ein silbergraues Herrenfahrrad: „Naja, den Hinterreifen muss ich aufpumpen, ansonsten passt’s!“, freut er sich.

VWL-Student Elias König hat ein Fahrrad für 35 Euro ersteigert. Foto: Wintermeier

Der Erlös der Fundsachen-Versteigerung landet in der Stadtkasse. Nach Informationen des Fundamtes sind dieses Mal knapp 4000 Euro zusammengekommen.

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Nächster Termin

  • Am 18. April

    findet die nächste Auktion im Antonius-Saal statt.

  • Die Fundstücke

    können ab 13.30 Uhr besichtigt werden, um 14 Uhr beginnt die Versteigerung.

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