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Regensburg
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Mobilität

Fußgänger ärgern sich über Radfahrer

Die Radler auf Fußwegen im Regensburger Donaupark werden mehr, findet Ingrid Götz. Die Stadt sagt, die Kontrollen reichen.
Von Curd Wunderlich, MZ

Zusätzlich zu den blauen Fußwegschildern würde sich Ingrid Götz auffällige Verbotshinweise für Radfahrer wünschen. Foto: Wunderlich

Regensburg.Ingrid Götz geht gerne spazieren. Einer ihrer liebsten und häufig genutzten Wege ist der rund um den Westbadweiher. Dort sucht die 64-jährige Rentnerin Ruhe und Entspannung in der Natur mitten in der Stadt. Doch seit einigen Jahren merkt Götz, dass verstärkt Fahrradfahrer die reinen Fußwege rund um den Weiher nutzen. Die Regensburgerin ärgert das: „Ich bin selbst Radlerin. Ich finde aber, dass es auch Wege nur für Fußgänger geben sollte, gerade in Erholungsgebieten“, meint sie beim Ortstermin mit unserem Medienhaus.

Sie habe schon öfters nicht ungefährliche Situationen beobachtet, wenn flotte Radler und gemütliche Fußgänger auf dem Rundweg am Weiher aufeinandertrafen. „Der Weg ist schließlich fast überall gebogen, da sieht man sich gegenseitig erst spät.“ Gerade für ältere Menschen, auch mit Rollatoren, oder Familien mit Kinderwägen werde es dann immer mal wieder eng. „Und ich erschrecke auch immer wieder, wenn plötzlich ein Radler auftaucht – man rechnet damit ja nicht, wenn man in Gedanken ist.“

Aus der Grünflächensatzung

  • In der noch gültigen

    Grünflächensatzung der Stadt Regensburg heißt es unter anderem: „Die Benutzer der Grünanlagen und Spielanlagen müssen sich so verhalten, dass kein anderer gefährdet, geschädigt oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird.“

  • Ansonsten drohe ein Platzverweis:

    „Wer Vorschriften dieser Satzung oder einer aufgrund dieser Satzung erlassenen Anordnung zuwiderhandelt oder wer in Grünanlagen und in Spielanlagen Handlungen begeht, die mit Strafe oder mit Geldbuße bedroht sind, [...] kann, unbeschadet der sonstigen Rechtsfolgen, aus den Grünanlagen oder Spielanlagen verwiesen werden.“

Fünf bis zehn Radler pro Runde

Teilweise seien es bei einer Umrundung fünf bis zehn Radfahrer, auf die sie treffe. „Manchmal natürlich auch gar keine“, gibt Götz zu. Dennoch sind die vielen Radler für die 64-Jährige ein so großes Ärgernis, dass sie sich an die Stadt gewandt hat: bereits im vergangenen Jahr per E-Mail und weil damals keine Antwort kam heuer nochmals per Mail an das Bürgerbüro und per Brief direkt an Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer persönlich.

Bei der ist das Schreiben Anfang dieser Woche angekommen – und Götz wird dieses Mal auch „sicher“ eine Antwort erhalten, verspricht Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, im Gespräch mit unserem Medienhaus. Sie apelliert vor allem an die gegenseitige Rücksichtnahme der Bürger – nicht nur in Grünanlagen.

Das Paradies am Westbadweiher

Die Problematik der Radfahrer auf reinen Fußwegen sei im Rathaus natürlich bekannt. Aus ihrer Sicht ist der Westbadweiher dabei aber „nicht der Hotspot“. Andere reine Fußwege in Grünanlagen würden noch deutlich häufiger von Radlfahrern genutzt, „weil die als Abkürzungen sehr beliebt sind – zum Beispiel im Stadtpark“.

Ganz klar stellt von Roenne-Styra aber fest: „Der Weg um den Weiher ist nicht für den Radverkehr freigegeben.“ Die Anlagenaufsicht des Gartenamts sei für die Kontrolle zuständig und verwarne auf ihren Touren Radfahrer, die deutlich schneller als im Schritttempo unterwegs seien. „Bußgelder werden aber nur äußerst selten verhängt.“ Zuständig sind bei der Stadt für die Kontrollen drei Angestellte. Die seien mindestens einmal pro Woche am Westbadweiher unterwegs, heißt es aus dem Rathaus. Spaziergängerin Götz hätte noch den Vorschlag, zusätzlich zu den blauen Fußgängerschildern Verbotsschilder für Radfahrer aufzustellen. „Die werden vielleicht besser wahrgenommen.“

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Verbotsschilder kommen nicht

Wenn sie nämlich Radler stoppe und darauf hinweise, dass sie auf reinen Fußwegen unterwegs seien, würden viele sagen, das sei ihnen nicht bewusst gewesen. Dem Vorschlag erteilt die Stadt aber eine Absage: „Mehr Verbotsschilder wird es nicht geben“, meint von Roenne-Styra. Am Zugang zu Grünanlagen werde bereits auf die jeweiligen Regeln und Verbote hingewiesen. Aus Sicht der Verwaltung ist das ausreichend.

Von Roenne-Styra weist auch darauf hin, dass das Gartenamt derzeit an einer Neufassung der Grünanlagensatzung arbeite. Die soll bis zum Jahresende fertig sein. „Dabei wird auch geprüft, welche Wege man zusätzlich für Radfahrer freigeben kann.“ Das entspräche schließlich dem erklärten Ziel, viele Menschen in Regensburg auf den Drahtesel umsteigen zu lassen. Den Weiherrundweg will die Verwaltung davon aber unberührt lassen – „es sei denn, die Politik entscheidet da etwas anderes“.

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