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Regensburg
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Kultur

Gäste tanzen durch lange „Blaue Nacht“

20 000 Besucher zählte der Veranstalter am Samstag. Auch die After-Show-Party war zur Premiere gut besucht.
Von Daniel Geradtz, MZ

Je länger der Abend dauerte, desto voller wurde es im Stadtpark. Die Münchener Salsaband „Rafaelito y su Tumbao“ stand zum Abschluss der „Nacht in Blau“ auf der Bühne und brachte viele Besucher zum Tanzen. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Ging es am Vortag bei der „Rewag Klassik im Park“ eher gediegen zu, wurde am zweiten Abend des Kulturwochenendes temperamentvoller gefeiert. Die Bühnen im Stadtpark, das angrenzende „Parkside“ und das Kunstforum Ostdeutsche Galerie gehörten am Samstag bis in die Dunkelheit hinein der 13. „Rewag Nacht in Blau“. Laut dem Veranstalter waren an diesem Abend 20 000 Menschen zu Gast.

Schon die erste Band auf der Hauptbühne – beziehungsweise davor – brachte die Besucher zum Tanzen. Die Mitglieder der tschechischen Band „Lovesong Orchestra“ aus Prag zog es auch auf die Wiesen ins Publikum. Sobald sie ihre Mischung aus Gipsy Jazz und Balkanpop anstimmten, bildeten sich Menschentrauben um sie herum.

Auch Petra Tobies und Janine Morell traten abseits der Bühne auf. An einem mehrere Meter hohen Gerüst zeigten die beiden Artistinnen als „Sol Air“ am Vertikaltuch ihr Können. In luftiger Höhe wechselten sie ihre Kleidung oder seilten sich gekonnt ab.

Rund um das Gerüst in der Nähe des Sees hatten sich wie in vielen anderen Teilen des Parks Besucher auf Picknick-Decken niedergelassen. Einige hatten sich auf einen langen Abend vorbereitet und brachten neben herzhaften Speisen auch Kuchen als Nachtisch mit. Andere nutzten das Angebot am „Foodcourt“. Auf der Essensmeile konnten sie ihre kulinarischen Bedürfnisse mit einer Currywurst oder einer Portion Couscous befriedigen.

Den ganzen Abend erhielten die Besucher kostenlose Führungen durch die Ostdeutsche Galerie. Dort führten die Mitarbeiter des Museums durch die Schausammlung und die Sonderausstellung „Artige Kunst“. Sie stellt Werke gegenüber, die von den Nationalsozialisten als entartet beziehungsweise artig bezeichnet wurden.

Die Brücke zwischen dem Freitag und dem Samstag schlug die Jazz-Band „Trio Elf“. Die drei Musiker traten an beiden Tagen auf. Der Unterschied zwischen den klassischen Stücken Johann Sebastian Bachs, die sie am Freitag spielten, und den Eigenkompositionen einen Tag später sei gar nicht so groß, sagten sie. Da etwa 70 Prozent ihrer Darbietungen Improvisationen seien und sie nur skizzenhafte Vorlagen hätten, spiele es keine entscheidende Rolle, wie ein Stück ursprünglich komponiert sei. Den Musikern gefiel die gute Stimmung der „Nacht in Blau“. Vor allem die vor der Bühne tanzenden Kinder bereiteten ihnen Freude.

Die Atmosphäre begeisterte auch Adrian Schlör. Der Besucher hatte sich das Konzert von „Rosantique“ angeschaut. Die Mailänderin reicherte Swing- und Jazz-Stücke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Gesang und Saxophon-Klängen an. „Der Elektroswing ist genial. Gerade auch, weil so viele Leute mitgetanzt haben“, beurteilte Schlör, der viele bekannte Stücke als Remix wiedererkannte.

Für Lukas Holzner war der Sound etwas Neues. „Ich höre eigentlich gerne Klassik, habe aber auch Spaß, zu Elektroswing zu tanzen.“ Den Klassik-Abend habe er leider verpasst. Beide fanden auch die Licht-Kulisse beeindruckend. Weite Teile des Stadtparks wurden von blauen Lampen angestrahlt, die etwas Farbe in die Nacht brachten.

Drei andere Regensburger hatten sich spontan dazu entschlossen, die „Nacht in Blau“ zu besuchen. „Das Lichtschauspiel ist super. Wir bereuen nicht, dass wir hergekommen sind“, erklärten sie. Besonders waren sie von der Verpflegung angetan, die rund um die Parkside-Bühne geboten wurde. Zum ersten Mal konnten die Gäste in der Veranstaltungslocation in der Prüfeninger Straße weiterfeiern, nachdem die Musik auf den großen Bühnen verstummte.

Die Bilanz des Veranstalters fällt auch in diesem Jahr positiv aus. Martin Gottschalk, Pressesprecher der Rewag, erklärte gegenüber unserem Medienhaus: „Der Zuspruch am Samstag entspricht unseren Erwartungen. Am Freitag waren wir sehr überrascht. Es waren mindestens doppelt, wenn nicht dreimal, so viele Besucher da wie im Vorjahr.“ Er geht davon aus, dass rund 30 000 Gäste die Veranstaltung besuchten, davon 20 000 die „Nacht in Blau“.

Das Wochenende lief laut Rewag-Sprecher Gottschalk ohne Zwischenfälle ab. „Es ist hervorzuheben, dass alles ganz entspannt war“, sagte er. Auch das Angebot der After-Show-Party im Parkside sei in der Nacht zum Sonntag gut angenommen worden. „Wir planen auf jeden Fall für das nächste Jahr wieder eine Doppelveranstaltung, sehr wahrscheinlich wieder mit einem Klassikabend“, blickte er voraus.

Die "Nacht in Blau" der Rewag

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