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Regensburg
Sonntag, 21. Januar 2018 10

Religion

Gläubige pilgern für Hoffnung

Stadtdekan Roman Gerl zieht am 28. Dezember mit Regensburgern durch die Altstadt. Die Prozession soll Hoffnung vermitteln.
von Tim Guggenberger

Rund 200 Regensburger nahmen im vergangenen Jahr teil. Foto: Steffen

Regensburg. Der Heiligabend rückt immer näher, für Christen beginnt damit eine besondere Zeit. Sie feiern an dem Tag nicht nur die Geburt Jesu – der Heiligabend steht vor allem für das Leben. „Gott selbst hat es mit allen Licht- und Schattenseiten angenommen“, sagt Roman Gerl. Zusammen mit den Regensburgern zieht der Stadtdekan am 28. Dezember deshalb durch die Straßen der Stadt. Die Prozession für das Leben soll den Menschen Hoffnung vermitteln und helfen, für die Herausforderungen des Lebens Kraft zu schöpfen.

Dazu sammeln sich die Teilnehmer um 18 Uhr am Emmeramsplatz, um sich in einer Lichterprozession auf den Weg zur Alten Kapelle zu begeben. Damit möchten sie für den Wert des Lebens eintreten – vom Anfang bis zum Tod.

Was macht das Leben kostbar?

„Unsere Lebenswelt ist sehr ambivalent geworden“, erklärt Gerl. Einerseits könnten die Menschen mit Medizin und Wissenschaft das Leben beherrschen. Andererseits würden sie die Kontrolle verlieren und Angst bekommen, sobald etwas Unvorhergesehenes eintritt. Laut Gerl sehen diese Menschen leider oft das „selbstbestimmte Ende“ als einzige Möglichkeit, einer ausweglosen Situation zu entfliehen.

„Wir wollen zeigen, dass wir an einen Gott glauben, der auf der Seite des Lebens steht.“

Roman Gerl, Stadtdekan

Mit der Bittprozession möchte der Pfarrer zeigen, dass ein Ja zum Leben besser ist als ein notgedrungenes Nein. „Uns treibt dabei die Hoffnung an, bessere Lösungswege ergehen zu können, indem wir uns und vielleicht auch etwas in Bewegung setzen.“ Ein Schwangerschaftsabbruch oder Selbstmord sei auch immer ein Hilfeschrei und ein Aufruf dazu, Begleitungs- und Hilfemöglichkeiten für Menschen in hoffnungslosen Situationen zu verstärken. „Wir wollen zeigen, das wir an einen Gott glauben, der auf der Seite des Lebens steht“, erklärt Gerl. „Daher setzen wir uns als Christen ein, das Leben zu schützen, wo es bedroht wird.“

Klinikseelsorger predigt

Prediger des Abends ist Günter Renner. Der langjährige Klinikseelsorger ist seit September am Universitätsklinikum Regensburg tätig. Bei der Prozession wird er über die schwierige Grenzsituation in der Spitzenmedizin und die Wünsche Schwerkranker und Sterbender an ihr Umfeld sprechen. Weiterhin möchte er zusammen mit den Teilnehmern herausfinden, was das Leben kostbar und lebenswert macht.

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