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Regensburg
Freitag, 21. Juli 2017 30° 8

Hochschulen

Hochschul-Chefs mit Plänen

An der Regensburger Universität wird Udo Hebel wiedergewählt – die OTH verlängert die Amtszeit von Wolfgang Baier.
Von Katia Meyer-Tien, MZ

Im kommenden Jahr stehen an der Universität Regensburg die Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum an.Fotos: Knobloch

Regensburg.Wolfgang Baier, Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH), hat noch viel vor. Er freut sich, dass er am Freitag im Amt bestätigt wurde: „Es sind gerade so viele Dinge im Fluss“, sagt er, die möchte er gerne noch weiter begleiten. Da ist zum Beispiel der Umzug der Hochschule, weg vom alten Standort in der Prüfeninger Straße. Oder die Systemakkreditierung, bei der das interne Qualitätssicherungssystem der OTH Regensburg aus dem Prüfstand steht. Ist die Akkreditierung erfolgreich, kann die Hochschule in Zukunft ihre Studiengänge selbst akkreditieren, wird autonomer und flexibler. „Das ist bisher sehr gut gelaufen, bei der ersten Begehung hat uns die Gutachtergruppe ein hohes Lob ausgestellt“. Dann die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier im Jahr 2020/2021. „Und wir wollen unsere Rolle als Partner der Region weiter ausbauen“, sagt Baier. Dabei wolle man auch die großen gesellschaftlichen Fragen angehen – etwa wie der Umgang mit der demografischen Entwicklung gelingen kann.

Pläne für sechs neue Jahre

Professor Udo Hebel bleibt Präsident der Universität Regensburg. Foto: Knobloch

Auch die Universität Regensburg bleibt in den kommenden Jahren unter der Führung des bisherigen Präsidenten Udo Hebel, der am Freitag vom Universitätsrat einstimmig wiedergewählt worden ist. „Ich bin der Meinung, dass wir uns sehr gut entwickelt haben. Die kommenden Jahre sollten daher unter dem Motto ,Kontinuität und neue Ansätze‘ stehen“, sagte Hebel, der seit April 2013 Präsident der Universität ist, unserem Medienhaus.

Hebel erklärte auch gleich, was er darunter versteht: In den kommenden Jahren will er die Sonderforschungsbereiche in den Bereichen Natur- und Lebenswissenschaften noch weiter verstärken und ausbauen und auch in den Geistes- und Kulturwissenschaften die Forschungsstärke erhöhen.

Als einen der größten Fortschritte in seiner bald vergangenen Amtszeit – die neue beginnt offiziell am 1. April 2017 und dauert sechs Jahre statt wie bisher vier – sieht er die Aufnahme des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) in die Leibniz-Gesellschaft. Und so will er sich in den kommenden Jahren weiterhin besonders dafür einsetzen, dass auch das Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie (RCI) bis zum Beginn der 2020er Jahre zum Leibniz-Institut wird. „Diese beiden Ziele, die Stärkung unserer forschungsstarken Bereiche und der Ausbau der außeruniversitären Forschungseinrichtungen, das ist etwas, das in den nächsten Jahren ganz wichtig ist.“

Das Studienangebot ausbauen

Gerade im zunehmend wettbewerbsintensiven Hochschulumfeld ist es Hebel ein Anliegen, auch die Studienangebote in Regensburg attraktiv zu gestalten und auszubauen. „Wir sollten versuchen, unsere Studienbereiche noch stärker an unsere Forschungsbereiche anzubinden.“ Die Regionalwissenschaften sollen künftig eine noch größere Rolle spielen als bisher, die Universität Regensburg will sich im laufenden Wettbewerb der Exzellenzstrategie positionieren und die Personalstruktur der Universität soll weiterentwickelt werden.

Und auch die Internationalisierung ist für Hebel, der selbst Amerikanistik, Anglistik, Germanistik und Pädagogik in Mainz und in den USA studiert hat, ein wichtiges Feld. Das UR-Netzwerk von mehr als 300 Partnern weltweit will Hebel vergrößern, erst am Mittwoch habe er ein neues Partnerschaftsabkommen mit Kolumbien unterzeichnet, im Februar/März plant er, an einer Delegationsreise nach Australien teilzunehmen. Dabei geht es ihm um den Wissenschaftsaustausch der Lehrenden, ebenso aber um die Austauschmöglichkeiten für die Studenten: „Unsere Studierenden sollen die Möglichkeit haben, sich weltweit zu orientieren.“

Doch auch an der Regensburger Universität selbst werden die kommenden Monate spannend: Im Wintersemester soll das neue Zentrum für Nachwuchsförderung eröffnet werden, dann stehen die Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum an – mit einem Festprogramm, dass sich durch das ganze Studienjahr 2017/2018 ziehen soll. Und das in enger Zusammenarbeit mit der Stadt geplant wird, denn der enge Bezug zu Regensburg und der Region ist etwas, das den OTH- und den Universitätspräsidenten eint: Udo Hebel, der seit 1998 den Lehrstuhl für Amerikanistik/American Studies an der Universität Regensburg innehat und Rufe auf andere Lehrstühle, wie beispielsweise nach Kassel, Freiburg oder zurück nach Mainz, immer wieder abgelehnt hat, ebenso wie Wolfgang Baier.

Kontakt zur Industrie in der Region

Präsident an der OTH Regensburg: Professor Wolfgang Baier

Der gebürtige Schweinfurter kam 1994 als Professor für Allgemeine Physik und Bauphysik an die Regenburger Fachhochschule, weil er die Stadt mochte und nach sieben Jahren in der Industrie wieder an die Hochschule wollte. Es waren sieben Jahre, in denen er viel von dem lernte, was er heute als Hochschulpräsident braucht, sagt er: Fähigkeiten wie Kundenorientierung, Personalverantwortung oder Erfahrungen im Qualitätsmanagement. Auch deswegen legt er bis heute großen Wert auf guten Kontakt zur Industrie in der Region, und darauf, dass alle Kollegen der OTH mehrere Jahre in der Industrie tätig waren.

Auf seine bisherige Amtszeit blickt Baier, der seit 2012 im Amt ist, ebenso wie Hebel zufrieden zurück: Das gut gemeisterte Ausbauprogramm, mit dem sich die Studierendenzahl an der OTH Regensburg seit dem Studienjahr 2008/2009 um mehr als 5000 verdoppelt hat, die Bewältigung des Bologna-Prozesses, der Ausbau der Lehre, die Intensivierung der Forschung. Und der Gewinn des Titels als Technische Hochschule, der seinerseits wiederum „einen riesigen Entwicklungsprozess“ in Gang gesetzt habe, sagt Baier.

Nun haben beide Präsidenten eine weitere Amtszeit Gelegenheit, ihre Pläne weiter zu verfolgen. Man darf gespannt sein, wie die Bilanz danach aussieht.

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