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Regensburg
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Bauen

In Steinweg beginnt der Mauerbau

Die Errichtung der Hochwasserschutzmauer im Abschnitt L kommt in Gang. Am 26. Oktober ist der Spatenstich.
Von Laura Lindner, MZ

An der Reinhausener Seite des Regens steht der Hochwasserschutz schon, in Steinweg werden die Baumaßnahmen nun beginnen. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Es ist so weit: Die Baumaschinen rollen an und bringen sich für die umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen im Abschnitt L in Steinweg in Stellung. Da der Baubeginn unmittelbar bevorsteht, informierten Rainer Zimmermann und Andreas Dunst vom Wasserwirtschaftsamt die Anwohner und interessierte Bürger in den Räumen der Sportgemeinschaft Walhalla über den aktuellen Stand des Baus der Hochwasserschutzmauer und der Uferumgestaltungsbereiche.

Rund 50 Anwohner fanden sich in der Halle der Sportanlage ein. Es referierte Rainer Zimmermann und die Bürger konnten Fragen, die sie auf dem Herzen hatten, loswerden. Besonders das Thema Sportbetrieb interessierte die Nutzer der SG Walhalla. Diese wollten wissen, ob der Sportplatz weiterhin uneingeschränkt genutzt werden kann oder ob es im Zuge der Bauarbeiten zu sonstigen Einschränkungen kommt. Dunst und Zimmermann versicherten den Sportlern, dass die Anlage nicht von den Maßnahmen betroffen sei: „Die Mauer wird hinter der Sportanlage verlaufen.“

Bau bringt Einschränkungen

„Die Anwohner müssen während der Bauarbeiten mit Beeinträchtigungen wie Erschütterungen, Lärm, Schmutz und eingeschränkter Zugänglichkeit rechnen“, erklärte Zimmermann. Allerdings werden die zuständigen Baufirmen dazu angehalten, diese so weit möglich in Grenzen zu halten. Für Beschwerden seitens der Bevölkerung über unangemessene Einschränkungen habe das Wasserwirtschaftsamt jederzeit ein offenes Ohr und werde sich um Lösungen bemühen, so Zimmermann.

Um sowohl den Anwohnern als auch dem Wasserwirtschaftsamt eine Absicherung bezüglich möglicher Beschädigungen an dem Wohneigentum der direkten Anwohner zu geben, wurde das Büro Bernhard Lauerer mit der Beweissicherung beauftragt. Der Bauingenieur fertigt eine Zustandsfeststellung von Außen- und Innenfassaden an, wozu sowohl Gebäude als auch Zäune oder Kanäle gehören.

„Die Anwohner müssen während der Bauarbeiten mit Beeinträchtigungen wie Erschütterungen, Lärm, Schmutz und eingeschränkter Zugänglichkeit rechnen.“

Rainer Zimmermann vom Wasserwirtschaftsamt

Entlang der Baulinie der Hochwasserschutzmauer werden vor Beginn der Arbeiten Videos sowie Textaufzeichnungen erstellt, auf denen bereits vorhandene Veränderungen wie Risse an den Wänden festgehalten werden. „Aber auch unbeschädigte Fassaden werden gefilmt“, erklärte Lauerer den Zuhörern. Für die Bürger sei dieser Service außerdem mit keinen Kosten verbunden. Zu tatsächlichen Beschädigungen durch Bauarbeiten komme es aber sehr selten, beruhigte Lauerer die Anwohner.

Unabhängig vom Wohneigentum fertigt der Bauingenieur darüber hinaus Beweissicherungen für die Grundwasserstände an. Da ein Teil der Mauer unter der Erde verbaut wird, muss die Durchlässigkeit des Wassers gewährleistet werden. „Ein Grundwasseranstieg muss verhindert werden“, sagte Lauerer.

Grundwasseranstieg beeinflusst den Bau

Der Grundwasseranstieg ist dabei nur eine von vielen möglichen Beeinflussungen durch den Bau der Hochwasserschutzmauer. „Ob sich die Flussgeschwindigkeit des Regens verändert, musste in der Planfeststellungsphase durch das Wasserwirtschaftsamt erörtert werden“, sagte Zimmermann. Die Anwohner auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses dürften nicht beeinträchtigt werden. Das Planfeststellungsverfahren begann bereits im Jahr 2014, worauf im Jahr 2016 der Planfeststellungsbescheid folgte.

„Ob sich die Flussgeschwindigkeit des Regens verändert, musste in der Planfeststellungsphase durch das Wasserwirtschaftsamt erörtert werden.“

Rainer Zimmermann vom Wasserwirtschaftsamt

Bei den Rodungsarbeiten, die Anfang diesen Jahres stattfanden, mussten um die 100 Bäume gefällt werden. Rund um die Mündung des Regens in den Europakanal wurden 60 Bäume in Ufernähe gerodet. Weitere 40 Bäume wurden am rechten Regenufer entfernt. Der Schutzwall, der nun anstelle der Bäume entsteht, soll dem 100-jährlichen Hochwasser standhalten und die Anwohner vor Überschwemmungen schützen. Im Zuge des Baus dieser Hochwasserschutzmauer werden zuerst Untergrundarbeiten vorgenommen, wobei sogenannte Rohrpfähle in die Erde eingebracht werden. Diese sollen bei Hochwasser die wirkenden Kräfte in den Boden weiterleiten.

Dafür wird von der Baufirma eine Schablone auf die Erde gelegt, um die Pfähle in gleichem Abstand in die Erde zu bohren. Auf diese Betonbalken kommt oben abschließend der sogenannte Kopfbalken, welcher die Verbindung zu der tatsächlich sichtbaren fertigen Mauer herstellt.

Der Ablauf bis 2019

Auch die Neugestaltung der Grünanlagen spiele bei den Baumaßnahmen eine große Rolle, erläuterte Zimmermann. Der Uferbereich wird neu bepflanzt und umgestaltet. Ebenfalls neu gestaltet wird der Radweg zwischen de Reinhausener Brücke und der Frankenbrücke. Auf diesen 150 Metern werden der Rad- und der Fußgängerweg zusammengelegt und höher gelegt. Um nicht mit der Mauer in Konflikt zu geraten, müsse der Radweg an manchen Stellen angepasst werden, erklärte Zimmermann. Dazu gab es Kritik aus der Zuhörerschaft, da an dieser Stelle in Zukunft sowohl Radfahrer als auch Hundehalter oder Senioren auf dem gleichen Weg unterwegs sein werden.

Der geplante Bauablauf umfasst für dieses Jahr die Untergrundarbeiten in der Bäckergasse und dem Busparkplatz. Im kommenden Jahr wird die Mauer dort fertiggestellt und außerdem mit den Arbeiten in der Holzfällerstraße und der Bayerwaldsiedlung begonnen. Die abschließenden Garten-Landschaftsbauarbeiten sollen bis zum Frühling 2019 dauern. Spatenstich ist am 26. Oktober am Busparkplatz.

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Der Hochwasserschutzplan für Regensburg

  • Hochwasserschutz in Bayern:

    Die Bayerische Staatsregierung hat im Jahr 2001 Strategien und Ziele in dem integralen Hochwasserschutzaktionsprogramm 2020 für einen nachhaltigen Hochwasserschutz festgelegt. Dieses umfasst die drei Handlungsfelder Hochwasserrückhalt, technischer Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge.

  • Hochwasserschutz in Regensburg:

    Für die Domstadt ist der Schutz vor Hochwasser ein wesentlicher Baustein in diesem Programm und gleichzeitig mit geschätzten Gesamtkosten von rund 100 Millionen Euro eine der größten Einzelmaßnahmen.

  • Der Plan:

    Der Regensburger Hochwasserschutzplan für das 100-jährliche Hochwasser umfasst in Regensburg insgesamt 19 Abschnitte. Der Bereich Steinweg ist Teil des Abschnitts L, der sich von der Pfaffensteiner Brücke im Westen bis zur Regenmündung im Osten und dem Lappersdorfer Kreisel im Norden erstreckt. Für die Bauarbeiten im gesamten Abschnitt sind laut Bauentwurf bisher 6,8 Millionen Euro veranschlagt.

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