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Regensburg
Montag, 20. November 2017 11

Derby

Jahn-Fans jubeln über ersten „Dreier“

Nach 94 Spielminuten nahm die Achterbahnfahrt der Emotionen in Ingolstadt ein glückliches Ende. Die Freude war grenzenlos.
Von Daniel Steffen, MZ

Beeindruckend: Ausgestattet mit Fahnen, Trikots und Schals peitschen die Fans ihren Jahn unermüdlich voran. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.„Wahnsinn“, „unglaublich“ und „wie geil ist das denn?“ riefen sie. Völlig aus dem Häuschen waren die 2000 mitgereisten Jahn-Fans, als Jonas Nietfeld mit seinem finalen Treffer in der 94. Spielminute zugunsten der Regensburger alles klar machte. Mit 4:2 kegelte der SSV Jahn am Sonntag Bundesliga-Absteiger Ingolstadt aus dem eigenen Stadion – und die Gästetribüne des Audi-Sportparks verwandelte sich in ein Tollhaus.

Gut 15 Minuten lang feierten die Regensburger Anhänger ihre Mannschaft nach dem Abpfiff frenetisch, während sich die Ingolstädter gesenkten Hauptes aus dem Stadion begaben. Ein verrücktes Offensiv-Spiel mit einem ebenso verrückten Spielverlauf nahm zugunsten der Regensburger ein glückliches Ende – und der SSV holte sich verdientermaßen die ersten drei Punkte in dieser Zweitliga-Saison.

„Affenstark“, so kommentierte Fan Michael Kodlin aus Keilberg die sehenswerte Leistung der Regensburger – und zog genüsslich an seiner Zigarette. Für ihn, wie auch für alle anderen mitgereisten Fans, sollte die Heimfahrt in die Domstadt am Sonntag eine besonders glückliche werden. In den bereitgestellten Shuttle-Bussen stimmten die Jahn-Anhänger ihre Fan-Gesänge an – und bejubelten sogar das Vehikel, in dem sie saßen: „Grün-weißer Partybus, schalalala“ ertönte es durch die Reihen.

Auf den Sieg stießen die SSV-Anhänger nur allzu gern an. Foto: Steffen

Mit rund zehnminütiger Verspätung rollte dann der Agilis-Zug vom Ingolstädter Hauptbahnhof ab und nahm Kurs auf Regensburg. Viele der mitgereisten Fans hatten das Nahverkehrsangebot genutzt und sich brüderlich ein Bayern-Ticket geteilt. Die meisten von ihnen hatten sich mit dem 10-Uhr-Zug auf den Weg nach Ingolstadt gemacht. Das Fahrt-Motto „Alle im Trikot“ nahmen sie sich sichtlich zu Herzen.

Dass sie tatsächlich als Sieger aus Ingolstadt zurückkehren würden, daran hatten einige Jahn-Anhänger zunächst ihre Zweifel. „Also nach dem 2:1 für Ingolstadt hätte ich nimmer gedacht, dass der Jahn das Spiel noch dreht“, kommentierte einer in einer lebhaften Debatte. Doch SSV-Stürmer Jann George belehrte die Kritiker eines Besseren und verwandelte mit seinem „Doppelpack“ einen 1:2-Rückstand in eine frenetisch gefeierte 3:2-Führung zugunsten der Regensburger.

Das Duell der Aufsteiger

  • Heimspiel:

    Spannung pur verspricht das Heimspiel des SSV Jahn am 26. August. Um 13 Uhr empfangen die Regensburger den Mitaufsteiger Holstein Kiel.

  • Revanche:

    Im letzten Duell am 29. April musste der Jahn eine schmerzliche 0:3-Heimniederlage hinnehmen. Während Kiel zum damaligen Zeitpunkt kurz davor stand, sich den Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga zu erfüllen, erlitten die Aufstiegshoffnungen des Jahn einen kurzzeitigen Dämpfer. (mds)

Der erneute Vorsprung gab dem Regensburger Fan-Lager enormen Auftrieb: Kaum einen Jahn-Anhänger hielt es noch auf den Sitzen, zumal auch in der 2. Halbzeit kein Mangel an packenden Tor-Szenen herrschte. Zwar jagten so einige Fehlpässe den Fans einen Schauer in den Rücken, doch der Glaube an den Auswärtssieg festigte sich in der Spätphase des Spiels von Minute zu Minute. Mehr denn je drückte der Jahn aufs Tor – und wurde mit der vollen Punkteausbeute belohnt. „Gegen einen Bundesliga-Absteiger eine so eine tolle Leistung zu bringen, das ist schon sensationell“, sagte Michael Kodlin.

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