mz_logo

Regensburg
Freitag, 18. August 2017 28° 2

Schicksal

Jannik hilft krebskranken Kindern

Der Sechsjährige hat Lymphdrüsenkrebs. Nach seiner Therapie will er dem VKKK danken und sammelt 140 Euro für den Verein.
Von Katharina Eichinger, MZ

Regensburg.Es ist eine Diagnose, die Eltern den Boden unter den Füßen wegzieht: Das eigene Kind hat Krebs. Auch Familie Schwarzbauer aus Ortenburg (Landkreis Passau) hat dieser Schicksalsschlag ereilt. Am 7. März des vergangenen Jahres diagnostizierten die Ärzte der KUNO Kinderklinik in Regensburg bei dem heute sechsjährigen Jannik Lymphdrüsenkrebs, genauer: ein T-Zell-Lymphom.

Zuerst war der Sechsjährige in der Kinderklinik in Passau in Behandlung, seine Ärzte verwiesen ihn nach Regensburg. „Als wir in die Kinderonkologie kamen, war klar, dass das nichts Gutes heißt“, sagt seine Mutter Michaela. Mit seiner Familie kämpfte der Junge gegen die Krankheit, die die Ärzte monatelang therapiert hatten – mit Erfolg. „Jannik ist in der Erhaltungsphase“, sagt seine Mutter. Endgültig besiegt hat er den Krebs aber noch nicht.

Der Tumor ist verschwunden

Sigrid Gietl vom VKKK nimmt Janniks Spende entgegen. Foto: VKKK

Durch die intensive Chemotherapie ist sein Tumor verschwunden. Voraussichtlich bis März 2018 dauert die Erhaltungsphase noch an. Alle zwei Wochen muss er nach Regensburg in die KUNO Kinderklinik und seine Tabletten für die Chemotherapie nehmen, die seinen Status erhalten sollen.

Während der Zeit im Krankenhaus hat Jannik gemerkt, was der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern (VKKK) für die Kinder und deren Familien tut. „Zum Beispiel, dass die Mamas dort schlafen dürfen“, sagt seine Mutter. Das Elternhaus liegt direkt gegenüber der Klinik. 23 Apartments gibt es dort.

Jannik bastelte schon im Krankenhaus von früh bis spät. Dazu hatte er Zeit: Mehr als sechs Monate verbrachte er auf Station. Sein Talent nutzte der Sechsjährige nun, um dem VKKK zu danken. Drei Tage lang bastelte er zu Hause. Herausgekommen sind Bügelbilder, Kerzen, Teelichtgläser und Raupen aus Papier. Erst verkaufte er seine Produkte nur an Familienmitglieder. Doch Janniks Geschäftssinn kam gut an: Als die erste Ration vergriffen war, bastelte er weiter und verkaufte das Gebastelte an seine Nachbarn. Insgesamt 140 Euro kamen so zusammen.

Jedes Kind bekommt einen „Herzenswunsch“

Von dem Geld können nun andere Familien profitieren. Der VKKK unterstützt Familien von der Anfangsdiagnose bis zum Ende der Behandlung. Auch trauernde Familien begleitet der Verein. Janniks gesammeltes Geld unterstützt nun verschiedene Aktionen des Vereins. Von Bastelstunden über Ausflügen bis hin zu Segeltörns: Der VKKK will das Leben der Familien mit kranken Kindern möglichst angenehm gestalten.

Auch die Regensburger sind sozial stark engagiert. Lesen Sie mehr.

Doch nicht nur Gemeinschaftsprojekte realisiert der Verein, sondern auch sogenannte „Herzenswünsche“. „Toaster, iPhone, Barbieschloss – wir hatten schon alles“, sagt Sachbearbeiterin Gisela Pluskota. Einmal erfüllte der Verein auch den Wunsch nach einem Prinzessinnenkleid.

Der VKKK finanziert sich zu 100 Prozent aus Spenden. „Das kommt immer wieder vor, dass kranke Kinder oder auch deren Geschwister spenden“, sagt Pluskota. Auch Schulen und Kindergärten, in die ein krankes Kind geht, beteiligen sich an Spendenaktionen.

Wenn Jannik gerade nicht bastelt, spielt er am liebsten im Garten oder auf dem Spielplatz. Im September wird der Sechsjährige eingeschult.

Weitere Meldungen aus Regensburg lesen Sie hier.

Der Verein

  • Hilfsangebote:

    Der Verein bietet unter anderem Beratung, Direkthilfe bei finanziellen Engpässen, psychosoziale Betreuung, Kinder-Eltern-Unternehmungen und Sterbebegleitung

  • Das Elternhaus:

    Das Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe zum KUNO-Gebäude. Insgesamt 23 Eltern Apartments gibt es dort. Das Elternhaus wurde im Oktober 2010 eröffnet.

  • Termine:

    Am 4. März gehen die VKKK-Kinder zum Bouldern. Trauernde VKKK-Familien treffen sich vom 31. März bis 2. April in Bodenmais. Am 9. April findet ein Ostercafé statt.

  • „Herzenswünsche“:

    Auf der onkologischen Station hat der Verein eine Wunschbox aufgestellt. Sie soll die Kinder auf andere Gedanken bringen und Ziele setzen, für die es sich zu kämpfen lohnt.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht