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Regensburg
Freitag, 24. November 2017 13° 2

Planspiel

Jugendliche diskutierten zum Thema RKK

Die Niedermünster-Realschülerinnen schlüpften in die Rolle von Politikern. Einige wollen sich nun im Jugendbeirat engagieren.
Von Lisa Pfeffer, MZ

Die Schülerinnen mussten sich in die Standpunkte der verschiedenen Parteien einarbeiten und die Interessen entsprechend vertreten. Foto: Pfeffer

Regensburg.„Hallo, ich bin die Bürgermeisterin.“ Dieser Satz kam am Montag nicht wie gewohnt von Gertrud Maltz-Schwarzfischer, sondern von der 14-jährigen Katharina Bolz. Sie wurde wenige Stunden zuvor von ihren Mitschülern zur Bürgermeisterin gewählt und durfte dann die Stadtratssitzung eröffnen.

Das Ganze ist Teil eines Planspiels im Rahmen der Jugendbeiratskampagne. Durch das fiktive Rollenspiel bekommen Schüler zwischen 14 und 17 Jahren spielerisch einen Einblick in die Stadtpolitik und können gleichzeitig herausfinden, ob eine Aufstellung als Kandidat bzw. Kandidatin für den Jugendbeirat für sie sinnvoll wäre.

Viele verschiedene Rollen

Am Anfang des Tages wurde den 37 teilnehmenden Schülerinnen der Realschule Niedermünster erklärt, was ein Jugendbeirat eigentlich ist und wie er Einfluss im politischen Stadtgeschehen nimmt. Danach waren auch schon bald die ersten Rollen verteilt und die Bürgermeister gewählt. Schließlich gab es einen Stadtrat, in dem die verschiedenen Parteien vertreten sind, ein Stadtplanungsamt, das einen Bau- und Nutzungsplan entwirft, einen Jugendrat, Pressevertreter und verschiedene Beiräte.

In ersten Debatten stellten die Parteien und Interessensvertreter ihre Standpunkte zum Thema „Bau eines Kultur- und Kongresszentrums“ vor. Die Jugendlichen diskutierten über Vor- und Nachteile, Standortfragen, Sperrzeiten und Kostenfragen. Sie lernten kennen, wie es ist, vor anderen eine Meinung zu vertreten. Sie erstellten Plakate und schlossen Kompromisse. Gemeinsam konnten am Ende Einigungen für ein neues Kulturzentrum in Regensburg erzielt werden.

Politisches Interesse wurde geweckt

Wem das Planspiel so gut gefallen hat, dass er auch in der „echten“ Politik mitmischen möchte, der kann sich noch im November zur Wahl stellen und selbst Jugendbeirat werden. „Wir wollen gerade Mädels an das Thema heranführen, weil die bei sowas meistens zurückhaltender sind“, sagte Christian Weihmann, Sozialkundelehrer an der Mädchenrealschule. Das politische Interesse bei den Jugendlichen nimmt er ganz unterschiedlich wahr. „Es gibt Mädels, die interessiert das gar nicht und andere springen drauf an.“

Auch Anke Gruber, Spielleiterin der Planspiele, sagte: „Oft ist es erfahrungsgemäß so, dass Kinder, die am Anfang keine Lust darauf hatten, am Ende begeistert sind.“ Die Resonanz sei meist gut, und so war es am Montag auch bei der MRS Niedermünster. „Es wurden viele Kandidatenbögen mitgenommen und fast die Hälfte der Mädchen hat gesagt, dass sie sich für den Jugendbeirat interessiert.“ Die nächsten Wochen wird das Rollenspiel noch in 15 weiteren Schulen in Regensburg durchgeführt, um jungen Menschen Mut zu machen, sich einzumischen.

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Das hat am meisten Spass gemacht

  • Leonie Feuerer, 15:

    „Es war eine gute Erfahrung, vor teilweise Fremden zu reden. Außerdem war es interessant zu sehen, was Politiker so machen.“

  • Theresa Schlüter, 15:

    „Mir hat das Planspiel gut gefallen, ich kann mir jetzt den Alltag von Leuten vorstellen, die im Stadtrat sind.“

  • Lea Widl, 15: „

    Ich fand generell die Infos über den Jugendbeirat interessant. Für eine Kandidatur habe ich aber leider zu wenig Zeit.“

  • Theresa Specht, 14:

    „Es hat mir Spaß gemacht, die eigene Meinung zu vertreten und zu diskutieren. Selbst etwas machen zu können war toll.“

  • Lena Höfler, 13:

    „Wir haben heute gesehen, was Politiker so den ganzen Tag machen. Das Diskutieren hat mir am meisten Spaß gemacht.“

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