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Regensburg
Montag, 20. November 2017 11

Glaube

Kinder auf Luthers Spuren unterwegs

Ein spannender Tag zur Reformation: Die jungen Protestanten erlebten den Prediger als einen „Menschen für gute Gefühle“.
Von Curd Wunderlich, MZ

Mit der Feder schreiben diese Kinder Gedichte. Foto: Wunderlich

Regensburg.Die Evangelische Jugend hatte am Sonntag zum Dekanatskinderkirchentag eingeladen. Rund 40 Kinder erlebten einen Tag voll Spiel und Spaß. Ein Gottesdienst am Morgen und eine Andacht mit Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss rundeten die Veranstaltung im Jugend- und Familienzentrum an der Hemauer Straße ab.

Reformator wollte deutsche Bibel

Schon beim Gottesdienst in der Früh lautete das Thema „Unterwegs auf Luthers Spuren“. Auf diesen Spuren sollten die Kinder dann auch mithilfe der vielen engagierten jugendlichen Betreuer rund um Organisatorin Johanna Niksch den ganzen Tag wandeln. Eine Band mit Gitarre, Klavier und Flöte umrahmte den Gottesdienst musikalisch. In einem unterhaltsamen Theaterstück erzählten sechs Jugendliche und junge Erwachsene unter anderem, warum Luther es so wichtig fand, die Botschaften der Bibel nicht nur auf Latein zu verbreiten.

Eine Lutherfigur symbolisierte die Hauptfigur des Tages. Am Vormittag tauschten die Kinder sich darüber aus, was sie bereits über Luther wussten. „Jeder konnte, je nach Alter, was anderes erzählen“, freute sich Johanna Niksch. Über den ganzen Tag konnten die Kinder ihr Wissen dann im Gespräch mit den Betreuern und während verschiedener Workshops erweitern. Mit der Lutherfigur beschäftigte sich auch Regionalbischof Weiss am Nachmittag in der Andacht. Er knüpfte zunächst Verbindungspunkte zwischen sich selbst und Luther.

Einen eigenen Lederbeutel basteln

Luther sei ein „Mensch für gute Gefühle“, hob Weiss hervor. Und er sei jemand, „über den sich jeder in den Glauben hineinfinden kann“. Auch Kinder könne der Reformator mit seinen eingängigen Texten erreichen und anrühren.

In den Arbeitsgruppen am Nachmittag gingen die Kinder verschiedenen Tätigkeiten nach, die sie in die Zeit Luthers zurückversetzten. Unter anderem hatten sie die Möglichkeit, ihre eigenen Lederbeutel zu basteln, um das hineinzulegen, was ihnen am Herzen liegt. Mit Feder und Tinte konnten sie herbstliche Gedichte schreiben und an einer anderen Station Windlichter mit der Lutherrose gestalten. Bei einem mittelalterlichen Spiel konnten sich die Buben und Mädchen austoben. Auf dem Programm stand eine „Urform des Hockeys“. Statt mit einem Schafsmagen spielten die Kinder zwar mit einer Holzkugel, die anderen Regeln wurden jedoch aus früheren Zeiten übernommen.

Das Hauptziel habe man erreicht, zeigte sich Organisatorin Niksch überzeugt: „Wir wollten ermöglichen, dass sich die Kinder in Luther hineindenken können.“ Anlässlich des Reformationsjubiläums habe man den Dekanatskinderkirchentag, den es in dieser Form seit 15 Jahren gibt, extra auf das Festwochenende verlegt.

Martin Luther

  • Martin Luther

    wurde 1483 als Sohn von Hans und Margarete Luder in Eisleben geboren. Als zweites Kind des Mineneigners und Ratsherrn wuchs er in bescheidenem Wohlstand auf.

  • Der sächsische Kurfürst

    Friedrich der Weise, fürchtete um das Leben Luthers. zu seiner Sicherheit auf die Wartburg bei Eisenach entführen, wo Luther sich zehn Monate versteckte.

  • Während dieser Zeit

    übertrug er das Neue Testament ins Deutsche. Die Bibelübersetzung wurde zur Grundlage für die neuhochdeutsche Schriftsprache.

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