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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Benefiz

Kreiskonzert erstmals in Gotteshaus

Premiere in der Kirche St. Benedikt in Regensburg. Die Zuhörer konnten für Oberislinger Orgelpfeifen spenden.
Von Petra Schmid, MZ

  • Unter Leitung von Kreisdirigent Johannes Mittermaier spielten alle zusammen „Großer Gott, wir loben dich“. Fotos: Petra Schmid
  • Sandra Zweck: „Weil es großen Spaß macht, spielen zu können. Wenn man beispielsweise für ein Konzert intensiv geprobt hat und dann alles klappt, wie am Schnürchen. Wenn das Publikum auf die Stücke entsprechend reagiert, bekomme ich ein Gänsehautgefühl. Seit zwei Jahren spiele ich Tuba“, sagt die Musikerin der Bläserphilharmonie. Foto: Petra Schmid

Oberisling.Die Kirche St. Benedikt in Oberisling verwandelte sich in einen Konzertsaal. Dort, wo sonst zu den Gottesdiensten Orgelklänge durch das Kirchenschiff ertönen, erklang dieses Mal die Musik von rund 80 Musikern des Nordbayerischen Musikbunds. Mit einem Benefizkonzert der besonderen Art präsentierte sich der Kreisverband Regensburg gleich mit drei Musikkapellen.

In der modern gestalteten Kirche bot der großzügige Altarraum genügend Raum für die Bläserphilharmonie Regensburg (SBOR), das Blechbläserquartett des Jugendblasorchesters St. Konrad Regensburg und den Musikverein Pettendorf. Die zahlreichen Besucher, die die Reihen fast komplett füllten, konnten mit dem Musikgenuss des Konzerts durch eine Spende etwas Gutes tun.

Gute Akustik in St. Benedikt

Der Orgelbauverein sammelt weiter Spenden für Pfeifen. Foto: dpa

Nutznießer des Benefiz-Bläserkonzerts sind nämlich der Orgelbauverein St. Benedikt in Oberisling und die Jugendarbeit des Nordbayerischen Musikbunds Kreisverband Regensburg. Dort sind die Musikkapellen als Dachverband zusammengeschlossen. Neben der üblichen Verbandsarbeit sowie der Aus- und Weiterbildung veranstaltet der Musikbund regelmäßig Konzerte – üblicherweise zumeist in Mehrzweck- oder Sporthallen. Dass das Kreiskonzert heuer erstmals in einer Kirche stattfand, erklärte stellvertretender Kreisvorsitzender Robert Ziegler auf Nachfrage der Mittelbayerischen.

Johannes Mittermeier: „Die Musik ist der Ausgleich, quasi die Waage in meinem Leben. Sie bietet für mich den Gegenpol zu Beruf und allem anderen. Mit zehn Jahren habe ich angefangen, ein Instrument zu spielen. In der Hauptsache ist es die Posaune, mittlerweile sind es aber noch einige mehr“, sagt der Kreisdirigent. Foto: Petra Schmid

Da das Jahresthema des Kulturreferats der Stadt Regensburg heuer „Stadt und Glaube“ sei, sei man im Kreisverband auf die Idee gekommen, das Kreiskonzert heuer in ein Gotteshaus zu verlegen, erklärte Ziegler. Kreisdirigent Johannes Mittermaier und Kreisjugendreferent Florian Herzog hätten sich einige Kirchen angesehen und sich dann für St. Benedikt in Oberisling entschieden. Denn schließlich müssten die Größenverhältnisse bei so vielen Musikern stimmen und auch die Akustik spiele natürlich hier eine große Rolle, fasste Ziegler zusammen.

Eine Nachfolge ist geplant

Theresa Baumann: „Ich habe schon im Kleinkindalter angefangen, Musik zu machen und habe mich der Posaune verschrieben. Für mich ist es das Schönste, was es gibt auf der Welt. Man macht mit der Musik den Menschen Freude. Und in einer Gruppe ist das viel schöner als alleine“, sagt die Posaunistin Bläserquartett St. Konrad. Foto: Petra Schmid

Der große Erfolg des schönen Konzerts habe gezeigt, dass die zwei Experten die richtige Auswahl getroffen hätten. Er sei auch schon von Besuchern angesprochen worden, dass eine festliche und ganz besondere Atmosphäre gezaubert worden wäre. Er sich könne sich durchaus vorstellen, dass man in Zukunft öfter das Kreiskonzert in einer Kirche abhalte. Zum begeisterten Publikum gehörte auch Vize-Landrat Willi Hogger. „Wunderschön, ein Genuss“, kommentierte er das Benefizkonzert.

Claudia Ott: „Seit ich sechs Jahre alt bin, spiele ich ein Instrument. Die Musik ist meine Leidenschaft, ein Leben ohne Musizieren könnte ich mir gar nicht vorstellen. Das könnte ich nicht einmal einige Tage durchhalten. Dann wäre es ja trist und langweilig. Momentan spiele ich Waldhorn“, sagt die Musikerin des Pettendorfer Musikvereins. Foto: Petra Schmid

Auch Hausherr Pfarrer Stefan Haimerl, der zwischen den Musikstücken zum Nachdenken anregende Texte vorlas, lobte die Veranstaltung. Es sei eine sehr gut gelungene Veranstaltung gewesen und habe dazu eingeladen, die Alltagshektik hinter sich zu lassen und zur Ruhe kommend die Musik zu genießen. Großes Lob gab es vom Geistlichen nicht nur für die hervorragenden Musiker und Gesangssolistin Stefanie Rocco-Jonas, sondern auch für den Orgelbauverein St. Benedikt. Es sei schon sehr viel geleistet worden.

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Der Orgelbauverein

  • Gründung:

    Im Oktober vor zehn Jahren wurde der Orgelbauverein ins Leben gerufen. Zweck des Vereins ist es, die Anschaffung einer neuen Pfeifenorgel für die Kirche St. Benedikt in Oberisling zu fördern und die hierfür nötigen Mittel zu sammeln.

  • Erfolg:

    Am Christkönigssonntag im vergangenen Jahr hatten das lange Warten und die vielen Bemühungen des Orgelbaufördervereins ein Ende: Im Rahmen eines Festgottesdienstes segnete Weihbischof Dr. Josef Graf die neue Winterhalter-Orgel in der Filialkirche St. Benedikt.

  • Ergänzung:

    Der Orgelbauverein ist noch immer gefordert. Denn die Orgel ist zwar geweiht, aber noch nicht ganz fertiggestellt. Ein weiteres Register im Pedal wurde zwar vorbereitet, für die zugehörigen Pfeifen aber fehlt noch das Geld. Der Orgelbauverein St. Benedikt organisiert deshalb weitere Projekte und Veranstaltungen, um Spenden zu sammeln. Spendenkonto: Orgelbauverein St. Benedikt, IBAN: DE05 7509 0300 0001 3745 24. Infos: www.orgelbauverein-oberisling.de .

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