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Regensburg
Freitag, 24. November 2017 13° 2

Reformation

Landesbischof kam zum Jubiläum

Vor 475 Jahren fand das erste Mal ein evangelisches Abendmahl in Regensburg statt. Das kam damals einer Revolution gleich.

Auch Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm stattete dem Café im Alumneum einen Besuch ab. Foto: Dekanat/Klaus Weber

Regensburg.Höhepunkt des Jubiläumsjahres der Reformation ist in Regensburg gar nicht der eigentliche Reformationstag am 31. Oktober, an dem Martin Luther seine 95 Thesen in Wittenberg veröffentlicht haben soll. Das evangelische Regensburg feiert seinen „Geburtstag“ zwei Wochen früher. Vor 475 Jahren wurde am 15. Oktober 1542 das erste Mal öffentlich ein evangelisches Abendmahl in der Neupfarrkirche gefeiert. Damals war es wie eine Revolution, dass den Gläubigen nicht nur die Hostie, sondern auch der Kelch gereicht wurde.

Zum Jahrestag am Sonntag kam Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm zum großen Jubiläumsgottesdienst in die Dreieinigkeitskirche. Der Landesbischof betonte in seiner Predigt, dass Gott uns einlade, die Sorge um unseren Reichtum loszulassen. Gott öffne Türen. Im Gottesdienst wurde auch ein Blick zurückgeworfen auf die kritischen und freudigen Momente der Geschichte.

Eindrücklich brachte die Regensburger Kantorei den Stand der Ökumene mit den Klängen des Chorstücks „Solfeggio“ von Arvo Pärt zum Ausdruck: Verschiedenste Tonlagen überlagerten sich, kontrastierten, klangen dissonant und manchmal etwas schräg. Doch immer trug die Hauptmelodie und die Musik endete versöhnlich. So, als ob man den Engeln beim Üben zuhören konnte.

Ein buntes Programm ermöglichte es den Besuchern dann den ganzen Sonntag über, sich der Geschichte der evangelischen Kirche in Regensburg zu nähern. Die Stadtmaus hat eine Stadtführung unter dem Motto „…wie der Teufel das Weihwasser“ entwickelt, die auf verschiedenen Wegen durch die wichtigsten evangelischen Orte der Altstadt führte. Im Historischen Museum war in der Sonderausstellung auch der ehemalige Altar der Neupfarrkirche von Michael Ostendorfer zu besichtigen. Der Gesandtenfriedhof und die Oswaldkirche und das Kirchenarchiv hatten ihre Türen geöffnet.

Ein offenes Singen von Reformationsliedern und ein Platzkonzert des Dekanatsposaunenchores und Stände von Diakonie, Johanniter und die Bauwagenkirche am Neupfarrplatz rundeten das Programm ab. Ein gern besuchter Treffpunkt war das „Café Melantone“, ein Kaffeehausbetrieb im Haus der Kirche, wo die Gäste gut miteinander ins Gespräch kommen konnten. Mit dem Abendmahlskelch von 1542 wurde zum Ausklang der Jubiläumsfeier in der Neupfarrkirche wieder Abendmahl gefeiert, wie damals vor 475 Jahren.

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