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Regensburg
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Kultur

Leben ohne Musik? Nicht vorstellbar!

Hendrik Schmitz (21) ist einer der Musikpreisträger der Stadt Regensburg. Angelika Lukesch sprach mit dem Ausnahmetalent.
Von Angelika Lukesch, MZ

Musikpreisträger Hendrik Schmitz ist ein lyrischer Tenor, der gern Lieder der Romantik singt. Foto: Schmitz

Regensburg.Herr Schmitz, seit wann genau wussten Sie, dass Sie Sänger werden wollen?

Hendrik Schmitz: Seit ich mich erinnern kann, hatte ich schon immer einen Draht zur Musik. Ob es ein bestimmtes Schlüsselerlebnis gab, kann ich jedoch nicht sagen. Ich weiß aber, dass ich schon als Kind gerne gesungen habe und aus Erzählungen von meinen Verwandten auch, dass sowohl meine Mutter mit mir als Baby viel gesungen hat als auch meine Oma, durch die Entfernung bedingt allerdings nur über das Telefon.

Wie sehr wurden Sie in Ihrer künstlerischen Laufbahn von den Domspatzen geprägt?

Da ich acht Jahre in Regensburg im Internat war, kann ich durchaus sagen, dass meine musikalische Laufbahn sehr intensiv durch die Domspatzen geprägt wurde, besonders von meinen damaligen Stimmbildnern und Chorleitern, denen ich wirklich eine Menge zu verdanken habe. Zuvor durfte ich auch schon drei Jahre im Windsbacher Knabenchor die ersten musikalischen Erfahrungen machen.

Welche Musik mögen Sie am liebsten, was singen Sie am liebsten?

Ich habe da ehrlich gesagt keine bestimmten Vorlieben. Wenn mir ein Lied gefällt, dann höre ich es, ich bin da offen für fast alles. Selber singe ich aber am liebsten klassische Werke.

Wie intensiv arbeiten Sie an Ihrem
Gesangskönnen?

Da ich mich zur Zeit beruflich orientiere, habe ich meine musikalische Arbeit etwas reduziert. Es gibt einfach eine Vielzahl an Möglichkeiten in der Berufswelt. Ganz aus den Augen habe ich die Musik natürlich nicht verloren, da eine Profikarriere auch eine erstrebenswerte Option für mich ist.

Lesen Sie hier: Der 2. Musikpreis der Stadt Regensburg wird am 27. Oktober an sieben Preisträger verliehen.

Sie singen am liebsten Lieder der Romantik. Singen Sie auch mal was ganz anderes? Pop oder Rock?

Ja, selbstverständlich! So wie mich jede Musikrichtung anspricht, habe ich auch schon viel gesanglich ausprobiert, wie zum Beispiel mit einer Band gesungen, mit Combos auf Hochzeiten oder Taufen musiziert und bin zuhause auch als Kantor aktiv.

Singen Sie am liebsten solo oder auch gerne mal im Duett, Trio, Chor?

Die Chor- und Ensemblearbeit macht mir immer viel Spaß und Freude. Momentan singe ich zum Beispiel im Philharmonischen Chor Nürnberg. Am wohlsten jedoch fühle ich mich in der Rolle des Solisten.

Haben Sie ein Sänger-Vorbild?

Ein sängerisches Vorbild habe ich nicht. Mir sind die verschiedenen Werke wichtiger, die je nach Art der Besetzung und der Interpretation der oder des Musikers verschieden sind und immer ihre eigene Klangfarbe haben. Diese Klangfarben interessieren mich.

Was würden Sie sich am meisten
wünschen für Ihre Gesangskarriere?

Da ich unwahrscheinlich gerne singe, würde für mich ein Traum in Erfüllung gehen, so viele Menschen wie möglich mit meiner Stimme anzusprechen, zu erreichen und zu begeistern. Davon leben zu können wäre natürlich auch schön.

Gibt es eine besonders hohe gesangliche Anforderung, die Sie gerne meistern würden, so etwas wie die Besteigung des gesanglichen Mount Everest?

Ich bin davon überzeugt, dass jedes Musikstück seine Besonderheiten hat. Die Bedeutung und Gefühle eines Stückes zu erfassen und zu transportieren ist dabei oft die größte Herausforderung. Aber einen gesanglichen Mount Everest habe ich momentan nicht vor Augen. Man könnte vielmehr sagen, ich befinde mich auf einer Art Alpenüberquerung mit vielen Gipfeln.

Was sind Ihre aktuellen und nächsten Projekte, Auftritte?

Natürlich ist da der 27. Oktober mit der Verleihung des Musikpreises im Neuhaussaal zu nennen. Im Dezember werde ich den Nachwuchschor der Domspatzen unter der Leitung von Kathrin Giehl unterstützen und dabei auch den ein oder anderen solistischen Part übernehmen. Im Januar geht es dann sechs Monate nach Afrika, an eine Schule in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe. Dort werde ich mit jungen Menschen musizieren.

Was bedeutet Musik und das Singen für Sie und Ihr Leben?

Seit ich mich erinnern kann, ist die Musik eine wichtige Konstante in meinem Leben. Ohne Musik würde einfach ein Teil von mir fehlen. Sie gibt mir Kraft, auch in schwierigen Zeiten, und macht mich glücklich. Ob jetzt beruflich oder nicht, ein Leben ohne Musik könnte ich mir nicht vorstellen.

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