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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Kommentar

Lebensmüde

Ein Kommentar von Mario Geisenhanslüke, MZ

Am Mittwoch war es fast wieder soweit: Kurz nach 18 Uhr kommt ein Mann die Kumpfmühler Brücke hinuntergeschossen. Blaue Jacke, kein Licht, gefühlt mit 50 Stundenkilometern auf die Kreuzung zuhaltend. Ein Autofahrer tastet sich – Gott sei Dank vorsichtig – um die Kurve. Dann schaltet die Ampel des Radlers auf Rot. Gerade will der Autofahrer Gas geben, da jagt der Radler über die Straße – ein Schlenker inklusive, um den Zusammenstoß zu verhindern.

Ganz ehrlich: Wie lebensmüde muss man sein? Es gibt Themen, bei denen kann man sehr gut streiten und gespaltener Meinung sein. Fahrradfahren ohne Licht in Dunkelheit und Dämmerung gehört nicht dazu. Sind das Licht am Rad kaputt und die Sichtverhältnisse schlecht, kann nur gelten: Wer sein Leben liebt, der schiebt.

Im Konfliktverhältnis Radfahrer versus Autofahrer gibt es kein schwarz-weiß. Natürlich rasen viele Pkw-Lenker rücksichtslos durch Regensburg. Aber zur Wahrheit gehört eben auch, dass Radfahrer nicht immer die unschuldigen Opfer sind.

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