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„Leider sehen wir viele Patienten zu spät“

Ärzte verweisen auf zunehmende Zahl der Nierenerkrankungen / Telefon-Aktion der MZ

Dr. Tobias Leingärtner, Professor Dr. Matthias Mack, Dr. Peter Roch (von links) und Privatdozent Dr. Bernhard Banas (am Telefon) beantworteten die Fragen unserer Leser bei der Telefonaktion der Mittelbayerischen Zeitung.Foto: Klein

Wie schütze ich meine Nieren?

Rauchen und Übergewicht spielen eine große Rolle, das ist ganz wichtig.

Machen Nierenerkrankungen Schmerzen?

Das ist in der Regel nicht der Fall, Nierenerkrankungen sind nur zu erkennen durch Laboruntersuchungen beim Hausarzt oder auch durch hohen Blutdruck, wobei automatisch nach der Niere geschaut wird. Der Hausarzt kann das leicht feststellen.

Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang der Blutdruck?

Das ist ganz besonders wichtig: Keine Medikamente einnehmen, die die Nieren schädigen. So können zum Beispiel die klassischen Rheuma-Mittel auf Dauer die Nieren schädigen.

Sind Nierenerkrankungen eine Alterskrankheit?

Im mittleren Lebensalter ist man gefährdeter, aber es gibt auch Schädigungen bei jungen Menschen.

Wieviel sollte man pro Tag trinken, um seine Nieren zu spülen?

Anderthalb bis zwei Liter sind ausreichend, Bier ist in Maßen erlaubt, es schadet der Niere nicht.

Was ist mit Kaffee?

Kaffee zählt auch als Flüssigkeit, er schadet der Niere nicht. Allerdings sollte man bei einem Blutdruck von 200 nicht ununterbrochen Kaffee trinken.

Wie verhält sich Diabetes zur Niere?

Hier sollte man regelmäßig schauen, ob die Niere einen Schaden hat, und zwar durch Eiweiß-Ausscheidung im Urin ist das feststellbar. Wichtig ist aber, dass der Blutdruck niedrig eingestellt ist: 120/80, ganz unabhängig vom Alter des Patienten. Darauf muss auf alle Fälle geachtet werden: Der Blutdruck ist nämlich genauso wichtig wie die richtige Zucker-Einstellung.

Wie sollte vorgegangen werden, wenn der Hausarzt etwaige Schädigungen befürchtet?

Auf alle Fälle ist die Überweisung zum Facharzt für Nierenerkrankungen (Nephrologen) wichtig. Und bei Untersuchungen beim Hausarzt sollte immer auf einer Untersuchung des Urins bestanden werden.

Die Nierenerkrankungen nehmen zu. Wie sehen Sie das?

Die Nierenerkrankungen nehmen zu, weil Diabetes zunimmt. Ganz besonders wichtig sind hierbei die Urinuntersuchungen, denn viele Erkrankungen sind im Blut nicht erkennbar, sondern nur im Urin. Das Frühstadium einer Nierenerkrankung ist im Urin zu erkennen und erst im fortgeschrittenen Stadium im Blut. Leider sehen wir viele Patienten viel zu spät.

Wann greifen die Nephrologen ein?

Alles beginnt mit dem Urinbefund. Wir können heute in vielen Fällen die Dialysepflicht verhindern oder zumindest hinausschieben. Es ist grundsätzlich falsch, dass Patienten Angst haben vor der Diagnose des Nephrologen, denn: Man kann heute sehr viel tun für Nierenerkrankungen, aber es muss rechtzeitig erkannt werden.

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