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Regensburg
Mittwoch, 17. Januar 2018 6

Protest

Lieber nackt als im Pelzmantel

Knapp 20 Frauen und Männer protestierten am Samstagnachmittag in der Regensburger Innenstadt gegen Mode aus Fell.
Von Tino Lex

Hauptsächlich mit Unterhosen und Schuhen bekleidet liefen die Nackt-Demonstranten durch die Stadt. Foto: Lex

Regensburg.Die Vereine Animal Revolution und TierrechteAktiv Regensburg veranstalteten am Samstag einen Nacktlauf gegen Pelz in der Regensburger Innenstadt. Motto: „Lieber nackt als Pelz – Pelz ist Mord!“ Gestartet wurde eine halbe Stunde später als geplant. „Mit dem Lauf soll auf einen derzeitigen qualvollen Modetrend hingewiesen werden. Hauptsächlich werden Hunde und Katzen für Pelz, besonders für ‚Kunstpelz‘, gezüchtet und ermordet“, erklärte Florian Hübner, erster Vorstand des Vereins Animal Revolution. Pelz sei kein Abfallprodukt, vielmehr würden die Tiere meist vergast oder noch schlimmer, bei lebendig gehäutet.

Hier die Bilder zur Aktion.

Tierrechtler zeigen Haut gegen Pelz

Rund 20 Teilnehmer zogen dann zum Teil ihre Sachen aus und rannten dann demonstrierend vom Arnulfsplatz aus in Richtung Haidplatz. Auf den einzelnen Weihnachtsmärkten, aber auch auf dem Domplatz machten die Tierschutz-Aktivisten Station und informierten lauthals über den Pelzmode: „Es werden vor allem an Jacken, Taschen und Schuhen derzeit jede Menge Pelze angebracht, die eigentlich gekennzeichnet werden müssten als echter Pelz, werden sie aber nicht“, empört sich Aktivistin Mandy Hübner. Stattdessen glaubten die Konsumenten, es handle sich um Kunstpelz. Dieser aber wiederum sei teurer zu produzieren als Echtpelz, insofern würden die Produzenten zu Echtpelz greifen, so Hübner weiter.

„Jede Mütze hat bereits einen Pelzbommel, das muss nicht sein, denn dafür müssen Tiere leiden.“

Manfred Seebauer

Die Regensburger wunderten sich nicht schlecht als plötzlich die „halbnackten“ Tierschutz-Aktivisten vor ihnen auftauchten. Der Großteil aber befürwortete diese Aktion. Ein weiterer Aktivist an diesem Nachmittag war Manfred Seebauer. Seebauer ist immer dabei, wenn es einen Lauf gibt. So nimmt er mit großer Regelmäßigkeit an dem Landkreislauf der Mittelbayerischen Zeitung als Ultraläufer teil. Das heißt, er bewältigt allein die gesamte Strecke von meist über 70 Kilometern. Seebauer zog auch blank: „Pelz war lange Jahre verpönt. Doch jetzt scheint er wieder in Mode zu kommen. Jede Mütze hat bereits einen Pelzbommel, das muss nicht sein, denn dafür müssen Tiere leiden“, argumentiert Seebauer. Er möchte mit dieser spektakulären Aktion den Leuten diese Praxis der Ausbeutung von Tieren wieder in die Köpfe bringen und zum Nachdenken anregen.

„Die Aktion hat ihren Zweck erfüllt.“

Manfred Seebauer

Bei rund 8 Grad Plus mussten die Tierschutz-Aktivisten nicht allzu sehr frieren. „Doch auch bei diesen Temperaturen könnte man sich etwas anderes vorstellen als halbnackt durch die Stadt zu laufen, doch die Aktion hat ihren Zweck erfüllt. Vielleicht denken jetzt ein paar Menschen beim Kauf ihrer Sachen ein wenig mehr nach und kaufen ganz einfach – ohne Pelz“, so Seebauer.

Auch vor Weihnachten 2016 hatten in Regensburg Tierschützer leicht bekleidet gegen das Tragen von Pelz demonstriert. (xtl)

Hier geht es zum Regensburg-Ressort.


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